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Goldene Blüten auf Blauem Grund (2)

Tyll ~ #66

Dies ist der zweite Teil meines ausführlichen Spielleiterberichts zum Abenteuer Goldene Blüten auf Blauem Grund aus dem Band Invasion der Verdammten. Der Bericht geht davon aus, dass das Abenteuer bekannt ist, und liefert nebenbei ein paar Tipps und Hinweise zu Verbesserungen.

Spoilerwarnung

Der folgende Text besteht aus Meisterinformationen zur gesamten Borbarad-Kampagne, nicht nur zum konkreten Abenteuer. Deshalb sollten bitte auch meine Spieler — Katharina, Robby und Jonas — hier nicht weiterlesen.

Vorbereitungen — 21. RAH 1019 BF
Der Göttinnendienst

An der morgendlichen Rondra-Messe nahmen natürlich alle Helden teil, bei den Spielern kam das Zurschaustellung von Einigkeit und Kampfgeist gut an. Sie haben die Euphorie sogar gepuscht: Man brachte sich selbst blutige Wunden bei, um das Blut der Göttin zu opfern — darauf stiegen die Amazonen natürlich voll ein. Der elfischen 2G wurde kotzübel bei dem martialischen Getue, selbst das beeindruckende Göttinnenwunder konnte sie nicht recht versöhnen. Alle anderen trugen ihren Mut-Bonus aber völlig verdient. :)

Die Kurkumer Burgwehr

Ganz der Baron und Greifenfurt-Veteran kümmerte sich Elron Dunländer von Falkenberg nun um die Aufstellung der “1. Kurkumer Burgwehr” mit Betonung auf einer effizienten Feuerwacht, denn Elron hatte in Mendena erlebt, dass die Borbaradianer über Hylailer Feuer verfügen. Wie man dieses Teufelszeug erkennt und bekämpft, wussten alle Helden noch aus der Schlacht um Greifenfurt: Elron ließ an strategisch wichtigen Stellen Haufen von Sand und Erde aufschütten.

Der Spieler hat das wunderbar ausgespielt und der selbsternannte ‘Baron’ Alwin aus dem alten Geschlecht derer von und zu Ober- und Unter-Kiesfurten wurde langsam zum Quälgeist der Gruppe. Natürlich hatte er direkt die ‘Herrschaft’ über das Flüchtlingslager übernommen und vertrat die feste Ansicht, dass die Amazonen gefälligst für ihre treuen Lehnsleute sorgen müssen, ohne dass diese sich etwa bei der Verteidigung der Burg aufopfern sollten! Elron hat ihn exzellent mit Zuckerbrot (“Ich kenne Kronprinz Bernfried persönlich, und würde mich freuen, Eure Kooperation ihm gegenüber zu erwähnen ...”) und Peitsche (“Was soll nur die Königin dazu sagen, dass Ihr als Vertreter eines über Jahrhunderte lang treuen Geschlechts ausgerechnet in der Stunde bitterster Not die Verteidigung Kurkums verweigert?”) in Schach gehalten, so dass sich schnell zahlreiche Freiwillige für Waffenübungen und den Wachdienst meldeten.

Insbesondere Ilmana, eine junge Frau, die auf der Amazonenburg ausgebildet worden war und nun das Amt der Meierin von Schwarzenstein bekleidete, war eine engagierte ‘Weibelin’ der Burgwehr und stand Baron Elron zur Seite.

Der Gegner

Den ganzen Tag über hörte man aus Richtung des borbaradianischen Heerlagers laute Werk-Geräusche: Aus dem Wäldchen wurden Bäume geschlagen und offenbar direkt verarbeitet. Allerdings waren die Arbeiten vom Wald verdeckt und nicht einzusehen. Lutisana quartierte sich im Hauptgebäude des Zehnthofs ein, auf dessen Dach auch Xarfaidons Karakil hockte und von dort gelegentlich ‘spielerisch’ nach Passanten vor dem Haus schnappte ... Noch in der Nacht waren unter lauten Geräuschen einige Scheunen und Häuser des Zehnthofs vernagelt worden, so dass von den Untoten Sulmans am Morgen nichts mehr zu sehen war.

Ebenfalls in der Nacht waren zwei kleinere Bastionen nördlich und westlich der Burg knapp außerhalb Bogenschussreichweite errichtet worden.

Lutisana habe ich nicht öffentlich ‘präsentiert’, sie war offenbar mit Planungen im Zehnthof beschäftigt. Nur gelegentlich konnten die beobachtenden Helden einen Lichtreflex in einem der Zehnthof-Fenster sehen und ahnen, dass die Heermeisterin mit einem Fernrohr die Burg begutachtete ... (Dieses Fernrohr ließ sie sich ja von ihrem ersten Sold in Diensten Borbarads anfertigen.)

Kriegsrat

Auf dem abendlichen Kriegsrat wurde direkt ein zweiter Ausfall mit massiver magischer Unterstützung geplant: Die 1G Magistra Ranari schilderte sehr planvoll (und entgegen ihrer sonstigen Art sogar diplomatisch!), wie sie einen Trupp Amazonen im Morgengrauen des nächsten Tages nahe an die Nordbastion der Borbaradianer heranführen könne, um einen rondrianischen Kampf zu ermöglichen. Auch für einen schnellen Rückzug wollte sie mit Zauberei sorgen.

Die Amazonen willigten ein, denn die trickreiche Vorbereitung eines Angriffs ist ja nicht unrondrianisch.

Ich allerdings ahnte langsam, dass meine Spieler — insbesondere der Spieler der 1G — nur zu gern bereit waren, ihr magisches Potential komplett auszureizen, um Kurkum zu retten. Und dass es mir schwer fallen würde, angemessen darauf zu reagieren und Kurkum trotzdem untergehen zu lassen ...

Meistertipps — Gerade wenn unter den Gezeichneten kompetente Zauberer sind, sollte man sich das magische Potential auf Lutisanas Seite genau überlegen. Sulman al'Venish ist vor allem mit seinen Untoten beschäftigt, die Hexe Savolina ist ‘zweckgebunden’ und kann in der eigentlichen Schlacht wenig reißen, Xeraan ist eigentlich nicht zum Zaubern hier und grundsätzlich eine ziemlich große Nummer, die man als Meister nicht ‘mal eben’ gegen die Helden ausspielen will. Es fehlen also die Handwerks-Zauberer, die Helden-Magiern eigentlich unterlegen sind, aber ihnen in bestimmter Hinsicht Paroli bieten können. Ich habe deshalb Xarfaidon Giovarez hier bereits eingeführt, denn als Al'Anfaner Seekriegsmagier hat der ein hammerhartes Spruchrepertoire und als Xarfai-Paktierer hat er gute Überlebenschancen. Außerdem habe ich Lutisana eine geheimnisvolle Leibmagierin zur Seite gestellt: Eine Absolventin der Bannakademie Fasar, die mit den Merkmalen Antimagie, Kampf und Illusion sehr nützlich war.

Der Ausfall — 22. RAH 1019 BF (Morgengrauen)

Am frühen Morgen nahmen 25 Amazonen + Helden im Burghof Aufstellung. Die Amazonen wurden angeführt von der grimmig-feurigen Leutnant Azila al'Ankhra, einer Amazone von Keshal Rondra, die die Helden von Almada bis Kurkum begleitet hatte. Die 1G Magistra Ranari beschwor eine NEBELWAND zum Schutz herauf (ich hatte Morgennebel über den Vildrom-Marschen beschrieben, so dass die Helden hofften, der Zauber würde im Feindlager nicht auffallen) und mithilfe von Seilen und einem langen Balken konnte das Ausfallkommando die nördliche Burgmauer hinunter und über den Burggraben setzen. Ein SILENTIUM von Ranari brachte die Gruppe geräuschlos an die Nordbastion der Borbaradianer heran.

Die überraschten Lagerwachen wurden überrannt und dem plötzlichen Angriff konnte die Bastion wenig entgegensetzen — zumal der SILENTIUM immer noch wirkte, so dass kein Kommando für eine schnelle Koordination der Söldner sorgen konnte (ich habe hier ein aranisches Banner aus Säbelkämpfern stationiert). Die Helden frohlockten bereits, als jedoch noch während des ersten Angriffs bereits der doppelte Feuerpfeil in den Himmel stieg, den die Amazonen von der Burgmauer als Signal abschießen sollten, dass der Angriff im Hauptlager entdeckt worden war. Da hatte sich meine Gruppe wesentlich mehr Zeit versprochen.

Entdeckt!

Als Ranari ihren SILENTIUM fallen ließ hörten die Helden auch direkt, was der der Grund für das vermeintlich vorschnelle Warnsignal sein musste: Das schreckliche Heulen der Karmanthi hallte von den Bergwänden des Tals wieder! Denn: Die im Tal herumstreunenden Karmanthi hatten mit ihren magischen Sinnen die NEBELWAND deutlich wahrgenommen und sofort Alarm geschlagen.

Auch wenn das karmanthische Heulen natürlich keine konkrete Lageinformation beinhaltete, begann in Lutisanas Lager sogleich hektische Aktivität und innerhalb weniger Augenblick schwang sich der Karakil samt Reiter Xarfaidon in die Luft, um die gemeldete Gefahr auszuspähen.

Doch auf diese Eventualität waren die Helden längst vorbereitet: Der Exorzist Magister Irjan Thurion stand bereits seit einiger Zeit auf dem Torturm und bereitete sehr stimmungsvoll mit Antiparaphernalia (Gänsefedern) und Bosparano-Formeln eine Fern-Entschwörung mit PENTAGRAMMA vor (per Reichweiten-Modifikation schwer, aber machbar). Er wartete ab, bis der Dämon samt Reiter über die Burg flog und zauberte Xarfaidon den Karakil einfach unterm Hintern weg, als dieser abdrehte um Lutisana vom Ausfallangriff zu berichten!

Der kreischende Dämon wurde in Ruß und Schwefeldampf durch das Pentragramm gerissen, und die Spieler johlten schon, als Xarfaidon in die Tiefe stürzte. Doch der Paktierer konnte sich nicht nur souverän mit Selbst-PARALYSIS retten, dank seiner SF Zauberkontrolle konnte er die Paralysierung auch gleich nach dem Aufprall wieder lösen und im Schutz der NEBELWAND entkommen. Immer schön, wenn die Gegner mal genauso handeln, wie die Helden es an ihrer Stelle auch getan hätten. :) Meine Spieler waren natürlich schwer enttäuscht und schlossen Xarfaidon als Erzfeind umso fester in ihr Herz ...

Unerwarteter Entsatz

Das Ausfallkommando beschloss derweil, den Angriff noch nicht abzubrechen, denn bis Entsatz zur Bastion kommen würde, müsste ja noch einige Zeit vergehen. So tobte ein heftiges Gefecht um die Bastion, in welchem die aranischen Söldner sich um ihr Banner scharten und den Amazonen Widerstand leisteten.

Doch gemäß dem Abenteuerzeitplan kommt an diesem Morgen auch Xeraan ins Tal ... Von den Burgmauern sah die elfische Späherin und 2G Melyan, wie vier auf Zantim reitende Gestalten auf der Talstraße näher kamen, begleitet von zwei Ogern (die gleichen, die den Helden bei der Anreise begegnet waren — Xeraan hat sie einfach beherrscht und mitgenommen). Den buckligen Zauberer an der Spitze begleiteten drei grässliche Frauen in stachelbewehrten schwarzen Brünnen, deren narbenbedeckte Anführerin eine schwarze Eisenkrone trug — wie ‘schwarze Amazonen’ sahen sie aus. Die Bestürzung auf den Mauern war groß: Wer in Rondras Namen waren die denn?!

Auf einen Wink Xeraans hin hetzten zwei der schwarzen Zant-Reiterinnen über den Fluss hinweg in Richtung des Kampflärms von der Bastion. Nachdem die Frauen sich kein bisschen an den Pfeilen störten, die die Zweite Gezeichnete von der Burgmauer hinabschoss, ließ diese das Signal zum Rückzug blasen, bevor dieser erschreckende Entsatz dem Ausfall in den Rücken fallen würde.

Hinweis — Im neuaufgelegten Abenteuer sollte Xeraan ‘eigentlich’ von einigen Mactaleänata begleitet werden. Das wurde aber dann wieder gestrichen, siehe dazu auch Sebastians Kommentare zu Teil 1 des Spielberichts. Mir gefielen die Mactaleänata aber so gut, dass ich sie beibehalten habe.

Kampf um die Bastion

Das Rückzugssignal kam jedoch ein bisschen spät, der Kampf um die Bastion war in vollem Gange und Leutnant Azila al'Ankhra wollte unbedingt die Standarte der Söldner erobern. Auch die Helden kämpften tapfer, die 1G Ranari schlich sich um das Lager, um die kompetente Hauptfrau der Söldner auszuschalten, die mittlerweile aus gesicherter Stellung Befehle gab und ihre Truppen koordinierte.

Das gute Blatt der Helden und Amazonen wendete sich jedoch, als plötzlich Blotgrim der Eisbarbar mit drei Karmanthi aus dem Wald trat. Eiskalt musterte er Ranari, die in der Nähe vorbeihuschte, ignorierte sie aber einfach und wandte sich in aller Seelenruhe dem Kampfgetümmel zu, um sich den stärksten Gegner herauszusuchen. Die Karmanthi hetzten direkt zwischen die Kämpfenden.

Die Helden waren schon beeindruckt, wie schnell der Eisbarbar mit seiner schwarzen Klinge und den Bluthunden zur Stelle war, aber sie rechneten gar nicht mit der dämonischen Schreckgestalt der Karmanthi: Als sie ihr geiferndes Heulen anstimmten, bekamen nicht nur einige Amazonen und Helden Muffensausen (MU-Probe +4 immerhin), sondern auch viele der Söldner! Der Kampf wurde daraufhin völlig chaotisch, auf beiden Seiten flohen auf einmal Kämpfer von ihren Posten, ließen ihre Waffen fallen oder kauerten sich zusammen. So habe ich den Spielern vor allem klar gemacht, dass auch das Söldnerheer aus Menschen besteht, die noch nicht daran gewöhnt sind, mit Dämonen und Untoten gemeinsame Sache zu machen.

Als dann noch der Eisbarbar zwischen die zum Teil in Brand geratenen Zelte der Bastion trat, rief die stolze Azila al'Ankhra dann doch zum Rückzug, der aber erstmal organisiert werden muss.

Blotgrim beeindruckte Helden und Spieler sehr, mit eiskalter Ruhe betrat er das Schlachtfeld und es war ein richtiger Schock, als sie sahen, wie die unkaputtbare, rondrageweihte Dritte Gezeichnete Jule Farlandring gegen ihn antrat — und schnell einknickte, weil seine Kälteausstrahlung und der eisige Hauch des Nagrach-Schwertes sie lähmte! Magistra Ranari, die die Söldnerhauptfrau mithilfe des hervorragenden Fechters (und ‘Herold der Gezeichneten’) Arvid inzwischen ‘beseitigt’ hatte, verstärkte mit ihrer elementaristischen Magie die Brandherde des Lagers zu einem kleinen Feuersturm, um genug Hitze zu erzeugen, dass die langsam lethargisch werdende 3G sich auch nur von Blotgrim lösen und fliehen konnte! Jule Farlandring, die bisher aus noch fast jedem Kampf siegreich hervorgegangen war und deren Zeichen sie bereits ziemlich gefühlskalt hatten werden lassen, sagte später: “Es ist lange her, seit ich das letzte Mal Angst verspürte. Dieser Gegner ist nicht mir bestimmt ...”

Im Kampf gegen die Karmanthi entdeckte der 4G Carnavas von Sichelgrund endlich eine Gabe seines Zeichens (bei mir ja Drakhards Klaue mit antidämonischen Fähigkeiten), als dieses in höchster Not einen BEWEGUNGEN STÖREN auf den anspringenden Karmanth warf und den Dämon damit bewegungsunfähig machte.

Doch Arvid brachte nicht genug Mut auf, um sich ebenfalls einem Karmanth entgegenzustellen — in panischer Angst vor der dämonischen Schreckgestalt floh er dem georgneten Rückzug voran aus dem Bastionslager hinaus in Richtung Burg. Doch aus dem Nebel setzte ihm auf einmal ein Zant mit blutdürstig johlender Reiterin entgegen — die zweite Mut-Probe misslang ebenfalls und wimmernd warf er sich zu Boden. Der Zant sprang jedoch einfach über ihn hinüber.

Die Mactaleänata setzten mitten in den Rückzug der Amazonen hinein. Das Gemetzel war groß, alle Helden und die meisten Amazonen bereits verletzt, wenn auch wegen ihres Erfolges — das Banner der Söldner war in den Schlamm getreten worden — noch guter Stimmung. Die Mactaleänata richteten innerhalb weniger Kampfrunden größere Verluste an, als es den Söldnern zuvor im ganzen Kampf möglich gewesen war, und Leutnant Azila al'Ankhra warf sich ihnen in rondrianischem Todesmut entgegen, um den Rückzug ihres Zuges zu decken. Im Nebel und unter Führung der Helden gelang dieser dann auch. Ein treppenförmiger SOLIDIRID von Ranari — bereits gewirkt mit Lebensenergie — ermöglichte die schnelle Flucht direkt auf die nördlichen Burgmauern.

Der erste Ansturm — 22. RAH 1019 BF (abends)
Entwicklungen während des Tages

Xeraan und seine Begleitung schlossen sich dem Heerlager an, die beiden Oger wurden mit frischen Söldnerleichen gefüttert ... ;P

Lutisana war natürlich stinksauer, weil die Amazonen mit Helden-Hilfe zwei erfolgreiche Ausfälle getan und bereits eine Reiterschwadron und fast ein ganzes Banner Söldner auslöschen konnten, während auf Seiten der Amazonen vielleicht ein Dutzend Kämpferinnen gefallen waren. Außerdem wurden der kundschaftende Karakil entschwört und die wachenden Karmanthi dezimiert. Die Dämonen haben zudem einen Teil der überlebenden Söldner verängstigt oder gar in die Flucht geschlagen, was schlecht für die Moral der übrigen Truppen sein würde. Lutisana verlor also bereits langsam das Vertrauen in ihre Beschwörer, die ihrerseits völlig überrascht von der Entschwörungskraft der Helden waren — so war das alles irgendwie nicht geplant gewesen. ;)

Jedenfalls ließ Lutisana noch am selben Tag das Heer Aufstellung vor der Burg nehmen (einen Tag früher als vorgesehen), da sie — zurecht — annimmt, dass gerade die Gezeichneten sich bereits ordentlich verausgabt haben. Sie kann aber nicht über Xeraan gebieten, der ihr die Unterstützung der Mactaleänata und der Oger für diesen Kampf kurzerhand vorenthält, weil er seine Kräfte nicht zu früh verspielen will. Dieses Machtspielchen ist ein Glück für die Helden.

Denn diese mussten zunächst ihre Wunden lecken. Bei der Pflege der Verwundeten habe ich Savolina das erste Mal angedeutet, die Arvid schöne Augen machte, ihm ein paar Informationen abschwatzte. Im Lazarett infizierte sie zudem ‘nebenbei’ einige Amazonen mit Wundbrand, hehe. :)

Kampf ums Burgtor

Nach Sonnenuntergang bläst Lutisana zum Angriff und die Spieler waren einigermaßen verzagt, als der Dharai — von Untoten flankiert — das Tor angriff. Die Zauberer waren ausgepumpt und mussten zuschauen, als die beiden Geweihten Carnavas und Jule (4G und 3G) sowie Baron Elron Dunländer dem Dämon auf der Torbrücke entgegentraten. Der Kampf war hart, doch letztlich konnte der Exorzist doch noch die Verbotenen Pforten öffnen und den Dämon entschwören, während die Kräfte der Amazonen auf den Mauern gebunden waren, die Lutisanas Truppen mit Sturmleitern angriffen.

Die 2G — als Scharfschützin auf einem Turm postiert — konnte mit ihren elfischen Sinnen beobachten, wie der wütende Xarfaidon einen Gegenstand bezauberte und ihn einem von Lutisanas Scharfschützen in die Hand drückte, um ihn auf das Burgtor zu schießen. Mit einem gezielten Schuss gelang es Melyan ihrerseits den Schützen genau vor dem Loslassen der Sehne zu stören, so dass der Pfeil fehlging — andernfalls wäre das Tor durch den applizierten DESINTEGRATUS zerbröselt worden.

Nach dem Scheitern von Dharai und Xarfaidon lässt Lutisana zum Rückzug blasen — ohne Belagerungstürme rechnet sie sich keine größeren Chancen aus, die Mauern erobern zu können. Doch die Amazonen haben deutliche Verluste hinnehmen müssen, da die Gezeichneten diesmal wenig Unterstützung bieten konnten: Im Gefecht auf den Mauern fielen Schatzmeisterin Shiala und ein liebgewonnener NSC: Corvara Violanta da Vanya, die Enkelin Amando Laconda da Vanyas, Taugenichts und Duellantin. Ihr Geliebter Arvid versprach der Sterbenden, ihren Säbel dem Großvater zurückzubringen. Im Pfeilhagel der Söldner starben außerdem die Boron-Geweihte Schwester Marbona aus Waldheim und es gab zahlreiche Tote und schwer Verletzte unter den Flüchtlingen. Im Trubel unbemerkt ist außerdem der Firun-Schrein ‘kaputt gegangen’ (er wurde von Savolina zerstört, die als Flüchtlingsmädchen getarnt bereits in der Burg weilte).

So war der Erfolg des Tages ein wenig schal: Einzige Freude der Helden/Spieler war, dass die Zauberer der gegnerischen Seite wieder nichts Entscheidendes gegen die Burg haben unternehmen können.

Ein nächtlicher Ausflug — 22. RAH 1019 BF (nachts)

Noch in der gleichen Nacht wurden der heimliche Arvid und Baron Elron auf ein Spionage-Kommando in Lager des Feindes geschickt.

Sie gaben sich als Söldner aus der am Morgen überrannten Bastion aus, die in Angst vor den Dämonen geflohen waren, und gelangten so an mehreren Wachfeuern vorbei in den Zehnthof, wo sie eine neue Einheit zugewiesen bekommen sollten. Sie hatten beim ersten Kontakt mit den Lagerwachen aber zunächst ausgedachte Namen angegeben — die nun natürlich nicht auf den Soldlisten standen! Mit etwas Überredungsgeschick (Arvids Spezialgebiet) konnten sie das bei Lutisanas Soldmeister aber zurechtbiegen, der sie zu ihrer neuen Einheit schickt.

Statt sich dorthin zu begeben, brachen sie durch ein Fenster in die Kommandantur ein und gelangten tatsächlich bis auf den Heuboden über jenem Raum, wo Lutisana gerade Kriegsrat hielt. Das belauschte Gespräch habe ich monologisiert, so dass die Spieler raten mussten, wem welche Stimme gehört (wurde aber recht deutlich). Quintessenz wie im Abenteuer angegeben war:

Lutisana war gar nicht glücklich mit dem massiven Dämoneneinsatz, da er auch die eigenen Truppen gefährdete (die Zantim der Mactaleänata haben noch im Söldnerlager gewütet, nachdem ihnen die Helden entwischt waren), Xeraan (“Was bekomme ich für meine Mithilfe?”) und Sulman (“Es ist gewiss der Wille meines MEIsters, dass ...”) waren sich gegenseitig nicht grün und keiner von beiden mochte Lutisana (“Ich habe den Oberbefehl, und wer mir querkommt wird über den Pass zurückgeschickt.”).

Xarfaidon (“Diese Elfe ... *zähneknirsch* dieser Antimagier ... *haarerauf* ich werde sie ... *knöckelknack*”) hatte zwar Ingolf Notmarkers Rang als Hauptmann bekommen, wurde von Lutisana aber während der Unterredung buchstäblich in die Ecke geprügelt, als er versuchte, mit billigen Ausreden und großmäuligen Ankündigungen sein komplettes Versagen zu rechtfertigen (Karakil-Verlust, keine Schnitte in der Schlacht, keine AsP mehr). (Diese Züchtigung ihres Erzfeindes hat die Spieler-Seelen dann wieder besänftigt — außerdem finden sie Lutisana jetzt cool. ;))

Ich habe Lutisana auch erklären lassen, dass in Ingolf Notmarkers Reiterschwadron (die die Helden ja wegen des Leichtsinns und der Blutlust des Paktierers mit dem ersten Ausfall zerschlagen konnten) einige verdiente Recken und alte Kumpane von ihr gestorben waren, um den Gegnern der Helden etwas Gesicht zu geben und um klar zu machen, was Lutisana von Belhalhar-Paktierern hält. Außerdem bekamen die Helden durch eine Nebenbemerkung von Sulman spitz, dass es auf der Burg einen borbaradianischen Spion geben müsse.

Zwischenzeitlich war jedoch die Namensverwechslung aufgefallen und Arvid und Elron mussten die Beine in die Hand nehmen, um noch unerkannt entkommen zu können. Lutisana war immerhin gewarnt, dass es offenbar einen Sabotage-/Spionage-Versuch gegeben hatte.


Der nächsten Morgen beginnt dann mit deutlich kühlen Temperaturen, was den Helden aber nicht weiter auffällt ...



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Kommentare

1 Beitrag. Aktuellster Beitrag ↓

Matror

06.02.2007, 20:36 Uhr ~ #1

Sehr schön, alleine das Lesen bereitet Freude, wie muss wohl das spielerische Erleben gewesen sein? :) Als aktiver Spielleiter der G7-Überarbeitung reut es mich schon, dass ich die Kampagne leider durchpeitschen muss und sowohl meinen Spielern sowie mir diverse Teile entgehen. Ich bin daher sehr gespannt auf das große Finale!

LG,

Matror


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