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Downloadarchiv der G&T-Abenteuer

Kommentare zu ›10. Kürbisgeist & Goldenstein‹

zendijian

  • Beitrag Nr. 2
  • 05-09-07, 16:34
  • mail, www

Hallo rilliemanni,

schön das du dich mit dem Abenteuer so detailliert auseinander gesetzt hast! Zuerst mal muß ich sagen das ich wesentlich lieber eine überarbeitete Version des Abenteuers zum G&T geschickt hätte, aber für die von mir beabsichtigten Änderungen war keine Zeit mehr, da ich zu der Zeit ziemlich viel Streß an den Haken hatte! Was den Einstieg angeht, so gebe ich dir recht: Die Helden arm zu machen war nicht nett! Auch hat das Gareth Kapitel nicht so viel mit dem eigentlichen Abenteuer zu tun, aber das Abenteuer ist im ganzen aus dem Bettler (und seiner Geschichte) den die Helden kennenlernen, entstanden. Ein alternativer Lösungsweg ist in Arbeit, dauert aber noch ein wenig! Bei einer Spielrunde auf der Rat habe ich übrigens selbst das komplette erste Kapitel weggelassen um schneller auf den Punkt zu kommen. Allerdings fanden alle das Intrigennetz recht sinnig, vielleicht sollte ich da noch ein Schema fertigen, in dem aufgeklärt wird wie die einzelnen Personen zusammenhängen. Ein paar optionale Szenen hab ich aufm Rechner, aber momentan wieder Probleme mit der Zeit (Satinav ist nicht gnädig mit mir). Auch die Steigerung der Spannung ist mir zumindest bei bisher vier Testspielen immer gut gelungen, aber ich kann mir vorstellen das andere Spielleiter damit vielleicht ein Problem haben könnten.Naja, sobald ich alle Änderungen fertig hab, werde ich das Abenteuer komplett überarbeitet zur Verfügung stellen, aber das dauert noch ca. 1- 2 Monate, da ich in meiner knapp bemessenen Freizeit derzeit an einem anderen Abenteuer arbeite. Neben dieser Arbeit fällt immer wieder n Stündchen Zeit an in dem ich meine bisherigen Abenteuer überarbeite. Also demnächst wird es von Kürbisgeist & Goldenstein ne überarbeitung geben und ich hoffe das da dann das Potential besser genutzt wird. Wie gesagt mich stört mittlerweile auch das eine oder andere und ich bin froh das man dies bei Webabenteuern (im Gegensatz zu Printabenteuern) noch überarbeiten kann.

Viele grüße

Marc


rillenmanni

  • Beitrag Nr. 1
  • 05-09-07, 00:27

Kürbisgeist und Goldenstein ist mE ein hervorragender Titel, der zumindest mich neugierig auf das Abenteuer selbst gemacht hat. Meine ganz persönlichen Assoziationen waren: Ein Garether Handelskontor wird von Schauerlichkeiten gebeutelt und muß von den Helden befriedet werden. Natürlich war mir klar, daß Assoziation und Wirklichkeit nicht viel miteinander zu tun haben müssen, also konnte ich nicht enttäuscht werden, schließlich ganz andere Inhalte vorzufinden. Ich erwartete ob des Titels aber auf jeden Fall etwas Positives.


Das Abenteuer ist bereits seit Februar im Netz verfügbar. Ich denke zwar nicht, daß dies gegen Wettbewerbsvorgaben verstößt, nichtsdestotrotz hätte man mE zumindest eine Wettbewerbsversion anlegen können. Statt dessen wird mitten im Text auf ein ebenfalls vor Ort herunterladbares Abenteuer namens Wechselbalg verwiesen. “Nanu?” dachte ich mir, “mag das wohl letztes Jahr eingesandt worden sein?”. Aber ich fand es nicht in den G&T-Archiven, sondern auf der Seite des Autoren.


Ich schicke mein Fazit voran: Mit Platz 10, also dem Mittelfeld, liegt das Abenteuer auf dem richtigen Platz. Es hätte eine kleine Perle daraus werden können, denn es hat eine gute Anlage, aber die Umsetzung müßte noch ein ganzes Stück besser sein.

Der Film Sleepy Hollow durchzieht die gesamte Handlung und läßt die NSC tanzen. Anstelle dieser totalen Durchdringung hätte ich mir gewünscht, der Autor hätte sich einfach entschieden, die Kernhandlung des Films zu übernehmen – das Intrigengeflecht, das durch die unheimliche weitere Partei auseinanderbricht – und ansonsten nicht weiter auf den Film verwiesen. Tatsächlich liest sich das Vorwort noch sehr hoffnungsvoll, danach aber wird der strikte Handlungsfaden allzu sichtbar.


Kritkpunkte im Detail:

  • Grusel für alle Spielleiter: In Manier der frühen Michelle Schwefel wird die Auflösung des Abenteuers im Sinne eines gesteigerten Lesegenusses verschwiegen. Da es sich zudem im weiteren Verlauf als schwierig erweist, die jeweils relevanten Informationen zu identifizieren, sucht man zusehends den Überblick.

  • Das Einstiegskapitel (die ausführliche Gareth-Episode) kann komplett gestrichen werden, denn es hat mit dem Abenteuer nichts zu tun. Den Aufhänger könnte man auch gleich vor Ort in Retogau plazieren, dort könnten auch die zwei, drei relevanten Detailinformationen untergebracht werden. Wirklich hat mich am Einstieg der unnötige Zwang zu bettelarmen Helden gestört (die zur Not durch Maßnahmen erst noch in diesen Zustand zu bringen seien). Diese Armut hat nun aber keine Relevanz für das Abenteuer.

  • Im Abenteuer wird par excellence Zug gefahren: Es gibt einen Startpunkt, einen Zielpunkt, und die Reiseetappen sind haarklein festgelegt. Alternativrouten sind keine vorhanden. Der Text ist Stück für Stück abzuarbeiten, die Handlung steht fest. Dabei wird teilweise mit Unwahrscheinlichkeiten gearbeitet, bspw die Bedingung Wenn die Helden den Bettler in der Essensschlange vorlassen, dann erteilt er ihnen einen Auftrag. Da stellt sich natürlich die Frage, was passiert, wenn die (angeblich hungrigen) Helden den Kerl nicht vorlassen? Natürlich müßte er ihnen auch dann den Auftrag erteilen (seine Tochter zu suchen), anderenfalls wäre das Abenteuer schon vor seinem Beginn zu Ende. Das Abenteuer bietet aber wirklich nur diese Unwahrscheinlichkeit an, bietet keine Alternativen.

  • Das Abenteuer ist eigtl eine Detektivgeschichte. Es gibt für die Helden aber nicht viel zu tun, außer hie und da einige Informationen zu sammeln und währenddessen dem Abenteuer hinterherzulaufen. Denn leider geschieht wie gesagt alles nach Drehbuch. Und die interessantesten Informationen darf zudem der Ermittler des Barons (alias J. Depp) herausfinden – diese Person stiehlt den Helden regelrecht die Schau. Sehr schade.

  • Mehr Schauer/Grusel/Horror hätte es noch sein können. In erster Linie wird dies durch vereinzelte visuelle Elemente erzeugt sowie durch erzwungenes Strammstehen der Helden, während der Kürbisgeist (hinter dem sich mehrere Personen verbergen) seine sporadischen Mordauftritte hat. Die unheimliche Bedrohung aber, die auch die Helden klamm erfassen kann, die fehlt.

  • Mehrfach werden Helden und Spieler durcheinander geworfen. (Falsche Begriffsverwendung)


Ich hätte mir gewünscht:

  • Eine schnelle Fokussierung auf den Handlungsort.

  • Eine klare Darstellung des Intrigennetzes.

  • EIne Aufstellung und Beschreibung jener Situationen, die eintreten müssen, und jener, die eintreten können. Alternativen, um den Spielern Handlungsspielraum zu ermöglichen.

  • Ein Sammelbecken aller Informationen, die die Helden zusammentragen können.

  • Den Aufbau von Spannung für die Spieler, wenn die Helden allmählich bemerken, daß die unheimliche Bedrohung ein Auge auf sie geworfen hat, so daß jeder weitere investigative Schritt der letzte sein könnte.

  • Einen weniger dominanten Ermittler, der zudem als potentieller Konkurrent installiert werden könnte.

Weshalb kritisiere ich dieses Abenteuer so leidenschaftlich? Weil ich es grundsätzlich sympathisch finde. Darin versteckt sich jede Menge Potential, das nur noch nicht genutzt worden ist.


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