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We want you! – Ideen für neue DSA-Seiten

Tyll ~ #51

Ist das Verschwinden von alten oder noch nicht ganz so alten DSA-Webseiten schlimm oder natürlich? Haben bekannte Seiten eine Bringschuld gegenüber unbekannten Seiten? Stellen ‘große’ Seiten andere in den Schatten? Momentan wird in der DSA-bezogenen Internet-Szene öfters über die Szene diskutiert, wobei aber nur selten die Qualität der Szene betrachtet wird.

Was ergibt sich, wenn man die vorhandenen Inhalte mit den möglichen und vor allem den wünschenswerten vergleicht? Was gibts noch nicht? Was fehlt sogar, oder was würde der Szene zumindest gut anstehen?

Ich versuche mal, einige Kategorien zu skizzieren und im Vergleich zu bestehenden oder vergangenen Internet-Projekten Ideen zum ‘Bedarf’ zu entwickeln.

‘Szene’-Webseiten

Dieser Bereich ist bisher vielleicht der größte, also am besten bestückte:

Es gibt zum Beispiel mehrere größere (oder vielgelesene) DSA-Foren, von denen man mit Recht sagen kann, dass sich dort die DSA-Internet-Szene konzentriert. Vom Stil her ist für fast jeden Geschmack was dabei, das finde ich eigentlich sehr schön – eine gesunde Mischung, bei der man auch gerade noch den Überblick behalten kann. Mehr als wenige Foren braucht kein Mensch.

Bedarf für neue DSA-Newsseiten sehe ich ebenfalls nicht, mit Alveran, Aventurium und der Newsrubrik der Rollenspielgruppe Hilden ist man insgesamt ganz gut bedient.

Ebenso gewährleistet unter anderem der Abenteuerwettbewerb Gänsekiel & Tastenschlag die Versorgung der Szene mit neuen inoffiziellen Abenteuern, die qualitativ bewertet werden.

Download-Archive, wo man alles findet und wo jeder irgendwas einstellen kann, wie zum Beispiel bei Fanpro halte ich persönlich für einen Anachronismus: Niemand hat mehr Zeit, sich durch endlose Downloads zu klicken, sie auszuprobieren und dann meist doch wieder von der Festplatte zu wischen. Ausführliche Beschreibungen, Previews und Screenshots, eventuell auch aussagekräftige Bewertungen und inhaltliche Kommentierungen – ohne eine Präsentation, die die Vorauswahl erleichtert, haben Archive mit niedrigen Qualitätsstandards keinen Sinn.

Spielgruppenseiten haben früher immer das Rückgrat der Internet-Szene gebildet: “Hier unsere Helden, unsere gespielten Abenteuer, unsere Sprüche – und schreibt doch was ins Gästebuch, ja?” Da das in Masse und langfristig nicht so interessant für die wachsenden Zahlen von DSA-SpielerInnen im Internet war, wurden ambitionierte Gruppenseiten etwa seit Anfang des Jahrtausends immer durch weitere, anspruchsvollere Inhalte aufgewertet – Rezensionen, Galerien, Comics, selbstgeschriebene Abenteuer und so weiter. Und heute gibt es Gruppenseiten, die inhaltlich und optisch einiges zu bieten haben: Farben der Tsa, die Taverne Zu Ruhm und Ehre, die Daidaliten, etc. Gruppenseiten kann man natürlich immer machen: Jede DSA-Runde hat ihre Nische. Aber sie müssen dann schon ein besonderes Etwas haben, um Leute vom Hocker zu hauen und Besucher anzulocken.

Einige Szene-Projekte gibt es, die in meinen Augen ‘fehlen’:

  • Eine Art umfassende und gepflegte DSA-Linkliste mit Newsservice – ich stelle mir da eine schlichte, übersichtliche Seite vor, bei der sich Webmaster von DSA-Seiten kurz per Mail anmelden können. Sie bekommen ein Profil und erhalten so die Möglichkeit, Daten zu ihrer Seite einzutragen und Neuigkeiten zu posten. Die Linkliste braucht nicht bewertet zu werden, News zu lesen und bekannt zu geben steht im Vordergrund. Der DSA-Ring bietet so einen Service ja schon – aber nur für Mitglieder und die News dort einzutragen ist noch verhältnismäßig aufwendig.

  • Eine DSA-Infoseite für Einsteiger und Eltern. ;) Jede zweite DSA-Seite hat einen Navigationseintrag “Was ist DSA?” mit mehr oder weniger gut gelungenen Erklärungen und Beispielen. Schön wäre ein fescher Button, den man einfach auf der Startseite der eigenen Webseite unterbringen kann und der auf die Infowebseite verlinkt, wo eben alle relevanten Infos – auch ‘pädagogisch’ für völlig Unbeleckte und interessierte Eltern (oder Pfarrer ;)) – aufbereitet sind. Noch toller wäre es natürlich, dort auch ausgewähltes Einsteiger-Spielmaterial unterzubringen: Ein Solo-Abenteuer und ein Gruppen-Abenteuer zum Download, der offizielle Heldenbogen, etc.

  • Eine eigene Anlaufstation für das neue DSA-Computerspiel, mit Forum, Infos, Screenshots, Interviews, ... – sowas könnte doch lohnen, oder?

  • DSA-Blogs! Es gibt da draußen so viele Leute, die schlau sind und pointiert schreiben können, aber sie treiben sich in Foren rum, was verhältnismäßig irrelevant ist, statt ihre Gedanken geordnet zu bloggen und so Diskussionen anzuregen. Auch schön geschriebene ingame-Blogs würde ich persönlich gern lesen: Szenen aus dem Leben meines Helden, Kurzgeschichten-artig vielleicht, und so, dass aventurisches Flair vermittelt wird.

  • Humor – DSA ist so ernst, und Webseiten, die sich ein bisschen gepflegt lustig machen, sind noch eher rar: Das PHAntom, die PGalerie, Martins und Stephanies Spaßseite, die Comics im Heldenzeitalter, bei Schwarzmagier-Blues, den Kleinen Helden oder den Namenlosen. Aber klar: Witzig sein ist natürlich auch nicht so leicht – die x-ten Spökes und Versprecher der letzten Spielsitzung reißen mich zumindest nicht mehr vom Hocker ...

Spielhilfen

Ha, da gibt es natürlich einiges bereits, aber das meiste noch nicht. ;) Was ich mir dringend wünschen würde:

  • Ein revitalisiertes Kyndoch-Kontor, am besten mit einer Trennung zwischen Meistertipps und Rezensionen. Qualitativ hochwertige Rezensionen zusammenzutragen sollte eines der Hauptziele einer solchen Seite sein: Nicht alles nehmen, was man bekommen kann, sondern selbst schreiben bzw. auswählen. Dafür bräuchte es ein kleines AutorInnen-/Redaktions-Team, dass sie nach bestimmten Qualitätskriterien erarbeitet.

  • Eine Seite mit Abenteuermodulen wie auf DSA.Maitro, aber in größerem Maßstab.

  • Mehr echte Spiel(gruppen)hilfen, wie Katharina und ich es mit den Rollenspiel-Tipps versuchen, oder wie es das Rollenspiel-Kompendium bei den Reisenden tut – also Anleitungen zum ‘besseren’ DSA-Spiel. Das Spielleiter-Kompendium wäre da eine große Hoffnung gewesen, aber das scheint nicht mehr weiterentwickelt zu werden.

  • Ausarbeitungen für Historische Szenarien, die weniger im Sinne einer Regionalspielhilfe gestaltet sein sollten, sondern eher als Kurzhilfe für One-Shot-Abenteuer. Ich will mal ‘während der Magierkriege’ spielen, oder ‘unter den Magiermogulen’, will die ‘Eroberungszüge der Theaterritter’ miterleben, oder die ‘Dunklen Zeiten’. Dafür braucht man eine oberflächliche Übersicht, was im historischen Setting alles anders ist als jetzt, Tipps dafür welche Helden man spielen könnte (fertige Archetypen wären super) und eine Handvoll von Plot-Ideen, die gar nicht mal gründlich ausgearbeitet sein müssen.

Prinzipiell kann man aber zu unzähligen Themen schöne Spielhilfen schreiben – und wenn man die auf einer eigenen Webseite mit stimmigem Layout präsentiert, dann ist sie umso schöner. Andererseits ist natürlich viel einfacher, nur die Texte zu verfassen, und sie auf einer der ‘etablierten’ Seiten zum PDF-Download bereitzustellen, wie es viele aktive Leute mit ihren Werken tun.

‘Regionale’ Webseiten

Früher, zu Zeiten des Aventurischen Städtebundes (ein von Vinsalt getragener Zusammenschluss von Webseiten zu aventurischen Städten), war es recht populär, Stadtbeschreibungen ins Internet zu stellen.

Davon wuchsen einige sehr gut, und wussten ihr Stadtthema mit passendem Layout und interessanten Inhalten zu verbinden: Donnerbach, Fasar und fasar.com (offline), Kyndoch, Gareth (inaktiv) und natürlich noch weitere. Anderen Städteseiten dagegen sah man an, dass sie eher erstellt waren, um halt 'ne Seite aufzuziehen – und nicht der Inhalte wegen.

Städteseiten spielen heute keine Rolle mehr, soweit ich das sehen kann, und ich persönlich vermisse sie auch nicht. In meinen Augen gingen die Konzepte immer zu sehr ins Detail, waren zu sehr auf selbstgenügsame Beschreibung als auf für Besucher nutzbare Spielhilfen ausgelegt. Im Spielhilfen-Konzept läge aber ein echter Nutzen auch in zukünftigen Städteseiten: Die offiziell publizierten Regional-Bände bieten bereits sehr umfangreiche Stadtbeschreibungen, auf denen man aufbauen kann – eine Webseite, die sich der Ausarbeitung einer Stadtkampagne in Khunchom, Al'Anfa, Fasar, Havena oder Elenvina widmete, mit Szenarien, verwertbar ausgearbeiteten Personen und Orten oder gar richtigen Abenteuern wäre wirklich was wert.

Provinz-Webseiten gibt es bereits einige vorbildliche: Albernia, Almada, das Kemi-Reich, Weiden, Nivesenlande, um nur die aktivsten (neben freilich zahlreichen veralteten) zu nennen. Aber auch bei diesen gehen mir die Inhalte zu oft in Richtung reiner Darstellung – was mit wenigen Ausnahmen fehlt sind Vorlagen für stimmungsvolle Kampagnen in der Region sowie echte Spiel(leiter)hilfen.

Toll wäre es zum Beispiel, wenn mehr Briefspiel-Plots (denn aus dem Briefspiel gehen die allermeisten Regionalseiten ja hervor) zur allgemeinen Verwertung aufgearbeitet und veröffentlicht würden. Und auch unabhängig vom Briefspiel sollte es ja nicht so schwer sein, Szenarien-Sammlungen oder hilfreiche Leitfäden zu verfassen: “Für welche Art Plots eignet sich Region x besonders gut?” – “Wie nutzt man das Vendetta-Thema in Almada für eigene Abenteuer in der Region?” – “Wie gehe ich mit einer sehr gemischten Abenteurergruppe in Weiden um?” – “Wie binde ich Nicht-Thorwaler effektiv und dauerhaft in eine Thorwal-Kampagne ein?” Oder ähnliches halt.

Wo es noch Bedarf oder zumindest Möglichkeiten für Neuerungen und kreative Arbeit gäbe, wären ausführlichere Völkerbeschreibungen. Sowas gibt es bisher meines Wissens nach nur für Nivesen und für Elfen. Warum nicht eine Webseite den Zahori widmen, den Gjalskern oder den Achaz? Oder Professionen: Scharlatane, Hexen, Schwertgesellentum, ... Da geht noch einiges, es müssen sich nur Liebhaber finden, die es angehen.

Regel-Webseiten

Eigentlich ist es doch erstaunlich, dass der DSA4-Regelmoloch noch keine zentralen Webseiten hervorgebracht hat, die sich gezielt mit der Aufbohrung und Verbesserung bestimmter Bereiche des Systems beschäftigen. Zu DSA3-Zeiten gab es das einflussreiche Kampfregel-Projekt und das Curriculum Salamandris, das den Grundstock für die DSA3-Zauber erarbeitet hat.

Dabei gibt es sehr wohl solche Projekte – aber meist werden sie von engagierten Einzelpersonen vorangetrieben und finden sich im Netz verstreut: Ganze Hausregel-Sammlungen im DSA4-Wiki, eine Überarbeitung der Runenmagie als Download bei Fanpro (die Diskussion hierzu findet in diversen Foren gleichzeitig statt), alternatives Regelsysteme und Generierungsregeln bei Alveran, eine Sammlung neuer Vor- und Nachteile bei dsa4.de, ein Generierungsleitfaden auf privater Homepage, etc.

Auf dsa4.de, von wo man am ehesten fundierte Ausarbeitungen und eine entsprechende Darstellung erwarten würde, werden Regeländerungen leider ausschließlich im mäßig besuchten Spartenforum Projekte und Entwürfe vorgeschlagen und diskutiert, so dass sie meist ein Steckenpferd einzelner bleiben.

Projektplattformen, wo gemeinsame Anstrengungen unternommen werden, offizielle Regeln entscheidend zu verbessern – und zwar mit dem Anspruch, nicht was “ganz anderes” zu machen, sondern aktiv Einfluss auf DSA 5 zu nehmen – fehlen der Szene meiner Meinung nach sehr.

Spezial-Themen für solche Projekte gibt es genug: die Regelbereiche Elementarismus und Dämonologie könnte man überarbeiten oder zumindest in eine verständliche/spielbare Form bringen, die Kampfregeln könnte man in vieler Hinsicht über- oder aufarbeiten – dass meine völlig simplen Manöverkarten eine so hohe Nachfrage erreichen, nur weil sie die Regeln übersichtlich darstellen, zeigt schon einige ganz elementare Mankos des Systems bzw. der offiziellen Publikationen auf.

Fazit

Insgesamt finde ich, dass sich die Internet-Landschaft in Sachen DSA extrem vielfältig und oft auch extrem kreativ und künstlerisch darbietet – das ist natürlich erfreulich. Andererseits ist es schon auch auffällig, dass es verhältnismäßig wenige Seiten gibt, die sich ganz bewusst auf das Anfertigen von Rollenspielhilfen verlegen. Die Darstellung – sei es die der eigenen Spielgruppe oder einer offiziell bereits gut beschriebenen Region oder ähnlichem – steht bei vielen Seiten noch im Vordergrund, und die dramaturgische Einbindung von Inhalten ins Rollenspiel wird selbst dort, wo es sich eigentlich anbieten würde, nur unzureichend bedacht.

Und du?

Na, wer hatte schon immer das Gefühl, gern etwas größeres zur Community beitragen zu wollen, aber nicht zu wissen, wohin mit der ganzen Kreativität? Manchmal hilft es, sich auf ein überschaubares Projekt festzulegen, die Energie zu bündeln, sich vielleicht mit anderen zusammen zu tun. Macht das doch mal – Nischen und Löcher gibt es offenbar noch genug, die man füllen kann. :)


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Kommentare

40 Beiträge. Aktuellster Beitrag ↓

Der Mönch

27.04.2006, 22:58 Uhr ~ #1

Ich will mich da mal ausdrücklich deiner letzten Empfehlung anschliessen: Überschaubar und Nische: so kann es dann auch was werden! Und am besten zu zweit arbeiten, dass bringt noch mehr Kreativität und nimmt einem auch nicht so schnell den Wind aus den Segeln wie bei einer drei- oder vierköpfigen Gruppe, wo dann auf einmal alle keine Zeit und keine Lust mehr haben.

Wer weiss, vielleicht, wenn ich wieder aus Brasilien da bin...*grübel*

Benjamin, insbesondere für die Überarbeitung des Kyndoch-Kontors!


Coppi

27.04.2006, 22:59 Uhr ~ #2

Die Schwierigkeit an DSA ist in meinen Augen leider geworden, dass viele Einzelheiten “offiziell festgelegt” sind – einerseits eine Hilfe dabei, kreativ zu werden, denn in gewisser Weise macht es das leichter, andererseits erschwert es, wirklich etwas Neues zu erfinden.

Mir gefällt dein Vorschlag über die Ausarbeitung historischer Hintergründe gut. Mir persönlich würden eine Kampagne oder einige Abenteuer im alten Bosparan sehr freuen – immerhin wäre das Mittelreich dann “das Barbarenland” voller Feinde. ;) Dass sich antike Geschichten für RPG-Abende eignen, weiß ich: Ich habe für meine frühere Gruppe ein Abenteuer geschrieben, in dem die Helden einem fähigen Rechtsgelehrten und Redner helfen sollten, einen tempelraubenden Adligen zu überführen. Der Hintergrund war natürlich der Verres-Prozess, aber das Abenteuer hat allen Spaß gemacht. Aber in Bosparan würde sich alles mit politischem Hintergrund usw. noch wesentlich besser machen ...

Es gäbe dann vermutlich auch andere Heldentypen – wirklich eine spannende Idee!

Mir würde außerdem eine HP gefallen, die sich mit Magierphilosophie befasst (bzw. eine echte Spielhilfe zur Magierphilosophie, eine weit unterschätzte Wissenschaft. ;)).

Außerdem könnte mal jemand ein Musical schreiben oder eine Oper, die in Aventurien spielt – oder eine echte aventurische Oper!

Na ja, ich weiß im Moment noch nicht, ob ich irgendwann mal etwas davon mache, aber interessant wäre es schon ...

LG

Kathrin


Narjuko

28.04.2006, 00:03 Uhr ~ #3

Hmm, das sind eine gelungene, wenn auch in Teilen schon zu selektive Auflistung der DSA-Seiten nach Themenfeldern. Auf jeden Fall besser als so manche Linkliste. Die Wünsche sind durchaus nachzuvollziehen, wobei ich nicht glaube daß unterrepräsierte Bereiche gezielt herausgefordert werden können. Guten DSA-Seiten sieht man an, daß nicht nur einfach ‘nach Plan’ vorgegangen wird, sondern mehr mit Herz, wenn man so will. In denen nicht die kalte Logik den Plan vorgibt, sondern Eingebung. Dafür ist schon der Wolkenturm ein gutes Beispiel. In vielerlei Hinsicht ist er Flickwerk, ein buntes Gemisch aus verschiedenen Spielhilfen zu Regelwerk und Hintergrund sowie Workshops zu Themen, die mit DSA in Verbindung stehen. Ein Leitmotiv ist hier am ehesten noch in der Qualität auszumachen.

Schwer ist es, allgemeingültige Tipps für angehende Webmaster zu geben. Sicher, ein ‘laßt eure Kreativität entscheiden’ ist nie falsch, aber oft genug ist es tatsächlich so, daß neue Seiten nur Halbgares und Altbewährtes liefern und nach einem kurzen kreativen Sturm aus Mangel an Feedback versanden. Nischenbereiche und noch nicht vertretene Themen, wie einige hier aufgeführt wurden, sind da durchaus ein guter Anfang, um die DSA-Szene im Internet auch tatsächlich zu bereichern. Vielleicht das wichtigste ist, und damit verweise ich auf den ersten Absatz: seid euch klar darüber, daß das WWW ein hartes Pflaster ist und ihr keine Gegenleistungen oder auch nur genügend Feedback erwarten könnt. Manches vermeintlich hoffnungsvolle Projekt kann leicht ein Ende finden, ob nun gerechtfertigt oder nicht. Und leicht kommt man vielleicht auch mit der Realität aneinander, wenn das eigene Werk zerissen wird. Davon sollte sich aber niemand herunterziehen lassen. DSA ist ein Spiel, es soll Spaß machen. Und das gilt auch für DSA-Seiten.


Chadim

28.04.2006, 02:36 Uhr ~ #4

Zitat von Coppi

Außerdem könnte mal jemand ein Musical schreiben oder eine Oper, die in Aventurien spielt – oder eine echte aventurische Oper!

Sei lieber vorsichtig mit deinen Aussagen! Sonst fordern wir noch neben einer Lesung aus dem Hofmagier eine Aufführung vom Sumpfwassertrauma während der kommenden RatCon und '07 “Schlacht in den Wolken” – Das Musical.

@Tyll:

Eigentlich alles schöne Vorschläge, aber ich glaube vieles davon scheitert schon an dem Zeitmangel derjenigen, die sonst eigentlich interesse daran hätten eine solche Webseite zu bauen.

Meine Bewunderung übrigens für die sicherlich nicht wenige Arbeit die du und Katharina regelmäßig in diese Seite steckt!


Windfeder

28.04.2006, 08:43 Uhr ~ #5

@ Narjuko: Schön gesagt!

Zitat

eine gelungene, wenn auch in Teilen schon zu selektive Auflistung der DSA-Seiten nach Themenfeldern

Na klar, Ziel war es eher, repräsentative Beispiele für die benannten Kategorien zu liefern. Eine umfassende sortierte Auflistung wäre mal ein schönes Projekt, aber auch ein anderes Thema.

@ Chadim und Zeitmangel: ‘Zu wenig Zeit’ ist ja nicht immer etwas Absolutes, sondern oft eine Frage der Priorität und der Effizienz. Wenn man wirklich Lust auf ein Projekt hat, dann sollte man sich Verbündete suchen: “Ich kann schreiben, aber nicht designen, du kannst programmieren, willst aber nicht schreiben, etc.” Sowas kann schief gehen, aber auch gut klappen, man muss halt überhaupt erstmal loslegen. ;)

Lieber Gruß, Tyll


JackStone

28.04.2006, 10:40 Uhr ~ #6

DSA ist ja schon so komplex was die Hintergrundgeschichte angeht, dass man sich erstmal durch eine ganze Bibliothek durchlesen muss um eine brauchbare Webseite in Sachen Spielhilfe zu gestalten.

Ich schlage also vor, dass erstmal ein Studiengang für das schwarze Auge eingeführt wird. Aventuristik oder so. Natürlich mit NC.Die damit verbunden stark wachsende Anzahl der qualitativ hochwertigen Veröffentlichungen wird DSA zu neuen Höhen verhelfen und alle lausigen Internetseiten in den Schatten stellen.


Irian

28.04.2006, 11:08 Uhr ~ #7

Blogs? Nah, weder mein ingame nocht outgame Leben ist abwechslungsreich genug für regelmäßige Updates in einem Blog *g*

Ansonsten eine interessante Aufstellung, gerade die “Forderung” nach Rezensionsseiten scheint gerade allgemein “in” zu sein. Eines der Probleme scheint mir aber auch zu sein, dass der Anspruch an Webseiten – wie in allen anderen Bereichen – enorm gestiegen ist, was dazu führt, dass nur noch die wirklich engagierten sich an die eigentlich doch recht undankbare Aufgabe machen, eine Webseite zu erstellen. Die meisten User halten's jedenfalls mit der Nordmärker Redewendung: Nicht geschimpft ist Lob genug ...


Muhadib

28.04.2006, 11:24 Uhr ~ #8

Ich finde die Ideen schon mal gut.

Es gibt viele kreative Köpfe in der DSA-Gemeinschaft, aber deren Ideen gehen oft neben einigen nicht so interessanten Sachen unter, sei es irgendwo in Foren oder in irgendwelchen Downloadarchiven.

Eine entsprechende Spezial-Seite sollte denke ich auch jemanden haben der Foren und Co. nach Beiträgen zu diesem speziellen Thema durchsucht und womöglich mit dem Autor Kontkat aufnimmt. Es gibt da oft interessante neue Ansätze die es wert sind beachtet zu werden und an die richtigen Stelle ihren Platz finden sollten.

Es bräuchte dann aber auch eine zentrale Linkliste, in der man schön nach Themen (und Unterthemen) sortiert die richtige Seite auch finden kann. Ich denke aber schon, dass in so einer Liste durchaus auch eine gewisse Qualität drin sein sollte, sonst verliert die Liste schnell den Zuspruch.

Man sollte vielleicht irgendwo auch eine Anlaufstelle einrichten, wo sich Interessierte für neue Webseiten finden können. Sie eine Art Mitarbeitersuche.

Ich persönlich hätte ja durchaus Interesse an einer Seite fürs Gjalskerland, aber ich hab nicht viel Ahnung von Internetseiten.


Kronosjian

28.04.2006, 16:39 Uhr ~ #9

Zunächst mal will ich mich mal weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass mein megalomanisches Spielleiter-Kompendium sehr wohl noch weiterentwickelt wird. Ok, vielleicht nicht ganz so größenwahnsinnig und mit etwas veränderter Zielrichtung, aber da wird weiterhin etwas kommen.

Was die DSA-Blogs angeht, kann ich mir da schon ein gewisses Potential an Themen vorstellen, aber ein Blog lebt ja auch davon, dass es gelesen, kommentiert und referenziert wird. Es fehlt dabei die Eigendynamik einer Bloggerszene. Da ist man doch direkt im Forum eher bei der “Kundschaft”. Aber wer weiß, wenn ich die Technik irgendwann besiege und der Relaunch endlich klappt, dann blubber ich vielleicht auch mal via Blog über meine nicht ganz so ernst gmeinten Lieblingsthemen “Warum Elfen doof sind...”, “wie ich mit 110 GP den Megamörderhenker baue” oder “Warum der Einsatz von Musik am Spieltisch selten funktioniert”...

Dass eine aktuelle, inhaltlich erschlossene und nach Qualität ausgewählte Linkliste ein sehr wünschenswertes Projekt wäre, ist denke ich unbestritten. Auch der DSA-Ring ist (mal wieder) an diesem Thema dran. Aber so eine Liste würde regelmäßig (viel) Arbeit bedeuten und wäre natürlich auch subjektiv (was ist wichtiger relevanter inhalt, was ist qualitativ hochwertiger Inhalt?).

Was Muhadibs Anlaufstelle angeht, wäre theoretisch der DSA-Ring die erste Adresse für so etwas, da dort schließlich solche Kompetenz vorhanden ist. Ansonsten hilft ihm und ähnlichen Fällen nur Freunde, Bekannte oder wildfremde (DSA-)Webmaster anzuhauen und auf deren Unterstützung dabei hoffen.

Dass es insgesamt weniger neue gute DSA-Seiten gibt liegt neben den gestiegenen technisch/optischen Ansprüchen im Internet aber auch gerade an den vorhandenen großen Anlaufstellen. Z.B. wäre die Khezarra-Spielhilfe auf Alveran vor ein paar Jahren vielleicht noch als neue DSA-Seite ins Netz gegangen. Zhadrakas Heldenschmiede hier vielleicht ebenso. Die Spielhilfen im Av. Boten tun ihr übriges dazu kleinere Themen inhaltlich abzudecken, so dass deren Bearbeitung uninteressant erscheint.

Was inhaltlich fehlt, sind imho aventurische Einzelaspekte, sei es das Alltagsleben z.B. eine Seite mit dem Thema Burgenleben (wer lebt da, was gibt es da, Geschichten, Anekdoten, Abenteuervorschläge, Pläne usw.) oder mit dem Thema städtische Zünfte. Aber auch einzelne Professionen wären interessant z.B. eine Seite zu aventurischen Gauklern oder den Söldnertrupps, bei denen solche Gruppen vorgestellt werden, event. mit Professionsvarianten ergänzt, Spielvorschläge, Szenarien, Geschichten, Regelergänzungen und und und...

Das Problem bei solchen Sachen ist dann wahrscheinlich, dass es eher statische Seiten sind und keine sich immer weiter fortentwickelnde Projekte. Irgendwann ist der Gegenstand erschöpfend beschrieben, die Spielhilfe fertig und die Seite schläft ein.

Puh, soweit mal viele Grüße

Ulrich


Chadim

28.04.2006, 18:35 Uhr ~ #10

@JackStone:

Studiengang Aventuristik? Wo kann ich mich einschreiben?

Aber bitte kein NC, eher ein Aufnahmetest (ala ein Spielabend und die Profs müssen dein spielerisches / meisterndes Entwicklungspotential einschätzen).

Denn mal ehrlich, selbst für nen Peraine-Geweihten benötigt man keine Kenntnis über den Zitronensäurezyklus o.ä....

@Tyll:

Damit hast du zwar insoweit recht, aber es gibt, soweit bin ich mir sicher, im Leben der meisten Personen, die am Einrichten einer solchen Webseite interessiert wären (hatte selbst auch schon ein paar Ideen für Webseiten), einige Dinge, die fast zwangsweise eine höhere Priorität haben müssen (z.B. Studium, Arbeit, Familie etc.).

Aber wahrscheinlich hast du recht und mit ein paar Prioritätsänderungen würde man die nötige Zeit finden. Ich glaube nur bei mir bedürfte es einiger Änderungen in Sachen Prioritäten um eine Webseite genügend betreuen zu können. Und mehr Spielabende, um die Motivation hoch zu halten.

So weit, so gut,

Anil

*sich jetzt wieder mit Makroökonomie beschäfigend*


Alessa

29.04.2006, 09:25 Uhr ~ #11

Zitat von Coppi

Außerdem könnte mal jemand ein Musical schreiben oder eine Oper, die in Aventurien spielt – oder eine echte aventurische Oper!

Oh, bitte sag mir, daß das Nina noch nicht gelesen hat... Handlungsstränge aranischer & horasischer Opern hat sie jedenfalls Dutzende im Kopf...

Ansonsten sei angemerkt, daß auch das Thorwal-Briefspiel im WWW vertreten ist. ;)


Valerian

29.04.2006, 16:12 Uhr ~ #12

***Eine Aventurische Oper?! Yay! Das wollte ich immer schon mal machen! Hab leider keine Ahnung von der Tonsetzerei, wäre aber für das Bühnenbild zu haben :D Also, wenn jemand gerne Taktstöcke anspitzen will, nur zu! Wir müssen ja nicht gleich mit “Bosparan” anfangen... ;)

***

Stichwort Übersichtlichkeit: Ich persönlich finde auch, dass so langsam das Fahnenende der Beschreibbarkeit erreicht ist. Jeder, der offiziell kompatibel schreiben will, steht vor der verstreuten Menge der Information und jeder, der zum Heldengenerieren 3 Bände braucht, kann das vielleicht in Ansätzen ebenfalls “erleben”. Es gibt MMn zuviel KLeinkram in bestimmten Bereichen (sowohl was den Detailgrad von Regeln als auch Hintergrund angeht), wohingegen andere Bereiche quasi nur minimal beschrieben werden (z.B profane Wissenschaft). Da könnte man noch viel machen- ich gehe davon aus dass isch über kurz oder lang gute Zusammenfasser (Dsa-Wiki + Dsa-Ring) wichtig werden. :)

LG

Nina


Krassling

29.04.2006, 17:06 Uhr ~ #13

Ein sehr interessanter Beitrag Tyll. Wobei man natürlich über das was man braucht oder gerne sehe möchte ganz verschiedener Meinung sein kann.

Szene

Die Problematik der Download-Archive ist altbekannt. Dem könnte man Abhilfe schaffen, wenn es mehr Rezensionen auch zu inoffiziellen Produkten geben würde, wie Ragnar bei Borons-Reich erwähnte. Das ist halt Arbeit. Mehr dazu bei den Rezensionen.

Spielgruppenseiten finde ich persönlich unglaublich langweilig. Wenn ich eine Webseite besuche schaue ich mir nie die Sektion “meine Gruppe” an, weil mich das einfach Null interessiert. Ich wüsste auch keinen guten Grund, warum jemand so etwas lesen sollte.

DSA-Blogs würden mich höchstens dann interessieren, wenn sie wirklich gut geschrieben sind. Ich erinnere hier mal an die Kolumnen eines Andreas Blumenkamp.

Spielhilfen

Rezensionen sind eine heikle Sache. Wenn sie gut geschrieben sind, dann kann man bestenfalls auf keine Reaktion hoffen. Wird das Produkt zu sehr gelobt wird der Schreiber schnell als unkritisch und seine Rezension als nichtssagend verunglimpft. Eine schlechte Wertung ruft dagegen sofort die Lobbyisten hervor. Leute die das Ding geschrieben haben oder deren Freunde und Bekannte machen Stimmung gegen den Rezensenten und verwahren sich gegen jede Kritik, weil man nach einmaligem Lesen einfach nicht ermessen kann, wieviel Arbeit dahinter streckt. Das ist ein Punkt, bei dem man schnell in Versuchung gerät, wenn man der Autor ist. Mir geht es zum Beispiel auch so, dass ich mich natürlich über Lobhudelei freue, sie mich aber nicht weiterbringt. Harsche Kritik muss man dagegen erst mal verkraften können. Schließlich hat man sich ja was dabei gedacht. Insgesamt also viel Arbeit (gute Rezensionen sind wirklich Arbeit) und bestenfalls keine Rückmeldung. Ich denke, ich werde trotzdem weiter schreiben.

Das Spielleiterkompdendium wurde bislang vor allem deswegen noch nicht weiter vorangetrieben, weil nach bisherigen Erkenntnissen keine Nachfrage zu bestehen scheint. Ich will das nicht weiter ausführen, aber das ist ein gewichtiger Grund.

Historische Szenarien würden mich besonders freuen.

Regionale Webseiten mit allem drum und dran finde ich auch sehr interessant. Sie sollten sich allerdingt immer als Ergänzungen zu den offiziellen Publikationen verstehen. Man könnte zum Beispiel Abenteuer-Ideen ausführen oder bestimmte Orte ausarbeiten.

Regel-Webseiten

Ich bin da vielleicht eine Ausnahme, aber ich habe offen gestanden wenig Bedarf nach noch mehr Regeln. Ich bin einfach der Meinung, dass es Aufgabe von FanPro ist eine ordentliche Version der Regeln bereit zu stellen. Die Nachfrage nach den Manöverkarten zeigt, dass FanPro im Bereich der Kampfregeln auf der ganzen Linie versagt hat. Egal was die Regelfreaks jetzt sagen werden.

Projekte sind ne feine Sache. Aber leider schlafen sie viel zu oft ein. Wer das ein oder zwei Mal erlebt hat, der wird sich das dritte Mal gut überlegen.

Ich hoffe das war jetzt einigermaßen konstruktiv und niemand nimmt es mir übel, wenn wir die hiesigen Beiträge auch als Anregungen für weitere Aktivitäten auf Alveran verwenden.


Der Mönch

29.04.2006, 18:09 Uhr ~ #14

Zitat

Ich hoffe das war jetzt einigermaßen konstruktiv und niemand nimmt es mir übel, wenn wir die hiesigen Beiträge auch als Anregungen für weitere Aktivitäten auf Alveran verwenden.

Ola Krassi,

wäre natürlich fair, wenn ihr das mit den Ideengebern absprecht, nicht wahr?:)

Benjamin, hinweisend

Kommentar

Ich hoffe, Du bist der Gast :-). – Katharina


Windfeder

29.04.2006, 20:05 Uhr ~ #15

Nabend zusammen,

Danke für die vielen Beiträge, sehr schön! :) Ich gehe mal thematisch drauf ein:

@ Spielleiterkompendium: Ulrich, es würde mich sehr freuen, wenn du dein Projekt weiterverfolgst! Ich habe ja zu denen gehört, die das ursprüngliche Konzept ‘verrissen’ haben, aber das heißt nicht, dass ich den Bedarf nicht mehr sehe. Woher du, Krassling, deine “bisherigen Erkenntnisse” nimmst, dass kein Bedarf mehr nach so etwas besteht, möchte ich ja erstmal genauer wissen, bevor ich so eine lapidare Antwort akzeptiere. ;)

@ Einsamkeit, Motivation: Ja, das Seitenbasteln ist eine einsame Sache. Eine Internetseite sollte man aufziehen um das eigene Bedürfnis der öffentlichen Äußerung zu befriedigen, um die Themen, die einen selbst beschäftigen, mit anderen zu teilen – ohne eine Bringschuld dieser ‘anderen’ anzunehmen. Wer sich ständig ärgert, dass er zu wenig Gästebuch-Einträge bekommt, hat das Hobby verfehlt.

Dass die qualitativen Ansprüche mittlerweile sehr hoch sind, ist nur gut so, denn Mist gab es früher viel zu viel. Andererseits ist es bei dem Angebot an guter WYSIWYG-Software und Content Management Systemen heute einfacher als je zuvor, eine gut aussehende und leicht zu wartende Webseite ins Netz zu stellen. Da gleicht sich einiges aus – inhaltliche Arbeit stand noch nie vor weniger technischen Problemen.

@ Regel-Webseiten:

Zitat von Krassling

Ich bin da vielleicht eine Ausnahme, aber ich habe offen gestanden wenig Bedarf nach noch mehr Regeln. Ich bin einfach der Meinung, dass es Aufgabe von FanPro ist eine ordentliche Version der Regeln bereit zu stellen. Die Nachfrage nach den Manöverkarten zeigt, dass FanPro im Bereich der Kampfregeln auf der ganzen Linie versagt hat. Egal was die Regelfreaks jetzt sagen werden.

Naja, “Ich habe recht, egal was irgendwer sagt.” finde ich ehrlich gesagt etwas unter Niveau. Und die Haltung “Wenn die nicht einsehen, dass sie Mist gemacht haben, und ihren Mist nicht selbst korrigieren, dann bin ich ganz doll beleidigt.” hat auch noch nie irgendwas bewegt. Die von mir genannten Projekte (und zahlreiche weitere Beispiele) zeigen doch, dass Verbesserungsarbeit aus der Szene einen sehr direkten Weg in offizielle Produkte finden kann. Natürlich muss da ein konstruktives Niveau gewahrt sein, aber das ist machbar! Und wer soll es denn machen, wenn nicht die Spielerschaft, die das System ständig auf Herz und Nieren testet. Die chronisch überarbeitete Chefredax sicher nicht, no way.

Und von “noch mehr Regeln” habe ich überhaupt nichts geschrieben – es geht um eine Verbesserung (aus meiner Sicht auch eine Vereinfachung) der bestehenden Regeln.

Zitat

Ich hoffe das war jetzt einigermaßen konstruktiv und niemand nimmt es mir übel, wenn wir die hiesigen Beiträge auch als Anregungen für weitere Aktivitäten auf Alveran verwenden.

Quatsch, dafür wars doch gedacht – wenn ich all meine Ideen selbst umsetzen wollte, hätte ich sie nicht öffentlich gemacht. :) Macht was draus!

Lieber Gruß, Tyll


Katharina

29.04.2006, 20:50 Uhr ~ #16

Regeln

Zitat von Krassling

Ich bin da vielleicht eine Ausnahme, aber ich habe offen gestanden wenig Bedarf nach noch mehr Regeln.

Dem würde ich zustimmen, wenn “noch mehr Regeln” bedeutet, dass die Wucherung DSA4 noch weiter wächst. Höchst sinnvoll und hilfreich wären hingegen alternative Regeln, z.B. im Bereich Elementarismus und Dämonologie. Die jetzigen halte ich persönlich für absolut spieluntauglich – sie sind eher ‘Spielverhinderer’ als ‘Spielhilfen’.


Rezensionen

Ich denke auch, dass eine gute Rezension sowohl die Arbeit des Autors/der Autorin wertschätzen und auf positive Dinge hinweisen als auch auf Schwächen aufmerksam machen sollte. Kritik sollte dabei immer fundiert und begründet sein – was meiner Einschätzung nach z.B. nur selten der Fall ist, wenn man die Rezension bereits anderthalb Tage nach Erscheinen einer 150- oder 200-seitigen Regionalspielhilfe runterschreibt.

Denn eine Rezension, die sich so nennt, erhebt damit einen bestimmten objektiveren Anspruch in der Beurteilung als eine bloße Meinung und hat damit auch eine größere Verantwortung, dem Produkt gerecht zu werden als letztere. Das ist zweifellos nicht leicht.

Weil ‘Objektivität’ nunmal per se und der Anspruch auf sie umso mehr eine heikle Sache ist, finde ich es auch immer wichtig, dass Rezensionen dazusagen, aus welcher Perspektive sie auf das Produkt schauen. Für mich zeugt es beispielsweise von der Qualität einer Rezension, wenn nicht einfach gesagt wird: “Das ist schlecht”, sondern eher: “Das ist problematisch für Meister, die nur wenig Zeit in die Vorbereitung investieren wollen oder können / Gruppen, die sehr viel Wert auf Regelmechanismen und deren Anwendung im Spiel legen etc.” oder “Mir erscheint der Plot sehr komplex und ich habe erst beim zweiten Mal Lesen genau verstanden, wer eigentlich genau mit wem wie verbandelt ist. Wer sich davon nicht abschrecken lässt und Abenteuer mit politischen Verwicklungen mag, dürfte hier aber sicher seine Freude haben.”


Kleinkram

Zitat von Valerian

Es gibt MMn zuviel KLeinkram in bestimmten Bereichen (sowohl was den Detailgrad von Regeln als auch Hintergrund angeht), wohingegen andere Bereiche quasi nur minimal beschrieben werden (z.B profane Wissenschaft).

Ich denke, der ‘Kleinkram’ ist vielleicht gar nicht mal so sehr das Problem wie die Brauchbarkeit desselben. Ich fand z.B. auf den ersten Blick den Artikel zu Kleiderordnungen im letzten Boten sehr schön – bis ich dann beim Lesen immer öfter dachte: Wer zum Henker will all diese Regularien und Einschränkungen in seinem Rollenspiel haben? Ich jedenfalls nicht.

Ich will auch beispielsweise eigentlich gar nicht wissen, welche Waffen einem am Angbarer Tor von Gareth abgenommen werden, wie lange sie aufbewahrt werden, wieviel man dafür blechen muss, wie die Kärtchen aussehen, die man als Abholmarken bekommt und was passiert, wenn man die Verlängerung zu spät bezahlt. So ein Prozedere wird spätestens beim zweiten Mal zum absoluten Spaßkiller, wenn man nicht gerade Simulationsmus par excellence spielt.

Ich glaube, die Leute, die die Spielwelt in solch einem Detail ausarbeiten, machen sich oft nicht klar, welche Probleme einem diese Festlegungen sowohl beim Abenteuerschreiben als auch beim Meistern machen können. Das geht schon los (fiktives Beispiel), wenn ich ein Abenteuer schreiben will, das in Oberwurzenbach spielt, einem völlig unwichtigen Nest irgendwie im nördlichen Kosch, das keinen Menschen interessiert – nur dass in der entsprechenden Regionalspielhilfe irgendwann mal festgelegt wurde, dass es dort genau einen Peraine-Tempel gibt und eine Schenke ‘Zum müden Eber’. Der Name der Schenke passt nun wunderbar zu meinem Plot, aber leider muss darin auch ein Firun-Tempel vorkommen. Was mach ich nu, da es dort offiziell nunmal keinen solchen Tempel gibt? OK, das ist vielleicht kein besonders gutes Beispiel, aber es soll ja auch nur zeigen, dass die Überdichte an Beschreibungen einen oftmals ebenso sehr behindert wie sie hilfreich ist.

Gerade deshalb sind aber inoffizielle Webseiten, die sich mit Kleinkram und Details beschäftigen so schön: Man kann sie wunderbar als Ideenfundus für eine lebendige Welt verwenden ohne aber gleich das Gefühl zu haben, gegen das offizielle Aventurien zu ‘verstoßen’, wenn man nicht alles akribisch beachtet. Ich weiß, dazu zwingt einen niemand (außer wenn man selber offizielle Texte schreibt), aber wenn in einer offiziellen Spielhilfe steht: “So ist das und nicht anders”, dann empfindet man das sehr viel weniger als bloßes Angebot als wenn es sich um Inhalte einer inoffizielle Spielhilfe handelt.

Mir gefällt z.B. auch die Idee sehr gut, sich mal genauer mit den profanen Wissenschaften Aventuriens zu beschäftigen. Gerade da es mit DSA4 so viele schöne ‘normale’, aber eben untypische Heldentypen gibt, wäre es hilfreich, Material für deren Hintergrund zu haben: Was macht man eigentlich so als aventurische Philosophin? Wie genau sehen eigentlich die Gesellschafterfertigkeiten einer guten Kurtisane aus? Wie funktioniert aventurische Kartographie – was ist möglich und was nicht? Welches Wissen haben eigentlich durchschnittliche aventurische Gelehrte über die Historie ihres Spezialgebietes? All das sind ja auch Fragen, deren Beantwortung einem sehr dabei weiterhelfen kann, die speziellen Qualitäten der entsprechenden Charaktere auch im Rollenspiel mehr zur Geltung zu bringen.

Auch ein Themenbereich, den ich sehr ausgestaltungswürdig finde, ist das Burgleben: Heldengruppen halten sich ja öfters mal auf Burgen auf, außerdem vermitteln Burgen ‘in echt’ und im Pen&Paper-Rollenspiel meistens besonders gut das gewisse Fantasy-Flair. Umso detailliertere Ausgestaltungshinweise man hier hat, umso besser kann man dieses Flair fürs eigene Rollenspiel nutzen.

Und natürlich die Magierphilosophie ... Coppi, wenn Du da irgendwann mal nochmal ran willst, sag mir doch Bescheid ;-).

Lieber Gruß, Katharina


rillenmanni

29.04.2006, 22:45 Uhr ~ #17

Zitat von Doc Tyllinger

Ja, das Seitenbasteln ist eine einsame Sache. Eine Internetseite sollte man aufziehen, um das eigene Bedürfnis der öffentlichen Äußerung zu befriedigen, um die Themen, die einen selbst beschäftigen, mit anderen zu teilen – ohne eine Bringschuld dieser ‘anderen’ anzunehmen. Wer sich ständig ärgert, dass er zu wenig Gästebuch-Einträge bekommt, hat das Hobby verfehlt.

Dem stimme ich voll zu. Und ich setze noch einen drauf (daher habe ich auch eine Stelle hervorgehoben): Das Schöne am Seitenbasteln ist doch das Seitenbasteln an sich, will ich meinen!


Windfeder

29.04.2006, 22:59 Uhr ~ #18

Ganz recht, Doc Rillinger, wir verstehen uns ...

Nochmal nachgehakt @ Krassling: Wo sind denn Rezensionen von dir zu lesen?


Krassling

29.04.2006, 23:18 Uhr ~ #19

Guten Abend noch einmal. Da mein Post ein paar Dinge offenbar nicht so ganz klar zum Ausdruck gebracht hat, erlaube ich mir noch einmal auf Tylls Fragen zu antworten.

Spielleiterkompendium

Zitat

Woher du, Krassling, deine “bisherigen Erkenntnisse” nimmst, dass kein Bedarf mehr nach so etwas besteht, möchte ich ja erstmal genauer wissen, bevor ich so eine lapidare Antwort akzeptiere. ;)

Das finde ich etwas schade. Ich hatte gehofft, dass du meine Position akzeptieren würdest, ohne dass ich mir die Arbeit machen muss dass wieder endlos breit zu treten. Auch wenn ich das natürlich verstehen kann, würde ich doch manchmal gerne darauf verzichten.

  • Das bisherige SL-Kompendium wurde ja bereits fachmännisch verrissen, wie du weißt. Ich will das alte Konzept auch gar nicht verteidigen, aber es macht ein Problem deutlich. Man kann sehr viel Arbeit in dieses Projekt stecken und ist ohne qualifiziertes Feedback doch vollkommen aufgeschmissen.

  • Die häufigsten Fragen bzgl. Meistertipps, die bei uns auftauchen, betreffen absolute Anfängertipps. Das ist definitif eine Zielgruppe, aber für einen ambitionierten Schreiber wie Ulrich oder mich, einfach nicht ausreichend. Mit anderen Worten: Wenn ich schon Meistertipps formuliere, dann soll es mir auch Freude bereiten. Wenn ich mich dabei auf “Kinderkrankheiten” und Anfängerprobleme beschränken muss, ist das nicht mehr gegeben.

  • Es gab vor einiger Zeit eine Diskussion im FanPro Forum, gestartet von Radul Aljett (bekannt denke ich). Dieser frage sinngemäß: Warum gibt es noch kein brauchbares Meisterkompendium für DSA? Die Antworten waren unterschiedlich, lassen sich jedoch mit “Weil wir das nicht brauchen du xxy” recht gut zusammenfassen. Ein recht unerfreulicher Thread. Ich habe ihn jetzt gerade nicht parat, aber ich denke nicht, dass du deine Zeit damit verschwenden möchtest, deswegen suche ich vorerst mal nicht danach.

  • Trotz dieser Schwierigkeiten haben Ulrich und ich uns an eine Überarbeitung gemacht und das neue Konzept in der Abenteuer-Werkstatt auf Alveran vorgestellt. Das Interesse war, vorsichtig ausgedrückt, verhalten.

Aus diesen Dingen folgere ich, dass zumindest kein vordringliches Interesse der Fangemeinschaft an einem solchen Kompendium besteht. Ich räume daher anderen Projekten Vorrang ein und befasse mich nur noch mit dem Thema wenn mich gerade die Lust packt. Du wirst sicher verstehen, dass die Motivation bei einem solchen Projekt eine entscheidende Rolle spielt. Ohne klare Signale, dass tatsächlich ein breites Interesse an einem solchen Kompendium besteht ist diese jedoch nur sehr schwer aufrecht zu erhalten. Neben ein paar ganz handfesten Problemen halte ich das oben geschilderte jedoch für entscheidend. Man macht sich eben nicht so viel Arbeit, wenn hin und wieder mal jemand äußert, dass es gut wäre so etwas zu haben. Das betrachte ich als keine (ausreichende) Nachfrage.

Regeln

Naja, ich habe nicht wirklich gesagt, ich hätte recht, egal was irgendwer sagt. Es lässt sich aber an zahlreichen Beispielen illustrieren, dass zum Beispiel die Beschreibung der Kampfregeln unzureichend ist. Zwingende Indizien dafür liegen genügend vor. Mit meiner abschließenden Bemerkung wollte ich darauf verweisen, dass ich von dieser Position tatsächlich nicht abrücken werde und sie auch weiterhin für richtig halte. Auch wenn jetzt gleich jemand auftaucht, der die Regeln in den höchsten Tönen lobt. Wer seine Überzeugungen in jedem Fall der Beliebigkeit aussetzt und jede Meinung nur unter Vorbehalt abgibt, dürfte zumindest in meinen Augen Schwierigkeiten mit seiner Glaubwürdigkeit bekommen.

Zitat

Und die Haltung “Wenn die nicht einsehen, dass sie Mist gemacht haben, und ihren Mist nicht selbst korrigieren, dann bin ich ganz doll beleidigt.” hat auch noch nie irgendwas bewegt.

Ich bin nicht im mindesten beleidigt. Ich sehe es aber tatsächlich nicht als meine Aufgabe an, die Regeln zu verändern. FanPro hat mit anderen Produkten bewiesen, dass sie gute Regeln machen können und es existieren etliche Systeme auf dem Markt, mit wirklich guten Regeln.

Eine Verbesserung scheitert für mich persönlich an mehrern Problemen. Zum einen sind die DSA4 Regeln für meinen Stil so wenig brauchbar, dass ich sie nicht auf Herz und Nieren prüfen kann. Ich verwende sie praktisch nicht. Einen Patienten mit Bauchschuss prüft man nicht auf Herz und Nieren, wenn du mir diesen etwas geschmacklosen Vergleich nachsehen willst.

Entscheidender dürften aber vermutlich die verschiedenen Ansichten der Fans sein. Es gibt einfach zu viele verschiedene Ansichten um sie auf einen Konsens zu führen. (Das ist natürlich Spekulation, die ich nicht beweisen kann). Wo der eine sagt mehr, da sagt der andere weniger. Ich glaube nicht, dass meine Anforderungen an ein Regelsystem mit dem kompatibel sind, was wir in den nächsten Jahren vorfinden werden.

Dämonologie und Elementarismus sind gut Beispiele für Regeln die nicht funktionieren. Wie man das lösen kann? Ich würde zum Beispiel die Elementarismus Regeln zusammenstreichen, und umfassende Entscheidungen in die Hände des Meisters legen. Etwas was du meiner Erinnerung auch schon mal angesprochen hast. Von der Dämonologie will ich gar nicht erst anfangen.

Ich verweise zu diuesem Punkt noch mal darauf, dass ich hier nur Stellung beziehe, welche Seiten ich vermisse und welche nicht. Seiten/Projekte die mich interessieren, sind auch potentiell welche, die ich konkret unterstütze. Eine Überarbeitung der Regeln, die etwas anderes als eine drastische Vereinfachung darstellt gehört jedenfalls nicht dazu.

Katharina hat darauf hingewiesen, dass auf die Beschreibungen aventurischer Wissenschaften und Professionen hingewiesen. Ich verknüpfe das mal mit dem Regelproblem. Ich brauche nicht dutzende von neuen Professionen. Viel hilfreicher wäre es mehr Hintergründe zu erfahren. Wie wird man eigentlich ein Forscher? Womit verdient so jemand normalerweise seinen Lebensunterhalt? Das sind doch alles Fragen, die sehr wichtig sind, aber nirgendwo beantwortet werden. Statt dessen entwirft jeder nur neue Varianten und Archetypen und beschränkt sich dabei auf die Regeln, ohne sich Gedanken zu machen, wie sich das in den aventurischen Hintergrund fügt.

Rezensuionen

Ich kann dazu jetzt leider nicht weiter ausholen. Aber die von Katharina geschilderter Erwartungshaltung finde ich äußerst problematisch. Sicher kann man sich das wünschen. Aber solche hochgeschraubten Erwartungen an die Objektivität und Ausgewogenheit einer Rezension schrecken meiner Meinung nach auch viele Leute ab. Wenn es jedesmal gleich heißt, dir sind folgende (technische) Fehler beim Schreiben unterlaufen und deswegen weise ich die Kritik zurück, dann trauen sich viele gar nicht erst was zu schreiben. Ich wünsche mir zwar auch hochwertige Rezensionen, aber gewisse Zugeständnisse müsste man meiner Meinung nach machen.

Ich muss jetzt leider Schluss machen. Ich hoffe ich konnte meine Position in angemessener Art und Weise verdeutlichen. Falls die Länge des Beitrags Probleme machen solltet müsst ihr halt einfach wieder einen Teil löschen. Ich sah mich leider zu dieser ausführlichen Antwort gezwungen, um wenigstens halbwegs adäquat auf die Fragen zu antworten.


Krassling

29.04.2006, 23:20 Uhr ~ #20

@Windfeder Nur kurz

Rezensionen selbstverständlich auf Alveran. Ein knappes Dutzend weiterer Rezensionen ist bereits fertig und wartet auf Veröffentlichung.


Kronosjian

29.04.2006, 23:27 Uhr ~ #21

Hallo zusammen,

nur kurz ein paar Ergänzungen zu Krasslings Ausführungen:

Seine Erkenntnisse bezüglich des SL-Kompendiums beruhen auf entsprechenden Reaktionen zuletzt inder AB-Werkstatt in Alveran bzw. entsprechenden Diskussionen zwischen ihm und mir. Richtig objektiv und Anspruch erhebend auf die letzendliche Gültigkeit kann so eine Marktbeobachtung natürlich nicht sein ;-)

Seine Rezensionen sind auf Alveran zu finden (z.B. einige der Klassiker-Rezensionen).

Was die Rezensionen von inoffiziellen SH angeht: Hat nicht der Orkenspalter dazu eine “Qualitätsoffensive” unternommen, um seinen Downloadberge dahin gehend durchzuforsten? (Ich muss allerdings gestehen, dass ich dort zuletzt nur selten war und nicht auf dem Laufenden bin, was die Entwicklung dort angeht...)

Was das einsame Seitenbasteln angeht: Volle Zustimmung, Seitenbasteln könnte fast schon ein eigenes Hobby sein, wenn man nicht noch den lästigen Inhalt hinterher schieben müsste;-) Daher schraube ich jetzt auch an einem CMS herum, damit ich mal wieder was neues ausprobieren kann ...

nächtliche Grüße

Ulrich


Windfeder

30.04.2006, 00:49 Uhr ~ #22

Hallo ihr Nachteulen,

@ Krassling

Danke für die ausführlichen Ausführungen. :) Lange Antworten machen hier keine Probleme (ich sollte vielleicht mal das Eingabefeld etwas vergrößern). Niemand zwingt dich freilich dazu, auszuholen, wo du es dir die Mühe nicht wert ist – aber markante Worte einfach nur fallenzulassen und die Argumentation oder die Gründe für die formulierte Meinung auszulassen, provoziert eben oft entsprechende Nachfragen. Relativierungen wie “unbrauchbar für meinen Stil” halte ich nicht für selbstverständlich sondern für entscheidend für das Verständnis deiner Aussagen – insofern war dein Nachtrag durchaus kommunikationsfördernd. ;)

@ Kompendium:
Zitat

Ohne klare Signale, dass tatsächlich ein breites Interesse an einem solchen Kompendium besteht ist diese [Motivation] jedoch nur sehr schwer aufrecht zu erhalten.

Mit Verlaub und allem Respekt und trotz eurer Erfahrungen in diversen Foren halte ich das für eine unangemessene Herangehensweise, deren Ziel, Motivation zu schaffen, zum Scheitern verurteilt sein muss. Ich wage die Prognose, dass euer Werk äußerst dankend entgegengenommen werden würde, wenn es denn erstmal existierte. Du sagst doch selbst, dass die Mehrzahl der angekündigten Projekte sich im Sand verlaufen – mit dieser Erwartungshaltung würde ich ehrlich gesagt auch auf die Ankündigung “Wir wollen ein SL-Kompendium schreiben. Findet ihr das gut und wer hat noch Ideen?” reagieren, nämlich: “Macht doch erstmal was, beweist mir, dass ihr auch allein was drauf habt.” Ich würde euch nicht motivieren und schon gar nicht meine Mitarbeit ankündigen. Zuspruch bekommt man dann, wenn andere sehen, dass man sich die Arbeit gemacht hat, auf die andere keinen Bock hätten.

Und dass die Nachfrage das Angebot bestimmt ist in der DSA-Szene genauso unwahr, wie in der Ökonomie. Nachfrage schafft man durch Angebote. Dass die Spielerschaft auf Nachfrage keinen konkreten Bedarf für ein SL-Kompendium hat, wundert mich überhaupt nicht – denn in bisherigen DSA-Publikationen gibt es keinerlei Kategorien, die es Leuten, welche sich nicht ohnehin mit der Materie befassen, vor Augen halten würden, um was es bei bewusst eingesetzten Spielleitertechniken, Gruppenverträgen etc. überhaupt geht. Es gibt kein ausgeprägtes Bewusstsein für die Thematik und also auch nicht für den Nutzen von Anleitungen zum besseren Rollenspiel. Wenn es diese Anleitungen aber gäbe, dann sähen viele Leute sicher auch deren Nutzen.

Das Rollenspiel-Compendium von Dreibuchstaben war zu seiner Zeit übrigens sehr erfolgreich und beliebt – da hat sicher auch niemand Vorschusslorbeeren verteilt oder einen Bedarf angekündigt.

Nicht, dass ich falsch verstanden werde: Ich will dir nicht ein- oder ausreden woher du deine Motivation beziehst – aber ich vermute, dass du mit dieser Erwartung eines erwiesenen und formulierten Bedarfs in der Szene nur selten einmal die gewünschte Motivation von außen bekommen wirst. Meine eigene empirische Erfahrung ist es andersherum, dass gute DSA-Projekte im Netz eben nur mit viel intrinsischer Motivation ‘funktionieren’ (also über das “Och könnten wir nichtmal dies und jenes machen.”-Stadium hinauskommen).

Hm, das Thema wäre vielleicht nochmal einen eigenen Blog-Eintrag wert ... ;)

@ Rezensionen:

Ach so, ich sehe gerade, dass die Rezis bei Alveran chronologisch nach Erscheinungsdatum der Publikation geordnet sind, nicht nach Veröffentlichung auf der Webseite, deswegen habe ich da bei oberflächlicher Suche überhaupt nix von dir gefunden. Hm, die Klassiker interessieren mich inhaltlich nicht mehr, deswegen habe ich deine Rezis wahrscheinlich nie gelesen.

Katharinas Ansprüche würde ich aber sowohl teilen als auch verteidigen – natürlich muss man in der ‘Szene’ Abstriche machen. Aber Rezensionen haben nun mal den Sinn, einem Produkt gerecht zu werden – und wenn das (weniger aus technischen Gründen sondern aus Gründen mangelnder Sorgfalt bei der Lektüre (oder inhaltlicher Kompetenz)) nur ungenügend gewährleistet wird, dann wird eben die Rezension als solche wertlos, da sehe ich persönlich wenig Grauschattierungen. ;)

Nächtliche Grüße, Tyll


Krassling

30.04.2006, 11:33 Uhr ~ #23

Da morgen Feiertag ist, nehme ich mir doch noch mal kurz die Zeit für einen Beitrag.

Kompendium

Um Missverständnisse zu vermeiden. Die Arbeit am Kompendium wird fortgesetzt, auch wenn die Rückmeldungen mau sind. Und es ist nicht so, dass wir nichts gemacht hätten und darauf warten, dass jemand “hier” schreit. Tatsächlich haben wir schon einige Arbeit da rein gesteckt und auch schon einen Stand präsentiert, der über ein reines Konzept weit hinaus geht. Es existieren bereits Inhalte, die ich nicht umsonst geschrieben haben will. Das mit der Motivation ist eine Sache der Priorität. Ich habe vor einiger Zeit beschlossen, dass ich aus zeitlichen Gründen vor allem die Projekte weiter verfolgen werde, für die ich ein Feedback erhalte. Wenn das Interesse so gering “erscheint”, dann bekommt das Projekt eine niedrigere Priorität. Das ist alles. Darüber hinaus brauchen wir unbedingt Feedback, auch bevor die ganze Arbeit fertig ist. Sonst kann es leicht passieren, wie beim ersten Mal. Unglaublich viel Arbeit, aber außer Spesen nix gewesen.

Das Rollenspiel Kompendium von Dreibuchsteben war erfolgreich? Mir graust. Das Werk beschränkt sich praktisch auf Rollenspiel im Kampf und propagiert unverohlen das Kampfregel-Projekt. Liest sich in meinen Augen mehr wie Werbe-Material. Ich hoffe du wolltest das nicht als gutes Beispiel anführen, hätte man mich um meine Meinung über dieses Ding gefragt, wäre allenfalls das Prädikat “Verriss” dafür in Frage gekommen.

Rezensionen

Irgendwie witzig, aber bezeichnend. Ich will mal jetzt ganz dreist behaupten, dass meine Rezensionen keinen Vergleich in Punkto Qualität mit irgendwelchen anderen Beiträgen zu scheuen brauchen, aber wenn sie schlichtweg nicht zur Kenntnis genommen werden, dann ist damit natürlich nichts gewonnen.

Ich habe mich bislang aus zwei Hauptgründen auf ältere Publikationen beschränkt. Zum einen ist es manchal nicht so einfach darüber Informationen zu bekommen. Rezensionen gibt es fast nur zu neueren Werken und lang erwartete Publikationen werden bereits am Tag ihres Erscheinens so ausführlich diskutiert, dass ich ich frage, ob eine Rezension überhaupt noch Sinn macht.

Zum anderen ist die von dir geforderte Sorgfalt und Gerechtigkeit gegenüber dem Produkt ein Grund. Wirklich gut beurteilen kann man ein Produkt nämlich erst dann, wenn man es gespielt hat. Da ich aber schon lange keine Kaufabenteuer mehr spiele, ist das in meinem Fall eben nur bei den Klassikern der Fall.

Abschließend noch einmal zu den Anforderungen. Ich kann deine Argumente verstehen und würde mir sehr wünschen, dass dem Genüge getan würde. Wie wir sehen haben aber viele Beiträge oft nicht diese Qualität. Dennoch will ich diese “Meinungsäußerungen” nicht einfach als wertlos abstempeln. Immerhin kann ich einer solchen Rezension oft noch einen Überblick über den Inhalt entnehmen, was schon einmal sehr entscheidend ist. Darüber hinaus braucht das Schreiben auch einfach Übung. Ich habe mittlerweile schätzungsweise 150 Rezensionen geschrieben und die ersten waren meiner Meinung nach auch ziemlich lausig. Wenn es damals gleich gehießen hätte “wertlos” “kann kein Mensch gebrauchen”, dann hätte ich vermutlich auch bald keine Lust gehabt.

Fakt ist ja wohl, dass es im Moment zu wenige qualifizierte Meinungsäußerungen gibt. Wie man dem Abhilfe schaffen kann ist nicht so leicht zu beantworten. Ich vermute jedoch, dass die Maximalforderung einer Entwicklung in dieser Richtung eher abträglich ist. Vielleicht habe ich dich auch nicht ganz verstanden, aber du könntest ja bei Gelegenheit noch mal spezifizieren, was du dir nicht nur wünschst, sondern auch was du erwartest.

Viele Grüße

Johannes


Windfeder

30.04.2006, 14:02 Uhr ~ #24

Moin!

Kompendium

Zitat

Das Rollenspiel Kompendium von Dreibuchsteben war erfolgreich? Mir graust.

Naa, du übertreibst. Das muss man auch historisch sehen: Damals gab es nichts vergleichbares, Stefan hat Anregungen und Tipps gegeben, die andere Leute sich eben nicht mal eben selbst denken konnten. Die Voreingenommenheit vom KRP halte ich nicht für verwerflich. Natürlich erfüllt das Compendium heutige Ansprüche bei weitem nicht mehr.

Zitat

Darüber hinaus brauchen wir unbedingt Feedback, auch bevor die ganze Arbeit fertig ist. Sonst kann es leicht passieren, wie beim ersten Mal. Unglaublich viel Arbeit, aber außer Spesen nix gewesen.

Nagut, die Sorge verstehe ich schon – andererseits fand ich die Einstellung des Projekts auch damals schon einen sehr krassen Schritt, zu dem ja niemand genötigt hat. Auch wenn das Projekt mit dem damaligen Konzept finalisiert und ‘veröffentlicht’ worden wäre, wäre es sicher immer noch gut angekommen.


Rezensionen

Zitat

Irgendwie witzig, aber bezeichnend. Ich will mal jetzt ganz dreist behaupten, dass meine Rezensionen keinen Vergleich in Punkto Qualität mit irgendwelchen anderen Beiträgen zu scheuen brauchen, aber wenn sie schlichtweg nicht zur Kenntnis genommen werden, dann ist damit natürlich nichts gewonnen.

Ich weiß jetzt nicht, was genau witzig oder bezeichnend ist, aber dass ich deine Rezis noch nicht gelesen habe, heißt ja nun herzlich wenig. ;)

Zitat

Rezensionen gibt es fast nur zu neueren Werken und lang erwartete Publikationen werden bereits am Tag ihres Erscheinens so ausführlich diskutiert, dass ich ich frage, ob eine Rezension überhaupt noch Sinn macht.

Dem würde ich deutlich widersprechen: Erstens beschränken sich die Produktdiskussionen tatsächlich immer auf die ersten paar Tage nach Erscheinen (ALuT ist ja auch schon wieder ein alter Hut) und beschäftigen sich damit zwangsläufig nur mit Ersteindrücken, zweitens bestehen diese ‘ausführlichen’ Diskussionen zum allergrößten Teil aus Kommentaren zu den Bildern, zu Regelkrams und bestenfalls mal zu einzelnen inhaltlichen Themen, genau in dieser Reihenfolge. Eine Rezension, die ihren Namen verdient geht weit über diese oberflächliche Betrachtung hinaus. Sie prüft, ob das Gesamtwerk inhaltlich stimmig ist, hebt besonders gelungene oder verpatzte Texte und Themen hervor, zeigt dass der/die Autor/in der Rezension sich wirklich mit dem Produkt befasst und versucht hat, die Erkenntnisse aus dieser Beschäftigung zu vermitteln. Ich schreibe in nächster Zeit mal ein Geflüster dazu, was ich mir da genauer vorstellen würde.

Und nein, ich halte Meinungsäußerungen auch nicht für wertlos – im Gegenteil, sie sind die erste und oft einzige Rückmeldung, die man als Autor/in bekommt. Aber ich bin eben oft enttäuscht darüber, dass das, was sich dann hochtrabend ‘Rezension’ nennt, im Vergleich auch nicht sorgfältiger und für eine etwaige Kaufentscheidung relevanter ist, als die Forenbeiträge, an die man solche Ansprüche gar nicht stellen würde.

Aber ich fürchte, das wird langsam zur Spezialdiskussion hier, lass uns das Thema erstmal zur Ruhe legen und im eigenen Kontext wieder aufnehmen, ja?

Lieber Gruß, Tyll


Elwin

30.04.2006, 15:06 Uhr ~ #25

Ich finde die Ideen von Tyll gut. Sie zeigen tatsächlich einige Schwachstellen in der Internet-Landschaft auf.

Es gibt zwar viele Regel-Diskussionen in den Internet-Foren, aber kaum etwas geht über DSA 4 hinaus oder steht in Kontroverse dazu. Mir fallen zwar die Schlagwörter Saphir und Simia ein, aber ich finde die Präsentation verbesserungswürdig. Ich weiß nicht so genau, was ich mir darunter vorstellen soll und würde deutliche Übersichts-Seiten und Einleitungen mir wünschen.

Ansonsten kann ich auch nur Tylls Ruf nach Spielhilfen unterstreichen. Wenn man schon etwas ins Netz stellt, dann soll es für andere interessant sein. Möglichkeiten gibt es einige, das Rollenspiel-Kompendium, das Spielleiter-Kompendium, Laudable Parlierkunst und was es nicht alles gibt. Aber die Urheber sind auch nur eine Handvoll.

Ein gutes Download-Archiv vermisse ich auch noch. Seit dem Ende von “dsa-archiv.de” habe ich nichts interessantes mehr gefunden, der Orkenspalter ist nicht so nach meinem Geschmack.

Wichtig ist mMn vor allem eine fundierte Community, die dahinter steht, die sich um die inoffiziellen Abenteuer kümmert, sie in gewisser Weise standardisiert (Klappentext, Stufenangabe etc.), einen Abstract für den Meister schreibt und nach Möglichkeit auch die Basis für eine Rezension und Bewertung bietet. Wenn man das mit den Meistertipps kombinieren könnte, für die das Kyndoch-Kontor bekannt war, wäre das eine super Anlaufstelle.

Hach, ich gerade ins Schwärmen, ich sollte mal lieber meine Seite aufpolieren...


Diotima

30.04.2006, 15:07 Uhr ~ #26

Hallo,

toll diesen Thread zu sehen. Ich plane eine Webseite mit dem titel www.phexens-schattenraum.de.

Die Seite soll natürlich Phex zum Oberthema haben:

Kirche des Phex

Die Geweihten / offene und verdecke Geweihte

Orden der Phex-Kirche

Astrologie und Sterndeutung

Riten und Reden (Gebete für offene Geweihte)

als spezielles Goodie einen exemplarischen Gebäudeplan des Fasarer Phex Tempels (bekanntlich einer der vielen Burj in Fasar)

Aber vielleicht habt Ihr ja noch Anregungen und Ideen, was ihr euch von dieser Seite wünschen würdet.

Beste Grüße

Diotima


Windfeder

30.04.2006, 15:28 Uhr ~ #27

@ Diotima:

Yay, finde ich super, mach das mal! :) Was ich mir noch von deiner geplanten Seite wünschen würde, wäre das Stichwort ‘Spielhilfe’: Wie bringt man verdeckte Phex-Geweihte als SCs in eine Gruppe ein, wie hält man seine Tarnidentität durch, was wären Gelegenheiten sie zu offenbaren oder stimmungsvoll in Szene zu setzen? Wie baut man als SL eine Sub-Kampagne für solche Charaktere, so dass es Sinn macht, dass sie dauerhaft Teil einer Heldengruppe sind?

Lieber Gruß, Tyll


Chadim

30.04.2006, 15:47 Uhr ~ #28

Phex-Kirchen-Webseite? Klingt interessant!

Vor allem praktisch fände ich eine Spielhilfe zum Thema: Wie halte ich die Tarnidentität nicht nur in der Spielwelt sondern auch in der echten Welt durch? D.h. wie sollte man Liturgien etc. wirken ohne das die anderen Spieler diese mitbekommen (speziell wenn diese nicht wissen das dein Held ein Geweihter des Phex ist)...


diotima

01.05.2006, 13:27 Uhr ~ #29

Danke für die Vorschläge.

Also ich denke eine Spielhilfe zur Tarnidentität ist eine coole Idee. Ob ich das hinkriege, mal sehen. *g*

Ist das erste Mal, dass ich in dieser Hinsicht etwas anfange.

Was auf jeden Fall kommen soll, ist eine Zusammenfassung der Horoskop und Sterndeutungsregeln.

Meine, mittlerweile offene, Phexgeweihte beschäftigt sich mittlerweile eher mit Mystik und dafür ist das ein tolles Element. Besonders weil man für jeden Mitspieler ein Horoskop erstellen kann, sowie jeweils Tageshoroskope für wichtige Ereignisse erstellen kann.


Dreibuchstaben

02.05.2006, 22:49 Uhr ~ #30

Zerwas zusammen,

Tyll spricht die Mankos der DSA-Landschaft wirklich an.

Projekte:

Da muß immer einer dahinterstehen und es antreiben. Aber auch dafür sorgen, daß die Leute nicht zu sehr abheben: Beim KRP hatte ich öfters das Gefühl, daß die Leute, die am meisten mitdiskutieren nie wirklich spielten Da wurden dann manchmal Ideen ausgebrütet und mit Feuereifer vertreten, die eine Beschleunigung oder Vereinfachung nie im Sinn hatten. Letztlich bin ich froh, daß wir das 3WS und das QVAT bekamen, viele Leute – auch ich – spielen danach und wünschen uns sogar eine Umsetzung nach DSA4. Leider fehlt mir die Zeit, die Lust und die Zuversicht, daß es als Selbstläufer wirklich was wird. Daher zieht sich die Erstellung einer neuen Plattform ins unendliche.

Ich bin froh gewesen um die damalige Crew, die mir bei Webseite, den Diskussionen und den Regelwerken so geholfen hat. In der Zeit danach gabs viele Anfragen zur Mitarbeit zu den unterschiedlichsten Projekten. Kaum ein Interesse überlebte ein oder zwei Mailwechsel. Ehrenamtliches ist den meisten wohl schlicht zu mühsam, zu verpflichtend. Es ist einfach auch eine neue Generation am Start, die eher konsumiert, denn generiert.

Rollenspiel-Compendium:

Der Hintergrund zur Erstellung war einfach der, daß es im Prinzip per Mail oder im Forum immer wieder die gleichen Fragen und die gleichen Antworten gab. Auch in meiner Gruppe schlief das Ausformulieren der Taten immer weiter ein. Schließlich erstellte ich die “13 Lobpreisungen des Spielleiters”, die mitnichten nur für den Kampf sind. Der Rest dann allerdings schon mehr – beruht allerdings auf dem Engagement beim KRP.

Ich glaube, es war 2002, als ich die nächste Version mit Götterdämmerung (Spielleitertipps) / Heldendämmerung (Spielertipps) schon halbfertig und dann den großen Daten- und damit Motivationsverlust hatte. Das tat so unendlich weh, feststellen zu müssen, daß das Backup fehlerhaft war und ich eben fast alles selbstverfasste zu DSA verloren hatte. Seit damals fehlt mir der Antrieb, sowas noch einmal zu machen.

Das größte Problem an Regelwerken und Spielhilfen ist meist, daß es zuviel Text und zu kompliziert wird. Gerade im Netz liest es dann meist keiner mehr. Das verlorene Material umfaßte etwa 100-Seiten (ca 50% des Endprodukts). Es war eh schon regelunabhängig, aber trotz der Beispiele und des hintergründigen Humors schon fast zu theoretisch. Der Verriß der anderen Spielhilfen z.B. von Selemer Tagebücher hats mir dann verdeutlicht. Das liest keiner mehr. Es muß gestückelt werden. Kleine, leichtverdauliche Happen für eine schnelllebigere und oberflächlichere Zeit.

Ein Wiki oder sowas wie http://www.Frag-Mutti.de wären in meinen Augen eine geniale Idee für die Beantwortung der meisten Problemfelder.

Offizielles DSA-Meisterkompendium:

Ich habe Thomas Römer bei der Erarbeitung der DSA4-Regeln mehrfach darauf hingewiesen, daß wir sowas brauchen. Gerade, wenn es so höllisch komplex wird. Aber keine Antwort ist auch eine Antwort.

Als Fazit kann ich nur sagen:

Es ist eine andere Zeit. Wie oben erwähnt, konsumieren heute die meisten nur noch. Auf Zusagen von Möchtegern-Mitarbeitern (die ich immer nur als Titelgreifer oder Hierschreier tituliere) sollte man sich nie verlassen. Man sollte sich sicher sein, daß man das Projekt auch selbst stemmen kann. Für Spielhilfen: Kurz und knackig, Beispiele und bißchen Humor.

Gerade z.B. für den Vorschlag mir Phex kann ich nur sagen: Er wird gebraucht! Eine Mitspielerin suchte händeringend nach Beispielen und Hilfen und fand letztendlich nichts. Genauso ist sah ich es mit meinem Druiden, und allen anderen Spielertypen.

So, jetzt muß ich aber schon wieder in die Heia, kurze Nacht, langer Tag.

xxx


Ariston

03.05.2006, 18:56 Uhr ~ #31

Hallöchen zusammen,

schöner Beitrag mit interessanten Anregungen.

In meinen Augen gibt es besonders im Spielhilfen-Bereich bzw. im Regel-Bereich jede Menge zu tun:

  • Zu DSA3-Zeiten waren überall Listen, Zusammenfassungen, Regelergänzungen und -erläuterungen zu finden. Auf DSA4-Basis gibt es – glaube ich – noch recht wenig.

  • Mich würde vor allem eine durchdachte abgespeckte DSA4-Version reizen, die einerseits die Vielfalt des DSA4-Systems nutzt aber andererseits die Regeldetails nach unten schraubt. Beispiel: Der Vorteil “Nachtsicht” bedeutet, daß jemand im Dunkeln sehen kann. Punkt.

  • Man müßte sich mal die Mühe machen, die ganzen Regeldiskussionen in den verschiedenen Foren zusammenzufassen. Früher gab es für die Magie so feine Sachen wie den Salamander bzw. später das Compendium Salamandris.

  • Sehr schön fände ich eine Seite, auf der die Aventurischen Boten zusammengefaßt würden. Am besten mit Suchfunktion nach Stadt/Region/Person/Szenario/Kampagne etc.

Die zahlreichen Regionalseiten im Internet stellen vielfach den Stand vor Erscheinen der neuen Regionalspielhilfen dar. Da die offiziellen Bände recht gut strukturiert und umfangreich sind, neige ich als Spielleiter immer seltener dazu, im Internet zu suchen. Internet-Seiten auf diesem Gebiet müßte man mE mal gründlich überarbeiten. Von einer Regionalseite würde ich erwarten, daß die präsentierten Inhalte deutlich über das hinausgehen, was in der offiziellen Spielhilfe enthalten ist. Beispiele: Szenarien, Personen, besondere Orte, ggf. Regelvarianten/-ergänzungen etc. Mir ist bewußt, daß dies ein echter Kraftakt sein wird.

Zitat von Dreibuchstaben

Projekte:

Da muß immer einer dahinterstehen und es antreiben. Aber auch dafür sorgen, daß die Leute nicht zu sehr abheben [...]

Wichtig finde ich auch, daß man Unterstützung von anderen bekommt. Eine Internet-Seite inhaltlich und technisch alleine zu stemmen, ist angesichts von geringer werdender Freizeit echt schwierig bis nahezu unmöglich. Hierzu würde ich vorschlagen, daß an zentralen Stellen (z.B. Wolkenturm, Alveran etc.) der Bedarf für Zusammenarbeit gesammelt wird. Wer bei einem Projekt mitmachen möchte und auch konkrete Ideen hat, der kann wirklich viel beitragen, um die DSA-Internet-Welt schöner und besser zu gestalten.

So viel zu mir.

Schöne Grüße,

Sascha


Windfeder

03.05.2006, 23:39 Uhr ~ #32

Nabend zusammen,

Gute Vorschläge, Ariston, insbesondere zu den Ansprüchen an Regionalwebseiten stimme ich zu. Die Boten-Datenbank hielte ich ebenfalls für extrem nützlich!

Zitat

Wichtig finde ich auch, daß man Unterstützung von anderen bekommt. Eine Internet-Seite inhaltlich und technisch alleine zu stemmen, ist angesichts von geringer werdender Freizeit echt schwierig bis nahezu unmöglich.

Das sehe ich nicht ganz so: Es gibt immer noch genug DSA-Spieler/innen, die zur Schule gehen oder studieren, die haben eigentlich genug Zeit (jedenfalls keine “geringer werdende Freizeit”). Nicht so pessimistisch sein! ;) Aber natürlich ist Zusammenarbeit immer eine gute Sache. :)

Zitat

Hierzu würde ich vorschlagen, daß an zentralen Stellen (z.B. Wolkenturm, Alveran etc.) der Bedarf für Zusammenarbeit gesammelt wird.

Eine DSA-Seiten-KOOP? Nette Idee – aber nach deinem Vorschlag bleibt die ‘Vermittlung’ an denen hängen, die eh schon viel machen, das war eigentlich nicht Sinn meiner Sammlung ... ;D Aber man könnte es als Anregung formulieren:

Wer ein Webseitenprojekt aufziehen möchte, aber Mitarbeiter für konkrete Aufgaben sucht (Design, Technik, Inhalt, moralischer Beistand, Fleißpeitsche schwingen ...), der/die kann sich sehr gern im Teestübchen melden. Ich bin auch sehr gern bereit, handfeste Unterstützung beim ‘Anfangen’ zu geben, zum Beispiel technische oder organisatorische Tipps. Erfahrung mit Teamarbeit, Inhalten und Code habe ich mittlerweile reichlich. ;)

Lieber Gruß, Tyll


Robak

04.05.2006, 14:55 Uhr ~ #33

Da sich die Gelegenheit anbietet möchte ich an dieser Stelle einmal auf mein DSA Projekt die Simia Generierungsregeln hinweisen.

Ziel dieses Projektes ist die Erstellung von gerechteren Generierungsregeln für DSA.

Das Projekt steckt nicht mehr in den Kinderschuhen und Mitarbeiter währen mir sehr willkommen.

Gruß Robak


Krassling

04.05.2006, 21:41 Uhr ~ #34

Regionalseiten müssten meiner Meinung nach auf den Regionalbeschreibungen aufbauen. Also keinerlei Wiederholungen, sondern nur Ergänzungen. Durchaus mit Referenzen auf die Produkte. Mindestens genauso interessant sind aber Informationen zu Heldentypen oder zum Beispiel Orden. Golgariten.de ist da schon ein schönes Beispiel. Es muss nicht das letzte sein.

Was die angesprochenen Projekte angeht, so arten solche Dinge schnell in Arbeit aus. Zum Beispiel die AB zusammenfassen. Äußerst nützlich und immens viel Arbeit.

Ich persönlich finde es auch schwierig “qualifizierte Mitarbeiter” zu bekommen. Die Schüler haben zwar viel Zeit, sind aber manchmal ziemlich schludrig damit. Da werden auch gerne mal ein paar Wochen Arbeit weggeworfen, weil die Interessen sich verlagert haben. Abgesehen davon kann bei anspruchsvolleren Aufgaben auch die Kompetenz ein Problem werden. Das betrifft im übrigen alle Leute. Umgekehrt stellt sich bei den motivierten und kompetenten Leuten das Problem, dass sie wenig Zeit haben und meist schon mit eigenen Projekten ausgelastet sind.

PS: Eine DSA-Seite für Eltern? Das wäre tatsächlich mal witzig. Ich war mal auf einer Veranstaltung, bei der sich besorgte Eltern erkundigen wollten, was ihre Kinder da eigentlich immer so treiben.


Windfeder

05.05.2006, 13:04 Uhr ~ #35

Im DSA4-Forum gibts prompt ein [Projekt] Die Dunklen Zeiten. Sieht aus wie ein guter Anfang. :)

LG, Tyll


Krassling

05.05.2006, 20:21 Uhr ~ #36

Gefällt mir. Was mich allerdings stört, ist das jeder meint er müsste für jede neue Idee gleich eine neue Webseite aufsetzen. Ist irgendwo verständlich, aber so verliert man viel Zeit für die Webseite. Zeit die einem für die Inhalte abgeht. Naja, warten wirs ab.


Salamander

08.05.2006, 12:33 Uhr ~ #37

Vielen Dank für die tollen Anregungen. Ich überlege schon eine ganze Weile, meine Page zu überarbeiten, bisher hatte ich nur relativ wenige Ideen. Ihr liefert einen ganzen Batzen.

Besonders

Zitat

Eine DSA-Infoseite für Einsteiger und Eltern. ;)

aufzubauen, würde mich sehr reizen.

Sobald ich mal wieder etwas klarer bez. meiner Freizeit sehen, werde ich mich dransetzen.


MannMitBart

08.06.2006, 16:55 Uhr ~ #38

Bei den meisten mir bekannten Soloabenteuern, Gruppenabenteuer konzipiert meine Spielegruppe grundsätzlich selbst, ist mir aufgefallen, dass die gegebenen Auswahlmöglichkeiten und Abenteuermotive vielleicht für einen Mittelreicher, Bornländer oder Horasier stimmig sein mögen, vielleicht noch Zwerge, aber sobald man etwas anderes spielt, sind die Abenteuer einfach nicht mehr durchführbar, wenn man viel auf Atmosphäre setzt.

Könnt ihr mir frei downloadbare Soloabenteuer empfehlen, die auf eine bestimmte, exotische Kultur ausgelegt sind? (Besonders Trollzacker und Nivesen, so wie Novadis, interessieren mich brennend.)


MannMitBart

09.06.2006, 15:18 Uhr ~ #39

Entschuldigt meinen 1. Beitrag, ich war in Eile und hab einfachhalber meinen Beitrag aus dem Forum von dsa4.de kopiert. Doch kommen wir zur Idee:

Entweder eine Seite, die sich mit Abenteuern für Exoten beschäftigt oder mehrere Seiten, die sich auf spezielle Kulturen beziehen. Ich selbst habe weder Fähigkeiten noch Zeit eine solche Seite aufzubauen etc., aber es wäre gut, wenn sich jemand dieser Idee annehmen würde.


Christoph

03.07.2006, 13:13 Uhr ~ #40

Eine weitere Anregung für SPielhilfen_Seiten:

Mir schwebt eine Datenbank für passende Sounds/ bzw. Soundtracks in Kombination mit Regionen, Spielszenen / Abenteuern und ganz expliziten Abenteuersituationen vor. Es gibt da viele verschiedene Foreneinträge und zerstreute Tips im Netz die man zusammentragen könnte und z.B. in meinem Fall ich meine eigne Soundtrack-Sammlung einordnen und so nicht nur für mich nutzbar machen könnte......

Mir selbts fehlt es da leider an entsprechenden HTML und anderen Programmierkenntnissen – aber wenn es eine einfach zu bedienende Plattform gäbe würde ich da mal ein paar Std. investieren um Ordnung in die Soundtrackvielfalt zu bringen.

Das Ganze ist natürlich auch eine gute Ergänzung zu den Kyndoch-Tipps – statt die Musikvorschläge im Fließtext zu verstecken könnte ein interessierter Meister in der Plattform sich sein AB aussuchen und nachsehen welche Stücke/CDs da empfohlen werden bzw. wie sie bei anderen gewirkt haben.....

Naja “i have a dream” – mal sehen, ob jemand die Idee aufgreifen kann/möchte!


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