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Betrachtung der Elfenzauber

Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

In diesem Teil soll es nun darum gehen, die elfischen Zauber, die ja im Liber Cantiones trotz der neu hinzugekommenen Zauberformeln in Isdira letztlich als gildenmagische Formeln aufgelistet sind, so darzustellen, daß sie auch tatsächlich als Elfenzauber (in unserem Sinne) erscheinen. Wir möchten die elfische Magie vor allem aus dem starren magietheoretischen und spieltechnischen System lösen, das vielleicht für die Gildenmagie passend und zutreffend ist, aber nicht für die organische Elfenmagie.

Für viele Zauber bedeutet das, daß wir ihre Wirkung oder ihre Modi (Zauberdauer, Reichweite, etc.) recht frei behandeln. Wenn man aber Wert auf Rollenspiel legt und nicht darauf beharrt, daß jede Zauberprobe gewürfelt werden muß, daß jeder Zauber eine festgelegte Zahl an AsP kostet etc., dann ist unsere Vorstellung von den elfischen Zaubern (wir nennen sie bewußt nicht Formeln) sicherlich im Spiel umsetzbar!

Wichtig dabei ist, daß wir die Zauber in den Kontext eines 'normalen' Elfen und seiner Sippe stellen und überlegen, wie der Spruch in diesem Kontext angewandt wird. Ein Elf auf Abenteuerreise wird sicherlich andere Anwendungen seiner Zauber kennenlernen und ausprobieren, doch das sollte schon eine Weile dauern und einiges an Erfahrung brauchen - und daß sich ein Elf von seinem Elfsein entfernt, wenn er zaubert wie ein Magier, das haben wir ja schon versucht plausibel zu machen...

Wir haben hier als elfische Sprüche all jene aufgeführt, die im Liber Cantiones in elfischer Repräsentation mit einer Verbreitung von mindestens 2 gennant sind.

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Die elfischen Zauber (alphabetisch)

Wir betrachten die elfischen Formeln in alphabetischer Reihenfolge, wie das ja im Liber Cantiones mittlerweile eingeführt wurde - unserer Meinung nach ein lobenswerter Schritt; dadurch wird symbolisiert, daß die Einteilung, die Magier für Zauber gewählt haben, nicht der Wahrheit letzter Schluß sein muß.

Die Isdira-Namen der Zauber sind ja mittlerweile aus dem Liber Cantiones zu entnehmen, dennoch sei an dieser Stelle Sascha Schnetzer (http://www.donnerbach.de) und Valbharion-mit-dem-Wind (http://www.elfenlan.de) gedankt, die uns vorher erlaubt hatten, die von ihnen erdachten Übersetzungen ins Isdira hier aufzuführen.

ABVENENUM REINE SPEISE (bha'sama venya bha'za yalza)

Natürlich besteht für Elfen der Vorteil dieses Zaubers nicht so sehr darin, sich vor vergifteter Nahrung zu schützen, sondern verdorbene Nahrung wieder genießbar zu machen. Im LC wurde nun auch endlich die für die Abenteurer-Elfe wichtigste Wirkung aufgeführt: In der elfischen Repräsentation wandelt der ABVENENUM Wein in Traubensaft um und dürfte demnach wohl auch Brot und Käse und solche Dinge für eine Elfe eßbar machen.

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ADLERAUGE LUCHSENOHR (a'dhao biundra visya'eor)

Wir stellen uns den ADLERAUGE als Alltagszauber vor, den ein Elf bei jeder Gelegenheit zaubert - nicht nur wenn es gilt, das Wild oder den Orkspäher schon von Weitem zu entdecken, zu erschnuppern oder zu erlauschen, sondern immer dann, wenn der Elf mit seinen Sinnen ganz nah am 'Herzen der Welt' sein will. Sei es also, daß er dem Lied eines Vogels zuhören, den Blick über die Steppe genießen, den vielfältigen Stimmen des Waldes lauschen oder die feine Machart eines Stoffes spüren will - es gibt nur wenige Zauber, die sich so gut eignen, das Harmonie-Bedürfnis eines Elfen darzustellen!

Weitere Varianten
  • Am Herzen der Welt (+7, ab ZfW 11): Der Elf kann eine ihm vertraute Umgebung nicht nur hören, sehen und riechen, sondern geradezu im Ganzen empfinden. Ein Waldläufer kann so sozusagen den "Herzschlag" des Waldes mit seinen vielen Äußerungen des Lebens erfühlen; das Rauschen der Blätter im Wind, das leise Knacken von Ästen, die Rufe der Vögel und Geräusche kleiner Tiere im Unterholz, das Spielen von Licht und Schatten sind für ihn Teile einer zusammenklingenden, einzigartigen Melodie - ebenso wie für den Firnelf das Singen des Eises in der Bernsteinbucht, das Aneinanderklacken von Eisschollen, das Pfeifen des Sturmwindes und das sanfte Fallen von Schneeflocken.

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ADLERSCHWINGE, WOLFSGESTALT (a'dao valva iama ...)

Zum ADLERSCHWINGE ist nicht viel zu sagen, aber es ist darauf hinzuweisen, daß beileibe nicht alle Elfen unbedingt diesen Spruch verwenden können müssen. Wenn sie ihn aber beherrschen, dann sollten sie in jedem Fall auch TIERGEDANKEN verstehen können! Andersherum gibt es sicher Elfen, die sich gern mit Tieren verständigen, sich aber nicht so stark mit einem Wesen identifizieren oder keine so intensive Beziehung zu ihrem Seelentier pflegen, daß sie auch die Verwandlung wirken können bzw. wollen!

Auch wenn dieser Zauber sich unter Magierinnen einer gewissen Beliebtheit erfreut, unterscheidet sich der ADLERSCHWINGE einer Magierin doch recht stark von dem einer Elfe - für die Elfe ist der Zauber immer Teil ihrer Beziehung zu ihrem Seelentier; eine Magierin aber kennt ihr Seelentier in aller Regel überbaupt nicht - und ihr fehlt deshalb völlig das Verständnis für das, was der Zauber für eine Elfe ausmacht.

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AEOLITUS WINDGEBRAUS (eo'la dao winya'bha)

Der AEOLITUS ist prinzipiell ein netter kleiner Zauber für verstaubte Magiertürme - was aber die Elfen damit anfangen sollen, ist etwas schleierhaft... Allenfalls die Waldelfen könnten damit ihre Wohnbäume von Herbstlaub reinigen! ;-) Die im LC angesprochene Verteidigungswirkung gegen wilde Tiere ist zwar denkbar, aber kommt doch sehr wie eine Verlegenheitslösung daher.

Weitere Varianten
  • Lieblicher Duft (+5): Der Lufthauch duftet nach frischer Minze und Zitronenmelisse oder nach betörenden Blüten - unerläßlich auf einem elfischen Fest; allerdings müssen die entsprechenden Duftessenzen in der Nähe des Zaubernden in geringen Mengen vorhanden sein - der Zauber verstärkt und verteilt diese lediglich.

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ARMATRUTZ (ama tharza)

Ein Zauber, den wohl nur wenige Elfen verwenden - nämlich die, die über das Wohl der Sippe wachen und sich auch Bedrohungen entgegenstellen. Einleuchtend und stimmungsvoll wäre auch eine spezielle - dem Bauschlied verwandte, aber seltenere - Zaubermelodie, mit der eine Elfensippe ihren Wächterinnen und Kämpferinnen feste Wämser fertigen kann, die im Falle eines Kampfes höheren Schutz bei hoher Beweglichkeit bieten. Auch eine Elfe, die ihre Sippe verläßt, könnte zum Abschied ein solches Zauberwams erhalten, dessen Kraft natürlich nicht für die Ewigkeit ist.

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ATTRIBUTO

Abgesehen davon, daß wir den ATTRIBUTO generell für eine ziemlich unsinige Zusammenfassung der einzeln noch einigermaßen stimmungsvollen Eigenschafts-Steigerungs-Zauber halten, lehnen wir ihn in der Form, in der er im Liber Cantiones präsentiert ist, für Elfen vollständig ab. Es ist zwar gut denkbar, daß z.B. ein Bauschweber bei seiner Arbeit des öfteren seine Fingerfertigkeit magisch steigert. Daß dieser Elf dann aber in einer Abenteuersituation, in der es beispielsweise darum geht, eine Schatzkarte zu entschlüsseln, plötzlich denkt, "Hey, ich kann doch ATTRIBUTO, da hebe ich doch mal eben meine Klugheit ein bißchen an" ist wohl nichts weiter als lächerlich.

Wir denken, daß für Elfen magische Eigenschaftssteigerungen möglich sind, jedoch sind diese eng mit den Wesenzaubern des Elfen verknüpft. Ein Zauberheiler oder Tiersprecher wird in der Lage sein, seine Intuition in bezug auf den Kranken oder das Tier, mit dem er kommunizieren möchte, zu verstärken, ein Sippenwächter dagegen eher seine Gewandheit und Körperkraft im Kampf. Das heißt, nicht nur welche Eigenschaften ein Elf magisch verstärken kann, sondern auch in welcher Situation ist stark von dem Wesen des Elfen abhängig.

Wir würden deshalb die alten Kleine-Mutanda-Zauber beibehalten und verwenden in diesen Texten auch die alten Namen. Von den Elfen dürften wohl vor allem die folgenen verwendet werden: EMPATHIE UND SECHSTER SINN, FINGERSPIEL UND SCHNELLE HAND (feya biunda win'sha dao), GEWANDTHEIT UND GESCHICKLICHKEIT, MUSKELSTÄRKE KÖRPERKRAFT (feya dhao dra'maht) und WAGEMUT ENTSCHLOSSENHEIT (var mini'dha, eorla sala'ray).

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AXXELERATUS BLITZGESCHWIND (a'selo dhao biundawin)

Dieser Zauber wird im Spiel häufig dafür eingesetzt, der Elfe bessere Kampffertigkeiten zu verleihen, denn darauf zielt ja schon die Beschreibung im Liber Cantiones ab. Aber diese Anwendung dürfte ziemlich selten sein, denn eine Elfe begibt sich nicht so schnell in eine Kampfsituation. Wir betrachten den AXXELERATUS viel mehr als Flucht- und Jagdzauber: Wird die Elfe angegriffen, so ist es für sie viel riskanter, sich in den Kampf zu stürzen, als mittels AXXELERATUS eine ungefährdete Position einzunehmen und sich dann vielleicht mit ihrem Bogen gegen den Gegner zu wehren! Handelt es sich bei dem Angreifer nur um ein wildes Tier, dann wird die Elfe ohnehin nachgeben und die Kreatur nicht weiter stören.

Für die Jagd eignet sich der Zauber noch besser: für eine Firnelfe geht es oft um Sekundenbruchteile, bevor die Robbe sich wieder in ihr Loch im Eis zurückzieht, Waldelfen können mit AXXELERATUS sogar einem Hirsch hinterhersetzen und die Auelfen können ja bekanntlich Fische mit den bloßen Händen fangen! Der Zauber ist also keineswegs ein Kampfzauber, sondern er hilft die Existenz einer Sippe zu sichern, indem er eine erfolgreichere Jagd ermöglicht.

Eine Anmerkung noch: Wie im Liber Cantiones ja bereits angedeutet, bezieht sich die Beschleunigung einzig auf die Geschwindigkeit der Bewegungen selber, nicht aber auf die Impulse, die Bewegungen in Gang setzen. D.h. daß die Zaubernde genausolange braucht wie ohne den Zauber, um das Abbremsen aus schnellem Lauf einzuleiten, ihrer Hand das Signal zum Loslassen der Sehne beim Bogenschießen zu geben oder zu erkennen, in welche Richtung die nächste Schwertparade zu führen ist. Weil bei oft ausgeführten Bewegungsabläufen die Steuerung der Bewegungen nicht bewußt, sondern quasi automatisch abläuft, sind solche Bewegungsabläufe weiterhin flüssig auszuführen - z.B. Laufen, den Pfeil aus dem Köcher auf die Sehne bringen usw. Ganz ungewohnte Bewegungsabläufe sind hingegen noch schwieriger zu koordinieren als im Normalzustand.

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BALSAM SALABUNDE (bha'sama sala bian da'o)

Zu dieser Zauberei möchten wir nur ergänzen, daß ein Elf sie wohl sehr häufig auf sich selbst anwendet - auch um nur kleine Kratzer oder Prellungen zu heilen, um sich nach der anstrengenden Nachtwache wieder erfrischt zu fühlen, oder einfach, um seine allgemeine Befindlichkeit zu verbessern. Denn er wird sich kaum mit seiner Umgebung im Einklang fühlen können, wenn ihm sein eigener Körper Schmerzen und Unwohlsein bereitet.

Prinzipiell sollte ein Elfenheld niemals AsP am BALSAM SALABUNDE sparen, und ein exzessiver Einsatz des Zaubers sollte auch spieltechnisch belohnt werden: Da wird die Wunde des Krieger-Gefährten halt nicht einfach nur geheilt, sondern der Kämpfer spürt durch den Zauber geradezu, wie wertvoll die kostbare Lebenskraft für ihn ist, die der Elf ihm spendet - und wird im nächsten Kampf besonders besonnen sein (AT-1, PA+1).

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BAND UND FESSEL (bhanda fialza dhaom'ra)

Wir schlagen vor, daß alle Elfen, die den BAND UND FESSEL beherrschen, auch eine Variante kennen, die umgekehrt wirkt - also als Bannkreis nach außen (natürlich ohne Einsatz von REVERSALIS, den keine Elfe je beherrschen dürfte). Denn diese Variante ist eigentlich viel nützlicher in der Wildnis, als der BAND UND FESSEL, und von den Waldelfen heißt es doch ohnehin, daß sie auch ein großes Ritual des Sippenbanns kennen, welches auf der Umkehrung von BAND UND FESSEL basiert. (Siehe dazu auch den Zauber SALAMANDERS SEELENKRAFT von Sascha Schnetzer, der auf der Seite

Der BAND UND FESSEL hingegen wird wahrscheinlich nur selten angewandt - vielleicht wird mit dem Spruch alle paar Jahre mal eine menschliche Wildererin, Holzfällerin oder Goldgräberin 'gefangen', um ihr einen Schrecken einzujagen, oder ein tollwütiges Tier wird quasi handlungsunfähig gemacht, um einen sicheren Pfeil setzen zu können.

Weitere Varianten
  • Schutzkreis (+5, ab ZfW 7): Die Elfe kann mit der nur in der elfischen Repräsentation bekannten Variante die "Richtung" des Zaubers ohne den REVERSALIS umkehren: Sie erschafft einen Schutzkreis, in den einzudringen einem anderem Wesen ebenso schwerfällt wie aus dem normalen BAND UND FESSEL auzubrechen.

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BANNBALADIN (bian bha la da'in)

Das wichtigste zuerst: dieser Zauber ist kein Beherrschungsspruch, sondern gehört definitiv in den Bereich der elfischen Verständigung! Im Liber Cantiones wird das schon angedeutet, aber man muß sich auch klar machen, was das im Spiel bedeutet: obwohl viele Elfen diesen Zauber beherrschen, werden sie ihn in der Menschenwelt so gut wie nie anwenden!

Die wörtliche Übersetzung des Spruches bedeutet "Gras und Geist - Wald und Leib". Der BANNBALADIN beabsichtigt, einen Nichtelfen - einen verstandesmäßig handelnden Graslandbewohner - dem Elfen ähnlich, ihn also zu einem intuitiv und instinktiv handelnden Wesen im Einklang mit den Wäldern zu machen. Der Zauber behandelt ihn somit als Freund des Elfen, stellt ihn auf elfisches Denken und elfische Gemeinschaftlichkeit ein, erlaubt ihm quasi, sich fast wie ein Sippenmitglied zu benehmen! Das ist eine große Ehre, die einem einzelnen Fremden, der sich in den Elfenwald verirrt, recht schnell zuteil werden kann (wenn er in Not ist und/oder sich gut benimmt) - die aber in der Menschenwelt (wo menschliches Gastrecht gilt) eher fehl am Platz ist.

So ist gut vorstellbar, daß ein Spielerelf seine langjährigen Weggefährten mit einem überschwenglichen BANNBALADIN empfängt, oder der Höflichkeit halber derart den Prinzen grüßt (eine delikate Szene ;). Aber es ist eigentlich undenkbar, daß er den Wachposten eines Schuldturms wie einen echten Freund behandelt, nur um seinen Gefährten aus dem Kerker befreien zu können...

Selbstverständlich muß der BANNBALADIN als Verständigungszauber nicht die Magieresistenz des Begrüßten überwinden.

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BÄRENRUHE WINTERSCHLAF (var fir'ye diungra ia'bha'ray)

Bei diesem Zauber ist unstimmig, warum Magierinnen ihn in Norburg und Donnerbach "von Elfen" erlernen können (LC, S.27), er aber gleichzeitig eigentlich nur bei den Firnelfen bekannt ist. Für das Spiel ist das relativ irrelevant, denn in einem Abenteuer wird sich wohl kaum einmal eine Anwendungsmöglicheit des BÄRENRUHE für eine Elfe oder Magierin ergeben...

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BEHERRSCHUNGEN BRECHEN (bha'dao taubaraza)

Auf eine mögliche Erklärung dafür, warum Elfen diesen Zauber mit einer Verbreitung von 4 kennen sollten, scheint folgender Satz aus dem LC S. 28 hinzudeuten: "Zum Rüstzeug eines jeden Zauberers, der sich mit Beherrschungsmagie befaßt, gehört seit Urzeitem auch die Formel, mit der man solche Zauber wieder aufheben kann". Da aber Elfen eben keine Beherrschungszauberer sind, sollten sie nach obiger Logik auch kaum den BEHERRSCHUNGEN BRECHEN können.

Insgesamt muß für alle elfischen Antmagiesprüche darauf hingewiesen werden, daß sie vor allem zur Bekämpfung von menschlichem oder anderem nicht-elfischen Zauberwirken da sind, worauf vor allem der Wortstamm taubra (also menschliche/unelfische Magie) hinweist, der im Isdira-Namen aller Antimagiesprüche zu finden ist. Es wäre also jeweils vor allem zu überlegen, wie intensiv und welcher Art der Kontakt mit der Magie der Menschen war, den die Elfen über die Jahrhunderte erfahren haben, um zu entscheiden, welchen Antimagie-Spruch sie jeweils wie gut und wie verbeitet beherrschen.

Für den BEHERRSCHUNGEN BRECHEN wäre unserer Meinung nach am ehesten noch die Kenntnis eines Elfenliedes denkbar, die einige alte und erfahrene Elfen besitzen.

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BEWEGUNG STÖREN (win'dha taubraza)

Hm, ein Zauber, bei dem sich aus der Hand einer Elfe eine bläulich schimmernde Kugel löst und die Flammenkugel eines IGNISPHAERO oder ein durch MOTORICUS gelenktes Teegeschirr mit einem Gespinst von blauen Fäden umgibt... Wozu sollten Elfen einen solchen Zauber brauchen, wenn sie selbst sonst keinen einzigen Spruch mit dem Merkmal Telekinese kennen? Welche Erfahrungen mit Menschenmagiern mag sie wohl dazu gebracht haben, einen solchen Zauber zu entwickeln bzw. den Zauber von den Hochelfen bis heute zu tradieren?

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BLICK AUFS WESEN (dhao valva bha'fey)

Auf diesen Zauber geht vielleicht auch der Aberglaube zurück, daß Elfen mit ihrem Blick die Seele rauben könnten - schließlich kann man den Spruch durchaus so interpretieren, daß der Elf seinem Gegenüber in die Seele sieht. Wenn ein Elf den Zauber auf einen anderen Elfen anwendet, dann wohl dazu, um dessen 'Licht' zu prüfen: z.B. ob er einer bestimmten Aufgabe gewachsen sein wird.

Wir plädieren dafür, dem Zaubernden auch eine vage Gewissensprüfung des Gegenübers zu ermöglichen (regeltechnisch vielleicht grob gemessen am TaW Lügen). Das Resultat des Zaubers sollte ja ohnehin keine Beschreibung der Werte sein, sondern ein intuitiver Eindruck von der Persönlichkeit des Gegenübers: "Du hast offenbar einen sehr willensstarken Mann vor dir, der aber nicht allzu gewitzt zu sein scheint... du meinst auch, daß er wenig beredt ist - er wird dich schon nicht betrügen..."

Wenn der Spieler nun erfahren will, ob er jemandem trauen kann (für Elfen in der Menschenwelt eine wichtige Frage!), dann könnte er das auch mittels BLICK AUFS WESEN herausfinden, wobei der Spielleiter die Zuverlässigkeit seiner Aussage davon abhängig machen sollte, ob die Person, von der sich der Elf einen Eindruck verschaffen will, ihn wirklich täuschen will: mit hohem Charisma und hohem Lügen-Wert wird sich kein Fiesling so leicht in die Karten schauen lassen! Er kann dem Elfen dann mitteilen: "Insgesamt meinst du, ihm vertrauen zu können, aber er erscheint dir fast ein wenig zu ehrlich..." Weiterhin könnte ein Elf in der Menschenwelt wohl vor allem an Einschätzungen der Art: "Er erscheint dir ein passabler Handwerker zu sein, der es versteht hart zu arbeiten, aber ob er bei der Reise durch den Wald gut mithält wagst du zu bezweifeln..." Interesse haben.

Bei einem höheren ZfW sollte dem Elfen auch eine Einschätzung seines menschlichen Gegenübers dahingehend möglich sein, wie sehr dieser bestimmte Prinzipien der Weltsicht des Elfen teilt, ob er z.B. Tiere nur zum Spaß jagen oder für ein Feuer lebende Äste von Bäumen brechen würde usw. Auch solche Dinge sind sicherlich für einen Elfen bei der Einschätzung eines Menschen relativ wichtig.

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BLICK IN DIE GEDANKEN (i'bhanda dhara feya dendra)

Wie der BANNBALADIN gehört eigentlich auch der BLICK IN DIE GEDANKEN nicht dem Gebiet der Hellsicht, sondern der elfischen Verständigung an, denn was Magierinnen mühsam lernen müssen, das können Elfen schon von Kindheit an: nämlich mittels dieses Zaubers zu kommunizieren, das heißt, die eigenen Gedanken für den anderen sortieren und verstehbar machen können. Als Aushorchzauber gegen den Willen einer anderen würde eine Elfe den BLICK IN DIE GEDANKEN niemals gebrauchen!!! Wahrscheinlich wissen die meisten Elfen nicht einmal, daß man den Zauber auch auf Nichtelfen und Nichtmagierinnen sprechen kann - warum sollten sie auch den privaten Gedanken fremder Leute zuhören wollen, die jene von sich aus nicht erzählen würden?!

Wegen ihren Erfahrungen mit dem BLICK IN DIE GEDANKEN als Verständigungszauber wird eine Elfe auch sensibler auf Versuche von anderen Magiebegabten reagieren, unwissentlich ihre Gedanken zu lesen. Die Elfe nimmt sozusagen intuitiv die winzigen Signale ihres Gegenübers wahr, die sie unter ihresgleichen dazu veranlassen würden, ihren Geist für die andere zu öffnen. Insgesamt hängt es von den ZfP* der Hellseherin und der Situation ab (ist die Elfe anderweitig abgelenkt etc.), ob die Elfe bemerkt, was ihr Gegenüber vorhat.

Letztlich ist der 'echte' elfische BLICK IN DIE GEDANKEN in seiner Anwendung eigentlich recht begrenzt, weswegen ihn unserer Meinung nach auch nicht alle Elfen beherrschen. Andererseits könnte man den Spruch aber auch als 'kleine Variante' eines Salasandra betrachten: man teilt nicht nur die Gedanken, sondern die Wesen miteinander, öffnet sich der anderen so weit es geht. Das wäre dann eher eine Mischung aus dem BLICK IN DIE GEDANKEN und dem SENSIBAR. In diesem Fall sollte tatsächlich jede einzelne Elfe den Zauber kennen - sie wird ihn dann aber auch ausschließlich mit anderen Elfen oder sehr sehr gut befreundeten Magierinnen zaubern!

Selbstverständlich muß man beim BLICK IN DIE GEDANKEN als Verständigungszauber nicht die Magieresistenz seines Gegenübers überwinden.

Weitere Varianten
  • Elfenrede (+5, ab ZfW 7): Der ursprünglich von Sascha Schnetzer als eigener Zauber (bzw. waldelfisches Gegenstück zum eigentlich finelfischen BLICK IN DIE GEDANKEN) entworfene Spruch ELFENREDE - NUR DURCH DENKEN WOLLEN WIR UNS WORTE SCHENKEN ist auch als Variante des BLICK IN DIE GEDANKEN möglich: Es entsteht zwischen mehreren Elfen ein geistiger Kontakt, so daß diese telepathisch miteinander kommunizieren können. Insbesondere die Waldelfen benutzen ihn zur lautlosen Verständigung auf der Jagd. (Die Reichweite entspricht hier der Sichtweite, der Zauber kostet 6 AsP pro Minute.)

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BLITZ DICH FIND (bha'iza dha feyra)

Der BLITZ DICH ist eigentlich kein Kampfzauber, sondern ein Zauber, um den Kampf zu vermeiden - ein reiner Flucht- oder Verteidigungszauber also, der gegen Tiere in der Regel einen hundertprozentig abschreckenden Effekt hat und sie zur sofortigen Flucht veranlaßt, wenn sie wieder sehen können. Wie im Liber Cantiones auch angedeutet ist die Zuordnung dieses Zaubers zum Waldvolk der Elfen rein akademisch, da alle Zauberkundigen ihn schon als Kind wirken, wenn sie sich gefährdet und in die Ecke gedrängt fühlen.

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CHAMAELIONI MIMIKRY (iama lamia mini'ray)

Wie AXXELERATUS ist auch CHAMAELIONI ein Jagd- und Fluchtzauber, der gegen solche Tiere wirkt, die sich auf den Gesichtssinn und nicht auf ihre Witterung verlassen. Um diesen Zauber überhaupt außerhalb eines Waldes (bzw. einer Auen- oder Gletscherlandschaft) wirken zu können, braucht ein Elf schon gehörige Erfahrung in der Menschenwelt - sonst kann es ihm passieren, daß er sich nicht hinter der Illusion des momentanen Hintergrunds tarnt (ob Stadtmauer oder Wandteppich), sondern versehentlich mit Farnblättern und Brombeerdickicht...!

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DESTRUCTIBO ARCANITAS

Der DESTRUCTIBO als elfischer Zauber wäre allerhöchstens denkbar als ein Relikt der Hochelfen, die sich mit solcherlei Magie sicher recht gut ausgekannt haben dürften. Daß der Zauber dann aber die gleiche Verbreitung hat wie etwa der STANDFEST KATZENGLEICH ist Unsinn. Eine Verbeitung von 1 scheint uns angemessener. Die Elfen haben nun einmal - im Gegensatz zu den Hochelfen vielleicht - normalerweise keinen Bedarf dafür, Artefakte zu entzaubern. Einzig denkbar wäre auch hier - wie beim BEHERRSCHUNGEN BRECHEN - ein seltenes Elfenlied, das seit der Hochelfenzeit für Zeiten von besonderer Gefahr weitergegeben wird.

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DUNKELHEIT

Vielleicht als letztes Mittel gegen eine Gruppe anstürmende Orks oder Goblins könnten Elfen diesen Zauber gebrauchen - um sich dann z.B. mittels EXPOSAMI durch die Reihen der verwirrten Feinde davonzustehlen.

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EINFLUSS BANNEN

Auch hier gilt ähnlich wie beim BEHERRSCHUNGEN BRECHEN, daß sich Elfen durchaus nicht "auf die Manipulation des Geistes verstehen" (LC S. 49). Abgesehen davon wäre auch hier wieder zu fragen, warum und aufgrund welcher Erfahrungen die Elfen einen solchen Zauber hätten entwickeln sollen.

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EINS MIT DER NATUR

Ein zwar seltener, aber gerade für Waldelfen sehr schöner Zauber - der sich allerdings im Empfinden des Elfen für seine Umgebung vom Empfinden eines Geoden, der diesen Zauber wirkt, deutlich unterscheiden dürfte. Denkbar wäre dieser Zauber für Waldelfen auch als eine Variante des WIPFELLAUFS oder des LEIB DER ERDE (siehe jeweils dort). Es erübrigt sich zu sagen, daß ein Elf nur in seiner vertrauten Umgebung, nicht aber eben mal z.B. im maraskanischen Dschungel oder in der Steppe Goriens EINS MIT DER NATUR werden kann.

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EISESKÄLTE KÄMPFERHERZ (firya ten dha'fey a'thar)

Ein Zauber, den definitiv nur die 'wildesten' Elfen aller drei Völker in sich tragen. Wie beim FULMINICTUS schlagen wir vor, daß der EISESKÄLTE KÄMPFERHERZ nicht erlernt werden kann, sondern in höchster Not 'von selbst' aus der Elfe hervorbricht - z.B. wenn es gilt, einen Ort oder ein Geheimnis unter Einsatz des eigenen Lebens zu verteidigen, oder wenn es für die Elfe keine Fluchtmöglichkeit mehr gibt. Willentlich würde wohl keine Elfe diesen selbstmörderischen Zauber anwenden - doch gibt es tatsächlich Elfen (sie haben oft wilde Raubtiere zu Seelentieren), die ihr Leben lang wissen, daß der EISESKÄLTE KÄMPFERHERZ in ihnen schlummert und die deshalb einzelgängerisch durch die Wildnis streifen und versuchen, 'das Tier' in sich zu bändigen...

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ELFENSTIMME FLÖTENTON (a'feyra feya, iama'fey dschis)

Gerade die den Elfen eigene Musikalität und die Vielfältigkeit des Ausdrucks, den sie als Kenner der Zaubermelodien hervorbingen können, macht diesen Zauber nicht nur zu einer netten Spielerei, sondern zu einer echten Verständigungsmöglichkeit unter Elfen über weite Strecken (obwohl er im Rollenspiel natürlich durchaus auch einfach stimmungsvoll die Sehnsucht eines wandernden Elfen zu den Liebsten seiner Sippe zum Ausdruck bringen kann). Wenn der Elf auf die nötige Besinnung beim Spielen Wert legt, sollte der elfische Empfänger durchaus den Gehalt einer Botschaft verstehen können.

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EXPOSAMI LEBENSKRAFT (dhao visya'my ama'e'ra)

Der EXPOSAMI wird oft bei der Jagd verwendet, wenn man schon nah an die Beute herangepirscht ist, sie aber im Unterholz nicht erspähen kann. Bei einem verdächtigen Geräusch kann man sich mit diesem Zauber außerdem vergewissern, daß man nicht selbst ahnungslos vor den Fängen eines Jägers steht.

Wir stellen uns vor, daß die Elfe (wieder nach dem Harmonie-Gedanken) beim Wirken des EXPOSAMI in eine besondere Verschmelzung mit ihrer Umgebung eintritt, sie erhält einen zusätzlichen Sinn für die Strömungen purer Lebenskraft im Weltgefüge - die aber in keinem Fall als "grün leuchtende Flecken" wahrgenommen werden...

Formal kann man mit diesem Zauber nicht erkennen, welcher Gestalt oder gar Art die Lebewesen sind, die im Bereich des Zaubers spürbar werden. Jedoch denken wir, daß eine Elfe die Wesen ihrer Heimat so gut kennt, daß sie aus der Größe und vor allem den Bewegungen der Lebenskraft-Zentren in ihrem Wahrnehmungsfeld in den meisten Fällen recht sicher schließen kann, um welche Kreatur es sich handelt. Zumindest Exemplare ihres Seelentiers werden für sie sofort erkennbar sein, da sie genau weiß, wie sich das Leben in diesen Tieren manifestiert! Ab einem ZFW von 11 kann die Elfe zudem nicht nur aus schlichter Erfahrung schließen, um was für ein Tier es sich handelt, sondern sie kann auch bekannte Tiere direkt erspüren; ab einem ZfW von 16 hat sie sogar ein gewisses Gefühl für Wesen oder Charakter des oder der Tiere. Wesen hingegen, die die Elfe noch nie beobachten konnte, werden ihr auch unter EXPOSAMI unidentifizierbar bleiben.

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FALKENAUGE MEISTERSCHUSS (iama yara sala'dha)

Eine Zauberei, die jeder elfische Jäger kennt - sie muß ihm auch gar nicht lange beigebracht werden, sondern entwickelt sich mit der Erfahrung als Jäger und mit der Beziehung, die er über die Jahre zu seinem Wild entwickelt. Dies bedeutet natürlich auch, daß kein Elf diesen Zauber als Ersatz für mangelnde Fertigkeiten im Bogenschießen erlernen kann - in solch einem Fall entwickelt sich der Zauber einfach gar nicht. Desweiteren würden wir daraus folgern, daß eine 'Anwendung' des Zaubers auf eine andere Person nicht möglich ist, denn das LC sagt ja selber so schön, daß der Schütze durch den FALKENAUGE halb unbewußt die bestehende geistige Verbindung zu seinem Ziel einfach magisch verstärkt.

Erlebt ein Elf größere Kämpfe oder gar Schlachten, so kann er den Zauber auch bewußt anwenden, um zweibeinige Gegner zielsicher zu töten. Denn - dies als allgemeiner Kommentar zum DSA-Kampfsystem - ein Pfeil, der gut gezielt ist, töten soll und trifft (laut Würfelprobe o.ä.), der tötet in aller Regel auch.

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FIRNLAUF (ia'bha a'sela diundra fir'ye)

Daß dieser Zauber für die Firnelfen überlebensnotwendig ist, liegt auf der Hand, aber auch die nördlich lebenden Auelfen können im Winter sicher von ihm profitieren. Daß diese Formel die "bekannteste der sogenannten Hexalogie der Elementaren Bewegung" (LC, S.57) sein soll, halten wir für ein Hirngespinst Puniner Magierinnen: weder ist der FIRNLAUF bei Magierinnen weitverbreitet, noch kann man von einer 'Hexalogie der Elementaren Bewegungen' sprechen, wenn weder die Elfen selbst, noch gildenmagische Bewegungsspezialistinnen mehr als drei dieser Zauber kennen!

Daß dieser Spruch in Belhanka Lehrplanspruch ist, ist geradezu grotesk, wo es doch im Lieblichen Feld kaum einmal richtig schneit...!

Weitere Varianten
  • Spinnenlauf (+7, ab ZfW 11): Der Wirkung des Zaubers SPINNENLAUF entsprechend kann der Firnelf mit Leichtigkeit steile vereiste Wände, gefrorene Wasserfälle oder gar die Wände von Gletscherspalten emporklettern.

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FLIM FLAM FUNKEL (feya feiama i'ungra)

Der FLIM FLAM ist wohl das bekannteste Beispiel für einen typischen Hochelfenzauber, den deren Nachfahren übernommen und tradiert haben. Gerade die hochelfischen Immerlichter, stationäre FLIM FLAMs, die in den Hochelfenpalästen Tag und Nacht brannten, sind Legende. Die heutigen Elfen haben den FLIM FLAM wohl aus Gewohnheit oder Bequemlichkeit tradiert, wobei die Firnelfen gar selbst einige Immerlichter in ihren Eispalästen besitzen dürften. Bei den Waldelfen, die ja keine Nachfahren der Hochelfen sind, ist der FLIM FLAM allerdings nicht so verbreitet wie bei den anderen Elfenvölkern.

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FULMINICTUS (fial miniza dao'ka)

Zum FULMINICTUS bleibt nicht viel zu sagen, außer daß ein Elf ihn wohl lieber zur letzten Verteidigung als für einen Angriff zaubert - und auch dann nur, wenn er den Gegner auch wirklich töten will oder muß (denn das passiert bei diesem Zauber ja schnell, ist aber kaum kontrollierbar). Allerdings wissen auch Elfen, daß der Zauber sich eignet, um einem Geist oder Dämon beizukommen.

Da bei weitem nicht die meisten Elfen je in die Situation kommen, einen ernsten Kampf führen zu müssen, können auch nicht alle Elfen FULMINICTUS anwenden - es braucht schon ein Schlüsselerlebnis, um derart zerstörerische Kräfte freizusetzen und gegen ein lebendes, vielleicht gar denkendes Wesen zu richten! So könnte man den Spruch eventuell auch spieltechnisch handhaben: ein Elf muß den Zauber zu Beginn seiner Abenteurer-Laufbahn nicht unbedingt können, aber früher oder später wird er Gefahren ausgesetzt sein, die eine wirksame Verteidigung erfordern. Dann könnte der Elfen-Spieler erstmals beschreiben, wie sein Charakter den FULMINICTUS 'entdeckt' - ein erschütterndes Erlebnis wahrscheinlich, da der Zauber völlig unvorhersehbar für den Elfen quasi aus ihm herausbricht...

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GEDANKENBILDER ELFENRUF (feya, ama visya'ray)

Dieser Zauber ist in den weiten Landen, in denen Elfen leben und jagen, wohl eine Notwendigkeit, weswegen er von den allermeisten Elfen beherrscht werden dürfte. Wir würden vorschlagen, daß die Senderin der Botschaft ab einem ZfW von 11 auch spüren kann, ob und wieviele 'Empfänger' ihre Botschaft erreicht hat. Ab einem ZfW von 14 bemerkt sie außerdem, wenn unter den Empfängern eine nichtelfische Zauberkundige ist.

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HARMLOSE GESTALT

Dieser für Hexen lange Zeit und auch heute wohl immer wieder überlebensnotwendige Zauber erscheint uns für Elfen nicht recht angemessen. Höchstens in Gebieten, in denen Elfen seit längerer Zeit angefeindet oder gefährdet sind, wenn man sie als Elfen erkennt, könnten sie eine eigene Version dieses Zaubers entwickelt haben.

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HASELBUSCH UND GINSTERKRAUT (la sala biunda sanya'ray)

Die Anwendungsgebiete dieser Zauberei dürften zur Genüge bekannt sein - unserer Meinung nach ist dies der einzige Zauber, den wirklich jeder Waldelf erlernt, denn er stellt das größte Maß an Harmonie zwischen Elf und Wald her. Natürlich befiehlt ein Elf der Pflanze nicht, wie sie sich zu verhalten hat, sondern er bittet sie um einen Gefallen und - ein wenig ähnlich zur Dschinnenbeschwörung - spendet seine Kraft, um das Leben selbst zu bereichern und ihm die Möglichkeit zur Gestalt zu geben. Eine der wichtigsten Anwendungsformen neben den Baumhäusern der Waldelfen dürfen die HASELBUSCH-Pfeile sein, deren Schäfte vollkommen glatt und gerade aus einem Eibenast gemacht wurden.

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HELLSICHT TRÜBEN (dha'visya taubraza)

Beim HELLSICHT TRÜBEN ist es schon eher vorstellbar, wie die Elfen einen solchen Antimagie-Zauber durch Erfahrungen mit Menschenmagiern entwickelten (oder eine hochelfische Version wieder aufnahmen), um sich selbst vor der völlig vom badoc durchdrungenen Hellsichtmagie der Menschen schützen zu können. Für Elfen ist es zunächst undenkbar, daß ein Wesen unwissentlich und ungefragt die Gedanken, Gefühle usw. eines anderen lesen könnte, aber wenn sie diese Erfahrung einmal gemacht haben, werden sie sicher auch die Notwendigkeit verspürt haben, sich davor schützen zu können. Aus diesem Grund wird dieser Zauber vielleicht auch einem Elfen, der in die Menschenwelt zieht, mit auf den Weg gegeben.

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HERR ÜBER DAS TIERREICH

Einen Zauber, mittels dem man einem Tier Befehle geben kann, so daß es wie dressiert reagiert, dürfte wohl nur eine Elfe wirken, die zutiefst dem badoc verfallen ist. Selbst wenn die Überlegung nahezuliegen scheint, daß Elfen "diesen Spruch nur einsetzen, wenn es gar nicht anders geht" (LC S. 73), so müssen sie ihn doch vorher irgendwie erlernt haben - und das wird unserer Meinung nach keine echte Elfe tun, so sehr widerstrebt ihr allein der Gedanke an das, was ein solcher Zauber beabsichtigt!

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HILFREICHE TATZE, RETTENDE SCHWINGE (feiama diund saladir)

Ein wirklich schöner Zauber, den die Elfen übrigens kaum dazu benutzen dürften, leichter an ein ordentliches Jagdwild zu kommen! Vielmehr könnte ein Elf versuchen, ein Exemplar der Tierart seines Seelentieres zu rufen, mit dem er sich zwecks tieferer Einsicht in sein Seelentier mittels TIERGEDANKEN verständigen möchte. Oder ein Tiersprecher nimmt so Kontakt zu dem Alpha-Tier eines Wolfsrudels auf, das er um das Recht bitten möchte, mit seiner Sippe durch das Revier der Wölfe ziehen zu dürfen. Aber auch die Möglichkeit, ein Tier in einer Notlage zu Hilfe zu rufen, ist den Elfen durchaus bekannt.

Weitere Varianten
  • Anziehungskraft (ab ZfW 5): Der Elf ruft ein oder mehrere Tiere herbei - nicht, weil er etwas Bestimmtes von ihnen möchte, sondern einfach aus Freude an ihrer Anwesenheit: Ein schöner Schmetterling landet auf der Hand des Elfen, ein Eichhörnchen kommt herbei, um sich ein paar Nüsse aus der Hand des Elfen zu stibitzen usw. Die Reichweite beträgt für diese Variante nur ZfP* x 10 Schritt, kostet dafür aber auch nur 1 AsP.
  • Tierfreund rufen (+5): Der Elf ruft ein ganz bestimmtes Tier herbei, das er kennt (sein Reittier, den jungen Luchs, der bei der Sippe aufwächst, den Wolfsgefährten einer nivesischen Freundin usw.). Die Reichweite beträgt dabei ZfP* Meilen. Auch hier kann der Elf das Tier bei Erscheinen um einen Gefallen bitten, ob es danach bei ihm bleibt, hängt von der Beziehung des Elfen zu dem Tier ab. Er kann es aber z.B. auch zu seinem "Besitzer" zurückschicken.

    Insbesondere bei den Steppenelfen dürfte diese Version des Zaubers verbreitet sein, die sie benutzen, um ihre Pferde vom Grasen zu sich zu rufen.

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KATZENAUGEN

Fast ausschließlich unter den Waldelfen ist die Kenntnis dieses Zaubers verbeitet, der die Elfe in der Nacht wie eine Katze oder eine Eule sehen läßt - und so sind es auch gerade jene Elfen mit den entsprechenden Seelentieren, die ihn beherrschen und damit ebenso wie diese zu perfekten nächtlichen Jägerinnen werden. Insbesondere den Elfen mit einer Katze als Seelentier ist auch eine Variante bekannt, bei der Licht (z.B. der hinter einer Wolke auftauchende Vollmond) sie nicht blendet - denn auch eine Katze kann ja im Hellen und bei Tage genausogut wie in der Nacht sehen und sich bewegen.

Weitere Varianten
  • Katzensicht (+5, ab ZfW 7): Vor allem Elfen mit einer Katze als Seelentier beherrschen diese Variante, bei der sie, ohne den Zauber fallen zu lassen, ihre Augen blitzschnell an andere Lichtverhältnisse anpassen können, ganz wie das auch eine Katze vermag.

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KLARUM PURUM

Ein sicherlich zumindest bei den elfischen Heilern recht verbreiteter Zauber, der zum Einsatz kommt, wenn ein unvorsichtiges Elfenkind eine verlockend rot leuchtende, aber leider ziemlich gifte Beere gegessen hat oder ein Sippenmitglied von einer Schlange gebissen oder einem giftigen Insekt gestochen wurde. Aber auch die Orks, die alten Feinde der Elfen, verwenden zuweilen vergiftete Waffen; und selten muß dieser Zauber sogar dazu benutzt werden, einen Kundschafter oder Botschafter, der sich unvorsichtigerweise mit dem Feuerwasser der Goldwäscher eingelassen hat, von den - für einen Elfen immer recht heftigen - Nachwirkungen dieses Gebräus zu erlösen. Dabei geht es nicht nur darum, den Rauschzustand zu beenden (der sich bei Elfen zudem in einer gehörigen Übelkeit äußern dürfte), sondern auch insgesamt den Körper des Elfen von diesem unguten Stoff zu reinigen. Es wäre deshalb auch folgende elfische Variante des KLARUM PURUM denkbar:

Weitere Varianten
  • Reinigung: Der Zauber wird in dieser etwas abgeschwächten Variante von dem Elfen dazu benutzt, ihn von allen für ihn unangenehmen Stoffen zu reinigen, die er zu sich genommen hat: Wenn er z.B. unvorsichtigerweise oder aus großem Hunger (oder Höflichkeit) Brot, Käse oder Knoblauch gegessen hat. Natürlich ist der vorbeugende ABVENENUM immer die bessere Alternative...

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KRÖTENSPRUNG

Sicherlich ist der KRÖTENSPRUNG nicht besonders weit verbreitet bei den Elfen, aber gerade einer Firnläuferin kann der Zauber außerordentlich nützlich sein, wenn breite Gletscherspalten oder Lücken zwischen Eisschollen zu überwinden sind. Die den Waldelfen bekannte Version könnte man auch als eine Variante des WIPFELLAUF (s. dort) behandeln, bei der die Elfe zu ungeahnten Sprüngen von einem Baum zum anderen in der Lage ist.

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LEIB DER ERDE

Die Hexalogie der elementaren Leiber darf wohl als eine Entdeckung bzw. Erfindung der Hochelfen gelten (die wohl teilweise auch die aufgeführten Varianten beherrschten) - heute allerdings findet man sie wohl eher in den kühnen Träumen von Druiden und Magiern als in den Elfenvölkern, die keine Elementartheorie kennen. Allerdings kennen die Waldelfen einen Zauber, der sie davor schützt, von Dornen oder Tannennadeln zugesetzt zu bekommen, wenn sie sich gewandt durchs dichte Unterholz bewegen; ja, fast könnte es einem Beobachter scheinen, als öffneten die Gebüsche und Farne dem Elfen einen Weg... (Überflüssig zu erwähnen, daß die Varianten Durch Erde und Holz und Leib aus Holz den Elfen gänzlich unbekannt sind.)

Weitere Varianten
  • Eins mit der Natur (ab ZfW 7): Der Waldläufer verschmilzt bei zunehmender Kenntnis des Zaubers so sehr mit seiner Umgebung, daß die Wirkung der des Zaubers EINS MIT DER NATUR gleichkommt.

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LEIB DER WOGEN

Zur Hexalogie der elementaren Leiber siehe LEIB DER ERDE. Von den Auelfen heißt es, daß sie eine Variante des WASSERATEM kennen, der es ihnen zusätzlich zum Atmen unter Wasser ermöglicht, auch bei schwierigen Strömungen zu schwimmen wie ein Otter - vielleicht hat ja eine übereifrige Magierin aufgrund solcher Berichte auf die Wasservariante der elementaren Leiber geschlossen... (Überflüssig zu erwähnen, daß die Varianten Durch Wasser und durch See und Leib aus Wasser den Elfen gänzlich unbekannt sind.)

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LEIB DES EISES

Zur Hexalogie der elementaren Leiber siehe LEIB DER ERDE. Der LEIB DES EISES scheint uns als elfischer Zauber der sinnvollste unter den sogenannten "Elementaren Leibern" zu sein, denn letztlich schützt er den Firnelfen vor Kälteschaden verschiedenster Art durch Luft, Wind, Wasser, Schnee und Eis - und wie schnell kann das in der Grimmfrostöde lebensrettend sein. Die Varianten Durch Eis und Schnee und Leib aus Eis würden wir aber für Elfen dennoch eher ablehnen.

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LEIB DES ERZES

Zur Hexalogie der elementaren Leiber siehe LEIB DER ERDE. Der LEIB DES ERZES ist als elfischer Zauber durch keinerlei besondere Angepaßtheit oder Beziehung der Elfen zu ihrer Umgebung zu erklären, sondern nur als Zauber, der eine tiefe Kenntnis der Elementarzauberei voraussetzt. Deshalb lehnen wir ihn und alle seine Varianten für Elfen vollständig ab.

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LEIB DES FEUERS

Zur Hexalogie der elementaren Leiber siehe LEIB DER ERDE. Wie der LEIB DES ERZES ist der LEIB DES FEUERS für uns für Elfen eigentlich kaum vorstellbar. Es mag höchstens die eine oder andere Elfe geben, die ohne Schaden zu nehmen einen brennenden Ast aus dem Feuer ziehen kann, aber auch soetwas dürfte wohl eher eine Seltenheit sein.

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LEIB DES WINDES

Zur Hexalogie der elementaren Leiber siehe LEIB DER ERDE. Die Steppenelfen, die sich selbst "Kinder des Windes" nennen, kennen vielleicht einen Zauber, durch den ihnen die scharfen Steppenwinde nichs anhanben können. Aber auch sie kennen die Varianten Mit dem Wind, in Sternenhöh und Leib aus Luft nicht. Was das für ein Zauber ist, der unter dem Namen LEIB DES WINDES in Belhanka, Olport, Festum und Neersand in angeblich elfischer Repräsentation gelehrt wird, wissen wir beim besten Willen auch nicht.

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MANIFESTO ELEMENT

Da Elfen keine Elementaristen sind, kennen sie auch den MANIFESTO nicht als Zauber, der eine kleine Menge eines Elementes aus dem Nichts manifestiert. Denkbar wären für Elfen höchstens Zauberwirkungen, die schon Vorhandenes verstärken: ein Handwedeln erzeugt einen Luftzug, der stark genug ist, um eine Kerze auszublasen; beim Feuermachen springt ein Flämmchen schneller unter den Händen des Elfen hervor; die wenigen Tautropfen, die der Elf von einem Blatt leckt, fühlen sich für ihn wie ein richtiger Schluck Wasser an usw. Für diese Wirkungen muß der Elf keinen eigenen Zauber erlernen, vielmehr werden ihm solche Dinge einfach von Zeit zu Zeit geschehen, ohne daß er sie bewußt hervorruft. Die Zauberdauer ist entsprechend kürzer und kostet ihn nur 1 bis 2 AsP.

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MEMORABIA FALSIFIR

Dies ist der einzige echte Beherrschungszauber, den Elfen anwenden. Er ist zudem auch nur unter den Waldelfen und, wie es heißt, unter den Biunvara des Bornwaldes ein wenig verbreitet, die ihn dann benutzen, wenn sich ein Eindringling zu weit in ihre Gebiete vorgewagt und Dinge gesehen hat, die die Elfen als Geheimnisse bewahren. Meistens wird der Eindringling zuvor mit dem SOMNIGRAVIS ruhig gestellt. Wenn das Opfer aufwacht, kann es sich weder erinnern, was es in den letzten Tagen getrieben hat, noch, was es eigentlich hier am Rande dieses unbekannten Waldes wollte. Fast immer wird der MEMORABIA von den Waldelfen permanent angewendet, aber die Varianten Falsche Erinnerung und Mnemosynthese verwenden sie nicht.

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METAMORPHO GLETSCHERFORM (mandra mha firndra sha'ka)

Außer den Firnelfen, die diesen Spruch wohl zum Großteil beherrschen, schätzen es sicher auch die Wald- und Auelfen, aus dem Schnee ihrer Winterszeit Kunstwerke oder Nahrungsspeicher zu formen. Aber weit verbreitet ist die Formel unter den letztgenannten Völkern sicher nicht.

Besonders schöne Werke dieses Zaubers sind die wunderbaren Windorgeln des Firnvolkes, deren Klang sich meilenweit über die weißen Ebenen verbreiten kann. Es erscheint gar so, als würde das Eis selbst in das melancholische Singen des Firnvolks einstimmen - und dann grimmen und grollen die bösen Frostwürmer und machen sich wieder auf die Suche nach den versteckten Palästen der Flüchtlinge aus dem Himmelsturm...

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METAMORPHO FELSENFORM (mandra mha ten sha'ka)

Kaum ein Elf der Auen, Wälder oder der Grimmfrostöde kennt noch diese alte, von den Hochelfen entwickelte Formel oder weiß überhaupt, daß es sie gibt. Aber dennoch tauchen ab und an Kunstwerke aus edlen Steinen aus, in die Bilder oder Verzierungen von solcher Feinheit und mit solcher Kunstfertigkeit eingelassen sind, daß man keine Spuren der Bearbeitung erkennen kann. Ob diese tatsächlich von bisher unbekannten Meistern des FELSENFORM gefertigt wurden oder auf eine ganz andere Weise kann man jedoch nicht mit Sicherheit sagen. (Wir würden deshalb eher eine Verbreitung von Elf1 vorschlagen.)

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MOTORICUS

Elfen sind die echten telekinetischen Sprüche eher fremd, gerade der MOTORICUS ist eben einer der ganz typischen Magiersprüche. Denkbar für Elfen ist der MOTORICUS vor allem als "Kindertelekinese", also in einer Zauberwirkung, die die allermeisten Magiebegabten als Kinder einmal beherrschten: Man wünscht sich, an eine oben auf dem Schrank stehende Keksdose oder an ein zu hoch gelegenes Vogelnest heranzukommen - und auf einmal hält man den Gegenstand in der Hand. Weil Elfen anders als Magierinnen diese natürliche Form der Magie nicht verlernen, werden sich solcherlei Zauberwirkungen auch bei der erwachsenen Elfe noch zuweilen einstellen - z.B. auch dann, wenn die Elfe sich dringend eine Waffe in die Hand wünscht, die zu weit von ihr entfernt liegt, oder indem einer Bogenschützin die Pfeile aus dem Köcher quasi in die Hand fliegen, die sie nur danach ausgestreckt hat. Auch scheint bei dieser elfischen Form der Telekinese die Trennung zwischen unbelebter und belebter Materie nicht ganz deutlich zu sein: So kann man beobachten, daß sich einer Waldelfe die Zweige eines Baumes zuzuneigen scheinen, dem sie ihre Hand wie zur Begrüßung entgegenhält.

Wir würden diese Form des MOTORICUS ähnlich wie beim MANIFESTO beschrieben nicht als eigenständigen Zauber führen, den eine Elfe extra lernen muß - sondern eher als eine zuweilen unbewußt geschehende Zauberwirkung, die der Elfe schlicht seit ihren Kindertagen nicht verloren gegangen ist.

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MOVIMENTO DAUERLAUF (mhawin biunda dao'la)

Ein genialer und sehr elfischer Zauber - allerdings plädieren wir dafür, daß der Elf getrost seine Stiefel anbehalten darf. Insbesondere für die Firnelfen - für die der Zauber lebensrettend sein kann, wenn sie z.B. vor dem nahenden Schneesturm noch ihren heimatlichen Eispalast erreichen wollen - wäre dies doch recht unangenehm, und auch insgesamt will uns die Notwendigkeit dieser Zaubertechnik nicht recht einleuchten. Von allen Elfenvölkern wird der MOVIMENTO wohl in erster Linie zum Jagen eingesetzt - und sie können damit gleich einem Wolf ein Wild über viele Meilen weit verfolgen.

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NEBELWAND UND MORGENDUNST (feya val'ya na'biunda)

Dem NEBELWAND dürfte immer wieder große Bedeutung zukommen, wenn es darum geht, elfische Behausungen vor Eindringlingen verborgen zu halten - die beliebige Formbarkeit spielt dabei allerdings eher keine Rolle (doch gibt es auch Märchen im Weidener Land, die von geisterhaften Schemen und Gesichten berichten, die den braven Holzfällerinnen im Nebel erschienen...).

Bis auf die Sippenwächterinnen werden den Zauber aber entsprechend wenige Elfen anwenden - dafür sollte er bei Au- und Firnvolk gleichermaßen bekannt sein.

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OBJECTOVOCO

Dieser schon gildenmagietheoretisch einigermaßen dubiose Zauber (die Dungeon-Ursprünge lassen grüßen) ist für uns für Elfen einfach nicht vorstellbar. Wozu sollten sie ihn auch brauchen? Um einen Stein am Wegesrand danach zu fragen, ob in der letzten Zeit vielleicht ein jagbares Wild oder ein ausbleibender Gefährte vorbeigekommen ist?

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ODEM ARCANUM (uida mandra sanya'ray)

Auch der ODEM ist wieder ein starker Harmonie-Zauber, mit dem eine Elfe ihre eigene Wahrnehmung mit dem Strom der astralen Kräfte abgleicht. Wenn sie dies tut, dann in der Regel für längere Zeit (also wesentlich länger als 4 Aktionen) und es geht ihr dabei nicht um eine arkane Analyse, sondern um eine engere Verschmelzung mit einer normalerweise unsichtbaren, aber für Elfen spürbaren Ebene der umgebenden Welt.

Für eine ODEM-Meditation suchen Elfen gerne besondere Orte auf: den See der Quellnymphe zum Beispiel, wo die Nymphe und zahlreiche Mindergeister eine starke astrale Prägung hinterlassen, oder einen besonders alten Baum, dessen arkane Ausstrahlung ein besonderes Charisma besitzt. Auch ein fremder, vielleicht etwas unheimlich wirkender Rastplatz kann mit ODEM auf die Anwesenheit eines Geistes geprüft werden (wie gesagt: auch dies bedarf eines längeren, meditativen Zaubers) - denn eine Elfe wird ein ruheloses Licht nicht mit ihrer Anwesenheit behelligen wollen.

Magische Lebewesen oder Gegenstände werden mittels des ODEM ARCANUM von einer Elfe übrigens nicht rot leuchtend wahrgenommen, die Elfe erfühlt vielmehr die Magie ihrer Umgebung. Dieses Gefühl erlaubt es ihr unter Umständen (je nach Erfahrung mit der Umgebung und vor allem mit dem Zauber), die Art der Magie näher zu bestimmen - anders als das im LC angegeben ist, denn die dortige Beschreibung bezieht sich ja darauf, daß magische Auren gesehen und nicht etwa erspürt werden. Wir denken aber, daß eine Elfe sicherliche recht einfach (ab ZfW 5) mandra (elfische Magie) von taubra (menschlicher Magie) und von zertaubra (zerstörerische Magie) unterscheiden kann; eine allgemeine Einstufung der Mächtigkeit der Magie ist natürlich immer möglich. Schwieriger, aber bei ausreichend Erfahrung mit dem ODEM (ab ZfW 11) möglich ist die Unterscheidung z.B. zwischen druidischer, schamanischer, satuarischer und Gildenmagie bzw. zwischen "offensiver" Magie (Kampfzauber, Beherrschungsmagie) und "sanfter" Magie (Heilung, Verständigung).

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PENETRIZZEL TIEFENBLICK

"Neugier ist schließlich eine universale Eigenschaft" (LC S. 132) - nunja, selbst wenn dies auch auf die Elfen zutreffen sollte - was wir bezweifeln - können wir uns immer noch keinen Elfen vorstellen, der seine Sippenmitglieder durch einen Ast des Wohnbaums oder eine Wand des Eispalastes hindurch heimlich beobachtet (letzterer muß dabei noch aufpassen, daß seine Stirn nicht an der Wand festfriert)...

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PESTILENZ ERSPÜREN

Sicher ist dieser Zauber nicht nur bei den Firnelfen zum Zwecke der Untersuchung von seltenen Besuchern verbereitet, auch die Heilkundigsten unter den Wald- und Auelfen dürften eine Variante des Zaubers beherrschen, denn auch in diesen Sippen mag es zuweilen vorkommen, daß Mitglieder sich merkwürdige oder unbekannte Krankheiten zuziehen - zumal bei Elfensippen, die in der Nähe von Menschensiedlungen leben.

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PFEIL DES ELEMENTS [LUFT, HUMUS, EIS]

Wir würden vorschlagen, daß die Elfen seltene Zauberlieder kennen, um Windläufer, Efeupfeile und Eiszapfen zu erschaffen, die jeweils permanent sind (also so lange bestehen, bis sie benutzt werden; siehe die Variante Permanenz im LC S. 134). Diese Zauberei verstehen die Elfen allerdings nicht als Elementarmagie:

Es heißt, daß die Ältesten der Steppenelfen das Geheimnis der Windläufer hüten, jener magischen Pfeile, die doppelt so schnell fliegen wie andere Pfeile. Nur zu besonderen Anlässen werden diese durch ein altes und mächtiges Zauberlied hergestellt und an ausgewählte Reiterinnen und Bogenschützinnen weitergegeben. Über die Firnelfen gibt es Geschichten und Legenden, diese würden mit Pfeilen aus Eis statt aus Holz und Bein schießen, und wenn ein solcher Pfeil einen Feind trifft, würde er sofort zu Eis erstarren.

Und von einer Waldelfensippe, tief in den Ewigen Wäldern, heißt es, sie besäßen die Kenntnis eines Zauberliedes (aus dem vermutlich vor langer Zeit auch der HASELBUSCH hervorgegangen ist), mit dem sie Pfeile aus lebendem, gänzlich unversehrtem Holz herstellen, das an jener Stelle Wurzeln schlägt, wo der Pfeil auftrifft. Und zuweilen macht eine Geschichte unter den Holzfällerinnen des Nordens die Runde, daß eine vermißte Kameradin im Wald aufgefunden wurde, die gänzlich von Efeuranken und blühenden Windengewächsen eingesponnen war. Sie schien wie leblos, aber als man sie befreite, schien sie wie aus einem langen Schlaf zu erwachen und es fehlte ihr nichts. Nur ihre Axt und andere Werkzeuge ihrer Zunft waren verschwunden.

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PLUMBUMBARUM SCHWERER ARM

Wir finden es passend, daß dieser Spruch nun auch den Elfen zugänglich ist, denn ein Zauber, der die Angriffskraft eines Gegners oder gefährlichen Tieres lähmt, dürfte der elfischen Vorstellung von einem Kampfzauber eigentlich vielmehr entgegenkommen als etwa der FULMINICTUS.

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RESPONDAMI WAHRHEITSZWANG

Wieso solch ein übler Beherrschungsspruch bei Elfen eine Verbreitung von 4 haben soll, ist uns ein Rätsel. Elfen sind keine Beherrschungsmagier, Punkt. Diejenigen, die eine solche Denkweise dennoch verbreiten, glauben wohl auch, ihren BANNBALADIN hätten die Elfen erfunden...

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RUHE KÖRPER, RUHE GEIST (raya dao, raya mandra)

Der Spruch eignet sich bestens, um leichte Verletzungen in einer Nacht auszukurieren und sich körperlich für eine lange Reise vorzubereiten - dabei kann der Zauber natürlich auch auf sich selbst angewendet werden, und dies ist wohl auch die vornehmliche Verwendungsweise bei den Elfen. Die Nutznießerin des Zaubers ist danach wirklich erfrischt und ausgeruht, auch wenn sie keine LE und AsP zu regenerieren braucht - der Zauber stärkt ihr gesamtes Wesen und gibt ihr das Gefühl, mit sich selbst und der Welt ihm Reinen zu sein.

Man könnte regeltechnisch vielleicht sagen, daß der RUHE KÖRPER, auf eine Unverletzte angewandt, für den nächsten Tag ihre Ausdauer um 2 Punkte pro Stunde und ihre Sinnenschärfe pauschal um 3 Punkte anhebt, was die Kraft und Harmonie ausdrückt, die sie durch den Zauber verspürt!

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SANFTMUT (valva iama)

Der Zauber wird natürlich nicht dazu verwendet, ein Tier gefügig zu machen und es dann zu töten - aber es gibt genug Tiere, die auch auf einen Elfen mürrisch, mit Unwillen oder gar Feindseligkeiten reagieren. So tut der Elf gut daran, sich vor der Jagd oder einem Streifzug des guten Willens von Höhlenbär oder Leitwolf zu vergewissern. Wir würden allerdings die Wirkung in der elfischen Variante etwas verändern: das Tier kauert sich nicht apathisch nieder, sondern verliert einfach nur mögliche Aggressionen gegenüber dem Elfen - und läßt diesen entweder seines Weges ziehen oder ist empfänglicher für ein mögliches Ansinnen des Elfen (z.B. per TIERGEDANKEN).

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SCHADENSZAUBER BANNEN (thar taubraza)

Auch der SCHADENSZAUBER BANNEN ist dazu gedacht, gegen Magiersprüche zu wirken, aber die Elfen haben in der Geschichte nie größere Konflikte mit Magierarmeen gehabt. Außerdem muß man sich ja mit Kampfmagie auskennen um sie erkennen und gezielt stören zu können - und eine Elfe würde sich nie hinsetzen und gildenmagische Kampfmagie studieren... Insgesamt ist also nicht einsichtig, welche Verwendung die Elfen für diesen Zauber haben sollten. Denkbar wäre höchstens eine geringe Verbreitung des SCHADENSZAUBER BANNEN in Form der Variante Zone, innerhalb derer das Wirken von allen Schadens-Sprüchen erschwert ist.

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SEIDENZUNGE, ELFENWORT (saya uida'za eo'gra e'fey var)

Dieser Zauber sollte eigentlich eher im Auelfenvolk verbreitet sein, statt bei den Waldelfen, denn erstere haben sicherlich häufige Verwendung für ihn gefunden im Kontakt mit den Menschen. Gerade die Elfen in Almada, Weiden oder dem Bornland werden diesen Spruch oft einsetzen, um mit den mißtrauisch-abergläubischen Menschen umgehen und Handel treiben zu können.

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SENSIBAR EMPATHICUS (saya bha vara la)

Wie der BLICK IN DIE GEDANKEN ist wohl auch SENSIBAR eher eine elfische Verständigung, als ein Hellsicht-Zauber, denn mit ihm zeigt ein Elf seinem Freund Mitgefühl im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn er meint, der andere hätte nichts dagegen, dann erspürt er dessen Gefühle und Stimmungen und reagiert auch entsprechend: wenn er sich entschlossen hat, den Zauber zu weben, dann wird er den anderen auch nicht allein mit seinem Inneren lassen - Trauer will getröstet, Angst will beruhigt, Zorn besänftigt und Freude geteilt werden! Eine passive oder gar eigennützige Zurkenntnisnahme des Gefühlslebens eines Gegenübers (gar das eines Fremden!) ist für einen Elfen undenkbar.

Wir schlagen vor, daß jeder Elf, der den SENSIBAR zaubert, auch eine Variante kennt, die seine eigenen Gefühle gegenüber einem anderen offenbart. Einem Freund kann so wortlose Zuneigung, Zustimmung, Verärgerung, Anteilnahme o.ä. bezeugt werden. Aber diese Variante läßt sich auch als Höflichkeit gegenüber Fremden anwenden: man braucht dem bekehrungswütigen Geweihten nicht zu sagen, daß er nervt oder daß man sich köstlich über ihn amüsiert - man kann es ihm wortlos zu verstehen geben und ihm die Möglichkeit geben, seine Ehre im Rückzug zu bewahren...

Selbstverständlich muß man beim SENSIBAR als Verständigungszauber nicht die Magieresistenz seines Gegenübers überwinden.

Weitere Varianten
  • Gefühle offenbaren (+3): Der Elf kann so einem Gegenüber ohne Worte seine Gefühle deutlich machen.

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SILENTIUM (sala diun, sala dao'lir)

Wieder einer jener Zauber, die eigentlich nicht so recht zum Elfenvolk passen: auf der Pirsch nützt ein Stillezauber gar nichts, denn die Jägerin muß ein waches Ohr dafür haben, ob sie ein flatternder Vogel verrät o.ä. Außerdem sind 5 Schritt Radius (kuppelförmig) gewaltig viel, so daß auch viele Wesen in die Zone der Stille geraten, die auf ihre Taubheit äußerst irritiert reagieren dürften - was die Elfe also zusätzlich offenbart!

Man könnte sich noch vorstellen, daß die Elfen den SILENTIUM als Meditationshilfe schätzen - unter seinem Einfluß können sie sich ganz auf ihr eigenes Wesen und ihre innere Stimme konzentrieren, ohne von äußeren Einflüssen gestört zu werden; allerdings ist es wiederum fraglich, ob eine Elfe die Stimmen ihrer Umgebung, mit der sie sich doch in Harmonie befinden möchte, einfach so aussperrt. Höchstens im Lärm der Menschenstädte wäre so etwas recht nützlich. Für Magierinnen hingegen ist jedenfalls eine derartige Verwendung des Zaubers insgesamt äußerst passend!

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SOLIDIRID WEG AUS LICHT (sala dir'dha e'fey bhanda)

Der SOLIDIRID ist ein schöner Zauber, von dem wir meinen, daß er eigentlich allein den Elfen vorbehalten sein sollte. Wegen seiner Schönheit und Grazie wird er sich wohl auch bei allen Elfenvölkern verbreitet haben. So kann man sich gut vorstellen, daß die Waldelfen ihn (parallel zum WIPFELLAUF) als Weg von Wohnbaum zu Wohnbaum verwenden, oder daß die Auelfen (parallel zum WELLENLAUF) magische Brücken zwischen Flößen und Pfahlhäusern 'bauen'.

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SOMNIGRAVIS TIEFER SCHLAF (samagra dao'sa sha e'fey)

Auch beim SOMNIGRAVIS ist nicht recht einleuchtend, warum die Elfen allgemein und speziell die Waldelfen einen solchen Zauber tradieren und verwenden sollten - außer als sehr seltene Verteidigung gegen Eindringlinge in elfischem Territorium. So mag es Erzählungen unter den Holzfällern geben, wie der starke Alrik im Walde einst eine wunderschöne Blutulme fand, die er schlagen wollte. Er wählte sorgfältig die Stelle für seine Kerbe, damit die Ulme bei ihrem Fall nicht Schaden nehme, markierte sie und legte sich dann zum Nickerchen nieder, um bei Kräften zu sein und den Baum innerhalb eines Nachmittags schlagen zu können. Als er aber aufwachte, war es schon Abend und er fand sich am Rande des Waldes wieder...

Es sollten also höchstens jene Elfen diesen Zauber beherrschen, die das Sippenterritorium verteidigen. Den Spruch ohne echte Not gegen andere Wesen einzusetzen, um einen eigennützigen Vorteil aus ihrem Schlaf zu gewinnen, sollte schon eine Überwindung für den Elfen bedeuten!

Gegen ein Lebewesen, daß sich zwar in einer Ruhestellung befindet, aber dennoch innerlich erregt und angespannt ist - wie etwa eine lauernde Raubkatze oder ein in die Enge getriebener Gegner -, wirkt der Zauber natürlich nicht.

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SPINNENLAUF

Einige Waldelfen haben den WIPFELLAUF derart zur Perfektion getrieben, daß sie an völlig glatten Stämmen emporklettern können, und einige Firnelfen beherrschen den FIRNLAUF so gut, daß sie damit mit Leichtigkeit senkrechte Eiswände ersteigen können. Den SPINNENLAUF als eine derartige Variante (siehe auch WIPFELLAUF bzw. FIRNLAUF) zu behandeln, erscheint uns für Elfen am stimmungsvollsten. Aber natürlich ist es dennoch denkbar, daß einige wenige Elfen auch eine eigene Version beherrschen, mit der sie steile Felsen erklettern können; oder daß sie in der Menschenwelt lernen, ihre ursprüngliche Variante auch auf Stadtmauern und Zimmerdecken anzuwenden.

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SPURLOS TRITTLOS (sa'biunda la, dha'ra la, fey'dha la)

Wahrscheinlich spielt bei diesem Zauber vor allem die Auslöschung des Geruchs auf der Fährte der Elfe eine Rolle - denn die meisten Raubtiere wären wohl schlechte Fährtensucher, wenn sie sich auf ihre Augen verlassen müßten! Der SPURLOS TRITTLOS gehört wohl auch zu den Zaubern, die eine Elfe ziemlich selten anwendet. Denn der Zauber schützt sie nicht davor, von ihrem eigenen Jagdwild gewittert zu werden und die Rolle des Gejagten nimmt sie sicher nicht oft in ihrem Leben ein.

Allenfalls also im Kampf gegen Orks, einen gierigen Höhlendrachen oder ein gefährliches Raubtier kommt der SPURLOS heute noch zum Einsatz, wenn die Elfe sichergehen muß, daß niemand ihren Weg und ihre Anwesenheit entdecken kann.

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STANDFEST KATZENGLEICH (thara iama sala biunda)

Das Wichtigste zum STANDFEST ist im LC (S. 158) bereits vermerkt. Wir plädieren allerdings dafür, daß der Zauber nicht unterbrochen wird, wenn der Elf zwischendurch zaubert (die Geste für einen FULMINICTUS oder BLITZ DICH kann sehr wohl mit der linken Hand ausgeführt werden, während die rechte weiterhin Schwert oder Speer bereithält) - für Elfen gibt es nun einmal keine so starke Trennung zwischen "profanen" Handlungen und dem Wirken von Magie. Sowohl der Kampf mit einer Waffe als auch der Kampf mittels mandra ist beides Kampf für einen Elfen.

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TIERE BESPRECHEN

Der TIERE BESPRECHEN liegt für Elfen offiziell nur in satuarischer Repräsentation vor, wir plädieren aber dafür, daß die Elfen auch eine eigene Variante kennen - dies scheint uns hier weitaus angemessener als bei einer ganzen Menge anderer Zauber (z.B. OBJEKTOVOCO oder PENETRIZZEL). Insbesondere Tiersprecherinnen verstehen sich sicher auf einen solchen Zauber - vielleicht bildet seine Anwendung sogar zuweilen die Basis für ein gutes Zusammenleben mit einem Wolfsrudel oder einem Bären, die in der Nähe ihr Revier haben.

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TIERGEDANKEN (dha'sanya fiala valva)

Ein wunderschöner Zauber, der anspruchsvolles Rollenspiel ermöglicht: ein Elfenspieler muß sich schon etwas besonderes ausdenken, um einem Tier begreiflich zu machen, was der Elf von ihm will. Nicht bloß "Ich sag dem Eichhörnchen, es soll mich zur Räuberhöhle führen..." - woher soll ein Eichhörnchen wissen, was ein Räuber ist?! Der Elf muß ihm schon erklären, daß andere Großlinge ihm Nüsse geklaut haben, daß sie sich in einem überdimensionierten Hasenbau verstecken und daß er seine Nüsse nun zurückklauen will - oder so ähnlich halt. Und einen stolzen Silberlöwen oder Rauhwolf dazu zu bringen, dem Elf einen Gefallen zu tun, sollte dann schon eine wirklich schwierige Sache sein! Aber mit solchen Wesen kann er sich zumindest halbwegs gut 'unterhalten' - ein Bienenschwarm, ein Schmetterling oder eine Spinne stellen schon echte Herausforderungen an die Darstellungsfähigkeit von Spieler und Meister.

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TRAUMGESTALT

Wir denken, daß die meisten alten und weisen Elfen eine intuitive Variante dieses Zaubers kennen - diese sind zwar nicht so nah am Licht, daß sie "sich selbst träumen" könnten, aber sie können zumindest ihre Gedanken und Traumbilder in den Träumen von anderen zur Wirklichkeit werden lassen. Wenn die Elfe intensiv genug in Traumbilder von großer Bedeutung eindringt, mag es geschehen, daß ganz unwillentlich auch andere - enge Vertraute oder gar die ganze Sippe - in ihren Träumen an den Traumbildern der Träumerin teilhaben. Es ist aber natürlich auch möglich, einer bestimmten Person bewußt ein Traumbild - eine Warnung, eine Botschaft, oder einfach Trost - zu senden. Die "berühmteste" dieser elfischen Träumerinnen ist wohl Madalya Traumweberin (vgl. die Ergänzungen zum Almada-Heft auf der FanPro-DSA-Webseite).

Daß eine Elfe einer anderen Person keinen Alptraum mit dem Wunsch, ihr zu schaden, sendet, sollte sich von selbst verstehen. Allerdings kann es natürlich vorkommen, daß eine andere Elfe an den düsteren Visionen einer Träumerin teilhat. Wenn eine Elfe sich übrigens bewußt entschließt, einen Traum an einen Menschen oder anderen Nicht-Elfen zu senden, müssen schon gewaltige Umwälzungen im Weltgefüge im Gange sein...

Nur in sehr seltenen Fällen und zu besonderen Anlässen wird dieser Zauber auch einmal an eine jüngere Elfe weitergegeben werden, die - vielleicht mit einem bestimmten Auftrag - in die Welt hinauszieht.

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UNITATIO GEISTESBUND (diun i'dao sala mandra)

Der UNITATIO wird sicherlich von allen Elfenvölkern verwendet, vornehmlich um Verständigungszauberei über weite Entfernungen zu wirken und um gemeinsam die Wohnbäume, Eispaläste und Schilfflöße zu formen. Einzelgängerische Elfen werden diesen Zauber selten erlernen und auch Spielerelfen werden wohl nicht unmittelbar auf die Idee kommen, den GEISTESBUND mit einem befreundeten Magier einzugehen, um diesem seine Kraft für dubiose zertaubra zur Verfügung zu stellen...

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UNSICHTBARER JÄGER

Es ist nicht ganz richtig, daß die berühmte Tarnkappe mittels dieses Zaubers entstand - vielmehr ist zu vermuten, daß der Zauber UNSICHTBARER JÄGER aus dem gleichen alten Lied entwickelt wurde, mit dem auch die Tarnkappe geschaffen wurde. Interessant ist aber auch die Ähnlichkeit mit dem CHAMAELIONI - im Grunde erlaubt der UNSICHTBARE JÄGER ja nichts anderes, als vollständige Bewegungsfreiheit während dieses bekannteren Illusionsspruches. Worum es sich denn nun tatsächlich handelt, wird man wohl zunächst nicht erfahren, denn die wenigen Elfen, die den Zauber beherrschen haben sicherlich besseres zu tun als gildenmagietheoretische Spekulationen darüber anzustellen.

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VERSTÄNDIGUNG STÖREN (sanya taubraza)

Es ist nicht so recht einzusehen, warum dieser Zauber ausgerechnet von Firnelfen stammen sollte. Man könnte argumentieren, daß die Elfen des Himmelsturms diesen Zauber gebrauchten, um sich ungestört von den Spionen Pardonas beraten zu können. Auch die letzten Überlebenden, die schließlich zu den Firnelfen wurden, werden diesen Spruch nützlich gefunden haben - und aus Angst, wieder in große Bedrängnis durch die Verderberin geraten zu können, haben sie den VERSTÄNDIGUNGEN STÖREN tradiert. Vielleicht beherrschen ihn heute noch einige wirklich alte Firnelfen und geben ihn weiter, aber die Hauptverwendung findet der VERSTÄNDIGUNG STÖREN wohl unter den Leibmagierinnen des menschlichen Adels oder Handelswesens, die magische Absprachen der 'anderen' fürchten müssen...

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VISIBILI VANITAR (visya'bha lir faenya'dha)

Es ist eigentlich ziemlich seltsam, daß der VISIBILI ein Elfenzauber ist - denn für jede praktische Anwendung, die man sich für Elfen vorstellen kann, ist er relativ ungeeignet: auf der Jagd, auf Kundschaftergängen, im Kampf und in ähnlichen Situationen, wo Unsichtbarkeit prinzipiell von Nutzen wäre, ist Nacktheit und das Fehlen jeglicher Ausrüstung ein derart großes Manko, daß der Zauber wohl so gut wie nie gewirkt wird. Sogar einfache Spionageaktionen im Lager der Orks oder an einem Holzfällerlager lassen sich noch leichter mit CHAMAELIONI, ADLERSCHWINGE und dergleichen Mitteln durchführen...

Wir würden darum den VISIBILI als defiziente gildenmagische Extraktion aus einer hochelfischen Tarnkappe (die ja wesentlich wirksamer ist!) einordnen, den die Elfenvölker aber eher belächeln - denn zum einen gibt es ja den Zauber UNSICHTBARER JÄGER und vielleicht hüten auch einige von ihnen tatsächlich noch das Geheimnis des alten Unsichtbarkeits-Liedes, auf dem die Tarnkappen beruhen!

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WASSERATEM (i'dao awa biunda fey'la)

Dieser Zauber ist ein typischer Jagdzauber der Auelfen, aber angeblich ermöglicht er es auch den Firnelfen, im eisigen Wasser des Hohen Nordens nach Fischen zu tauchen. Oft wird er in Verbindung mit AXXELERATUS gewirkt, um den flinken Forellen oder kraftvollen Hechten nachzustellen.

Weitere Varianten
  • Leib der Wogen (+5, ab ZfW 7): Vergleiche den gleichnamigen Zauber weiter oben. Diese Variante ermöglicht der Elfe eine solch intensive Einheit mit dem Gewässer, in dem sie sich bewegt, daß sie nicht nur unter Wasser atmen kann, sondern noch dazu leicht und behende schwimmt wie ein Otter und ihr Strömungen nicht gefährlich werden können.

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WEISHEIT DER BÄUME

Sehr wenige alte Waldelfen und Meister des HASELBUSCH haben eine so tiefe Einfühlung in das Wesen der Wälder und Bäume erlangt, daß sie sich sogar selbst in einen Baum verwandeln können. Dies ist die höchste Einheit mit dem Wald, seinem Leben, seinen Stimmen und seinem ureigenen Herzschlag, der für einen Elfen denkbar ist und somit eine Erfahrung, die den Elfen tiefe Harmonie erfahren und ihm sein eigenes Wesen als Bewohner und Teil des Waldes ganz und gar offenbar werden läßt.

Zuweilen spüren manche Waldelfen, daß die Erfüllung ihres Lebens darin liegt, sich für immer in einen Baum zu verwandeln; diese Bäume sind meist von einem besonderen Zauber und oft siedelt sich früher oder später eine Dryade in ihnen an. Aber auch um die stärkende Wirkung auf eine verunreinigte Umgebung durch einen Baum, in den sich ein Elf verwandelt hat, wissen die Kenner dieses Zaubers, und zuweilen bringt einer von ihnen das Opfer, Leiden und Schwäche auf sich zu nehmen, nachdem er selbst seine Kraft für die Rettung eines kranken oder versehrten Waldstücks hingegeben hat.

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WEISSE MÄHN UND GOLDNER HUF (valva'sa mandra ya'dha fey)

Zum WEISSE MÄHN ist nicht viel zu sagen, außer daß die Elfen sich garantiert scheckig lachen dürften, wenn ihnen eine Magierin erzählt, daß ihr Spruch vergleichbar einer Dämonenbeschwörung ist...!

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WELLENLAUF (ia'bha a'sela biunda awa'e)

Ein typischer Jagdzauber, der wohl auch unter Firnelfen und bei Waldelfen in moorigen Gegenden verbreitet sein sollte. Die Au- und Firnelfen verwenden ihn vor allem zum Fischen und zur Jagd auf Robben oder Wasservögel. In menschenreichen Gebieten legen Sippen ihre Wohnorte gelegentlich absichtlich so an, daß ein Moor oder Sumpf sie von den Menschendörfern trennt - mittels WELLENLAUF können sie das gefährliche Gebiet unbeschadet durchqueren.

Auch die Wildnisläufer und Kundschafter, die jedes Elfenvolk hat, beherrschen diesen Zauber oft, denn Flußläufe können einerseits große Hindernisse, andererseits für den kundigen Stromläufer exzellente Wege und Straßen sein!

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WINDSTILLE (rongra sala bian'dao)

Nicht viel zu sagen ist zum WINDSTILLE, der im Firnvolk sicher häufige Verwendung findet - aber auch in den Auen und Wäldern gibt es Stürme, so daß der Zauber vielleicht auch bei den anderen Völkern bekannt ist. Auf jeden Fall dürften die Steppenelfen gute Kenner dieses Zaubers sein, denn sie sind zuweilen den Unbillen von Winden und Stürmen nicht viel weniger ausgesetzt als das Firnvolk.

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WIPFELLAUF (ia'bha a'sela lala a'lee)

Der Zauber für die Wipfelläuferinnen der Waldelfen! Für den WIPFELLAUF gilt vielleicht stärker als für die anderen elfischen Bewegungszauber das Harmonie-Prinzip: der Spruch verleiht der Elfe nicht nur verbesserte Fähigkeiten, sondern er versetzt sie in einen Zustand des Einklangs mit dem Wald um sie herum! Die Elfe kann dem Wispern der Blätter lauschen und versteht, was sie ihr über ihre Umgebung berichten, sie wird zur Freundin der Bäume, so daß ihre Äste sie tragen und ihre Zweige ihr ausweichen. Ihr Schritt ist sicher, ihr Tritt leise und wenn sie es will, dann verbirgt sie das Unterholz, etc.

Die elementare Zuordnung des Zaubers zum Element Humus - und damit auch zur sogennanten "Hexalogie der elementaren Bewegung" - ist aber wohl reichlich überflüssig und akademisch, denn die Elfen kennen kein elementares Konzept: für sie gehört das Leben und der Wald (wie auch die Steppe oder die Eiswüste) zum allbestimmenden Dialog der Prinzipien nurdra und zerza. Dabei ist ein Baum etwas ganz anderes als ein Strauch und eine Eiche etwas ganz anderes als eine Birke, und beide etwas anderes als die Erde, von der es ja wiederum viele verschiedene Arten gibt. Wer also behauptet, daß all diese Dinge sich unter dem Begriff 'Humus' fassen ließen, der hat die vielgestaltige Realität nicht verstanden, in der sich eine Elfe bewegt...!

Weitere Varianten
  • Wipfelsprung (+7, ab ZfW 11): Die Wipfelläuferin ist zusätzlich in der Lage, weite Sprünge wie bei der Variante Krötengang des Zaubers KRÖTENSPRUNG angegeben von einem Wipfel zum nächsten zu vollführen.
  • Spinnenlauf: (ab ZfW 7): Die Wipfelläuferin kann völlig glatte Baumstämme ohne jede Schwierigkeit erklettern. (Vgl. den Zauber SPINNENLAUF.)
  • Leib der Erde (ab ZfW 7): Siehe die Beschreibung des Zaubers LEIB DER ERDE.
  • Eins mit der Natur (ab ZfW 11): Die Wipfelläuferin erreichte eine so große Einheit mit dem Wald, daß sie ein ähnliches Gefühl für ihre Umgebung und auch ähnliche Fähigkeiten dafür entwickelt, wie unter dem Zauber EINS MIT DER NATUR angegeben.

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ZAUBERNAHRUNG HUNGERBANN

Zu diesem Zauber ist nicht viel zu sagen; wir wollen aber darauf hinweisen, daß Elfen auch ohne Verwendung dieses doch recht seltenen Zaubers es besser als Menschen eine Zeit ohne Nahrung aushalten können, allerdings essen sie dann bei der nächsten Mahlzeit doppelt so viel. Der HUNGERBANN findet also vor allem dann Verwendung, wenn der Elf absehbar eine zeitlang ohne Nahrung auskommen, aber dennoch große Anstrengungen vollbringen muß.

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ZAUBERWESEN DER NATUR

Nur wenige Elfen gibt es, die Freundschaft mit den Wesen der Anderswelten oder mit Quellnymphen und Dryaden pflegen und diese zuweilen zu sich rufen, um mit ihnen zu spielen oder sich einfach ein wenig zu unterhalten. Aber insbesondere die Auelfen mögen die Anwesenheit von Blütenfeen und anderen ihrer entfernten Verwandten, die wie sie selbst einstmals aus dem alten Volk der Lichtwelt hervorgegangen sind. Und so verstehen sich manche von ihnen darauf, diese Wesen zu den elfischen Festen einzuladen, wo die Blütenfeen umherschwirren und die Anwesenden necken, auf winzigen Instrumenten wundervolle Melodien und Klänge hervorbringen oder kleine Süßigkeiten verteilen. Wie übergroße bunte Glühwürmchen wirken sie, wenn die Nacht sich über die Au legt und die Feechen sich kurz in den Zweigen eines Busches niederlassen oder über den Köpfen der Feiernden wilde Tänze aufführen.

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Ergänzungen zu den Elfenliedern

Halbelfen und Elfenlieder

Vorbemerkung

Der folgende Text mag nun, nachdem DSA4 auch den Halbelfen die Möglichkeit des zweistimmigen Gesangs und des "vollwertigen" Gebrauchs der Elfenlieder eröffnet hat, zu großen Teilen obsolet erscheinen. Wir wollen dennoch dieses Kapitel hier als Anregung und Ideengeber stehen lassen.

Im folgenden sollen einige Ergänzungen zu den magischen Elfenliedern vorgestellt werden, die sich vor allem auf die Möglichkeit beziehen, die Lieder mit elfischen Zaubersprüchen zu verknüpfen. So können bestimmte Elfenlieder etwa eine Art Rahmen für einen zu wirkenden Zauber bilden - und gerade wenn die magischen Elfenlieder der Inbegriff für die Harmonie der elfischen Magie sind, bietet es sich doch an, einen Zauber durch solch eine Harmonie erzeugende oder fördernde Melodie zu unterstützen.

Diese Möglichkeit gilt natürlich zunächst einzig und allein für "reinblütige" Elfen und diejenigen Halbelfen, die die Gabe des zweistimmigen Gesangs besitzen, da nur diese in der Lage sind, die magischen Elfenlieder zu wirken. Wir wollen hier aber dennoch eine Möglichkeit vorstellen, wie die Verknüpfung eines solchen Liedes mit einem Elfenzauber für einen nicht-zweistimmigen Halbelfen ebenfalls denkbar ist.

Eigentlich sind die elfischen Zauberlieder einem Halbelfen, der den zweistimmigen Gesang nicht beherrscht in ihrer magischen Wirkung verschlossen. Ein Halbelf, der bei einer Elfensippe aufgewachsen ist, wird aber dennoch Kenntnis der Lieder besitzen: Er wird ja kaum jedesmals von der Sippe weggeschickt worden sein, wenn solch ein Lied angestimmt wurde. Man kann also davon ausgehen, daß auch ein Halbelf die Melodien und Texte der gängigen Elfenlieder seiner Sippe kennt, auch wenn er selbst nicht in der Lage ist, solch ein Lied mit seiner magischen Wirkung zu singen.

Die unten vorgestellten Möglichkeiten der Verknüpfung einer Zaubermelodie mit einem Elfenzauber sollen deshalb vor allem unter dem Gesichtspunkt dargestellt werden, wie die Elfenlieder, von denen ein Halbelf Kenntnis hat, stimmungsvoll ins Spiel einbezogen werden können. Auch wenn der Halbelf die Lieder nicht zweistimmig singen kann, so kann er doch die Melodien auf seinem Instrument spielen und sich den Text dabei vergegenwärtigen. Unserer Auffassung nach kann er damit z.B. verschiedene Zauber unterstützen. Ob dies auf eine echte, aber abgemilderte Wirkung des Liedes zurückzuführen ist oder auf einen rein psychologischen Effekt - die Harmonie, die mit dem Zauber erreicht werden soll, tritt leichter ein, wenn der Habelf sich emotional und mental in die Zeit zurückversetzt, in der er die Elfenlieder noch im Kreise seiner Sippe vernehmen konnte - wollen wir bewußt offenlassen.

Prinzipiell sind die angegeben Wirkungen, die beim Singen der Elfenlieder in Verbindung mit einem Zauber eintreten könnten, auch für "echte" Elfen gedacht, meist auch in einer etwas "mächtigeren" Version, wenn dies stimmungsvoll ist.

Generell gilt: Die Zauberlieder erstrecken sind meist über einen Zeitraum von einer halben bis zu mehreren Stunden - für kurzfristige Aktionen sind die hier aufgeführten Möglichkeiten also nicht geeignet, ebensowenig wie sie sich (bis auf sehr wenige Ausnahmen vielleicht) in Streßsituationen anwenden lassen oder wenn es um größtmögliche Unauffälligkeit beim Zaubern geht. Wir wollen diese Möglichkeiten allein um des stimmungsvollen Rollenspiels einführen und nicht, um Powergamer zu erfreuen! Deshalb führen wir hier auch nicht auf, was es wertetechnisch bedeutet, wenn davon gesprochen wird, daß die Zaubermelodien bestimmte Zauber "unterstützen" - sondern überlassen dies der Darstellung des Harmoniestrebens der elfischen Magie sowohl von Seiten des Spielers als auch des Meisters.

Generelles zu den einzelnen Elfenliedern siehe "Mit Wissen und Willen", S. 47ff und "Geheimnisse der Elfen", S. 47f.

  • Wird die SIPPENMELODIE während des Wirkens eines GEDANKENBILDER gespielt, erleichtert dies die Erreichbarkeit von Sippenmitgliedern bzw. sorgt bei sehr guter Kenntnis des Zaubers dafür, daß nur Sippenmitglieder den Ruf vernehmen. Für Elfen gilt letzteres in jedem Fall. Außerdem gilt diese Wirkung des SIPPENLIEDES für Elfen auch bei ihrem HERZENSLIED. Halbelfen besitzen ein solches natürlich nicht.
  • Auch das SORGENLIED kann in Verbindung mit dem GEDANKENBILDER eine ähnliche Wirkung haben (bezüglich der Person, an die im Sorgenlied gedacht wird). Das SORGENLIED kann außerdem den SENSIBAR, gewirkt auf die umsorgte Person, unterstützen.
  • Wird ein UNITATIO mit Mitgliedern der Sippe gewirkt, kann dies durch die SIPPENMELODIE ebenfalls unterstützt werden.
  • Das Spielen des FRIEDENSLIEDES kann den SANFTMUT oder den BANNBALADIN unterstützen.
  • WINDGEFLÜSTER kann den ADLERAUGE unterstützen, sowie auch, z.B. für den Waldläufer oder Jäger, den EXPOSAMI und den WIPFFELLAUF (als Einfühlungszauber, der ihm erlaubt, die Stimmen des Waldes deutlicher und intensiver zu vernehmen).
  • Das ERINNERUNGSLIED bringt für den Halbelf zwar keine verlorenen Erinnerungen zurück, kann aber den Gefühlseindruck eines Erlebnisses, an das er sich noch selbständig zu erinnern vermag, intensivieren.
  • Das BAUSCHLIED sowie auch andere MELODIEN DER KUNSTFERTIGKEIT können auch für den Halbelf für die Kunstfertigkeit der Arbeit oder einfach für die Leichtigkeit und Freude, mit der ihm diese von der Hand geht, unterstützend wirken.

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Die Elfenlieder im Rollenspiel

Zuletzt sollen noch einige Überlegungen dazu angestellt werden, wie man als Spieler oder Spielerin die elfischen Zauberlieder stimmungsvoll ins Rollenspiel einbinden kann:

Die Elfenlieder sind etwas sehr besonderes, der Elf braucht eine gewisse Zeit der Einstimmung darauf und er braucht eine Umgebung, die ihm die nötige Ruhe und Besinnung ermöglicht. Man kann also solch ein Zauberlied nicht einfach mal zwischendurch und überall spielen - die Umstände müssen schon stimmen. Dann muß man sich überlegen, wie "öffentlich" der Elf das handhabt: Die Elfenlieder sind vielleicht der älteste und ursprünglichste Teil seiner Kultur (man muß bedenken, daß die Liedzauberei die ursprüngliche Elfenmagie war, bis die Hochelfen daraus die pragmatischere Spruchzauberei entwickelt haben), außerdem stellen sie sicher einen wichtigen Teil des Zusammenlebens und der (Seelen-)Gemeinschaft innerhalb der Sippe dar - da wird der Elf sicher erstmal vorsichtig sein, seine menschlichen Gefährten oder seine menschliche Umwelt daran teilhaben zu lassen. Die Gefährten des Elfen sollten sich klar darüber werden, daß dies eines der wichtigsten Geheimnisse seines Volkes ist, die er nicht mal eben so mit den Menschen teilt - und wenn er es dann doch einmal tut, zeugt dies von echtem Vertrauen, das seine Gefährten zu würdigen wissen sollten.

Im Spiel sollten also die Elfenlieder für den Elf immer etwas Wichtiges, aber Besonderes sein - überhaupt nicht zu vergleichen mit seinen Zaubern, die er viel öfter einsetzt; und gerade in der Menschenwelt wird der Elf vielleicht oft lange Zeit gar nicht die Muße finden, ein solches Zauberlied zu weben, denn dafür muß er sich selber auf jene Dinge einstimmen, die ihn als Elf ausmachen, und das ist in der Menschenwelt nicht immer einfach. Andererseits ist es sicher stimmungsvoll, wenn der Elf sich auf die Lieder besinnt, gerade weil er sich so verloren und fremd fühlt - so könnte er sich vielleicht nach seiner ersten Woche in einer Menschenstadt abends ein wenig abseits des Trubels und der Menschen niederlassen (am besten außerhalb der Stadt auf einem Baum o.ä.) und das Erinnerungslied spielen, um sich seine Zeit zu Hause bei der Sippe ins Gedächtnis zu rufen und besonders schöne Augenblicke noch einmal besonders intentiv nachzuempfinden. Das wird ihn sicher mit Schmerz erfüllen, aber vielleicht gibt es ihm auch ein wenig Kraft, seine fremde Umgebung besser auszuhalten, gelassener auf die merkwürdigen Dinge, die Menschen tun zu reagieren usw.

Gerade mit dem Erinnerungslied sind aber auch schöne Szenen denkbar, an denen auch die Gefährten des Elfen teilhaben: Beispielsweise spielt der Elf es aus Traurigkeit und Sehnsucht nach einem Freund abends etwas abseits vom Lager der Gefährten. Aber auch den anderen, die das Lied hören, kommen Erinnerungen, auch sie fühlen sich seltsam melancholisch und auch ein wenig traurig und denken vielleicht sogar auch an Freunde, die sie lange nicht mehr gesehen haben. Das ist bei der Zauberwirkung zwar nicht vorgesehen - aber warum soll denn eine so eigenartige und mächtige Melodie nur im Elfen etwas bewegen? Wir finden solche Szenen schön und stimmungsvoll, weil sie vor allem auch die anderen Gefährten mit einbeziehen - so bekommen sie viel besser das Besondere und Geheimnisvolle dieser uralten Elfenmagie mit.

Für die anderen Helden und die Umgebung des Elfen sollten die Zauberlieder aber immer etwas Geheimnisvolles bleiben - selbst wenn sie einmal solch einem Lied zuhören dürfen, sollte es sich verbieten, den Elfen darüber inquisitorisch auszufragen - und wenn jemand so taktlos ist und dies doch tut, wird der Elf ihn sicher lächelnd und gelassen (aber in den Augen des anderen sicherlich einigermaßen arrogant) zurückweisen. Und: Der Elf könnte ja auch gar nicht erklären, was solch ein Zauberlied genau ist, denn die Kunst, solche Lieder selbst zu "erfinden" ist schon lange verloren - nur noch einige sehr wenige und sehr besondere Elfen beherrschen sie (wie z.B. Golodion Seemond) - die Lieder werden heute nur noch tradiert, ohne genau zu wissen, wie ihre Wirkung zustande kommt. Die Elfen brauchen dies aber auch gar nicht zu wissen und werden jeden, der nach einer Erklärung oder Theorie dafür sucht, sicher nur unverständlich anblicken: Das ist eben eines jener großen Mißverständnisse der telora, daß sie glauben, daß solche Art von Wissen wichtig und bedeutsam ist.

Vor allem sollten für die Gefährten des Elfen die Zauberlieder nichts sein, auf das man als "Ressource" zurückgreifen kann. So wie vielleicht der Streuner zu dem Magier sagen mag, daß jetzt eine magische Flammenlanze gegen den Gegner ganz angebracht sei, sollte es sich verbieten, daß in der Art auch mit den Elfenliedern umgegangen wird. Ein "Ey, Lorindion, versuch doch mal mit deiner Erinnerungsmelodie rauszukriegen, wie genau das zweite Wort in dieser merkwürdigen Inschrift aussah, die wir da letztens in dem Echsen-Dungeon gefunden haben" ist ganz und gar fehl am Platz. Oder auch "Wir machen es so: Wir schleichen uns an, dann betäubt der Elf die Banditen mit seinem Friedenslied und wir brauchen nur noch reinzuspazieren...".

Das soll nicht heißen, daß die Zaubermelodien nur schönes Zierwerk sind und auf keinen Fall zur Lösung eines Abenteuer beitragen dürfen. Aber wenn der Elf sie dafür einsetzen will, wird er sich das vorher gründlich überlegen - und wir finden, wenn solch ein Lied dann in einer guten Idee eingesetzt und stimmungsvoll umgesetzt wird, sollte das auch ruhig einen Erfolg im Abenteuer möglich machen, der so oder so einfach vielleicht nicht vorgesehen war. Also: Die Zaubermelodien können in der Tat sehr mächtig sein, aber der Elf wird sich gut überlegen, ob er sie so einsetzen will: Als eine mächtige Waffe oder ein mächtiges Instrument. Und er wird das sicher auch nicht in jeder gefährlichen Situation tun, sondern sich schon daran orientieren, wofür die Lieder in seiner Sippe eigentlich gedacht waren. Auf keinen Fall wird er sie für etwas einsetzen, was seiner Meinung nach die Harmonie der Umgebung beeinträchtigt und eine zerstörerische Wirkung nach sich ziehen mag.

Zuletzt noch etwas zur Entwicklung des Abenteurer-Elfen: Unsere Auffassung ist, daß die Elfenlieder als etwas sehr Altes und Ursprüngliches recht "anfällig" für Veränderungen des Elfen sind. Ein Elf wird sicher einige oder sogar alle seiner Zauber immer noch wirken können, wenn er badoc wird (auch wenn dieses Zauberwirken dann anders ist: menschlicher, gezwungener), aber er wird die Zaubermelodien vielleicht irgendwann verlieren, auf seinem Weg durch die Menschenwelt. Sei es, daß er sich nicht mehr daran erinnert, oder daß sich die magischen Wirkungen nicht einstellen wollen.

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