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Thema: Schliessung des Traviabundes

15 Beiträge insgesamt.

#1. Carascan (22-11-05, 18:07)

Hallo Ihr Wolkentürmler,

nachdem die Helden meiner Spielergruppe nicht immer das tun, was das Abenteuer in meinem Kopf ihnen vorschreibt werden sie am nächsten Spielabend wohl Gast eines neu zu schliessenden Traviabundes in einem Koscher Bergdörfchen werden – geleitet von einem Traviageweihten der Region.

Eingentlich eine wunderbare Möglichkeit die Helden mit den Bräuchen der Koscher und der Traviakirche bekannt zu machen.

Habt Ihr denn vielleicht ein wenig kreativen Input für mich, wie ich die Szene in ihren Details ausgestalten könnte?

  • Rituale – was spricht der Geweihte, was die Brautleute?

  • Was machen die Gäste?

  • Gibt es vielleicht typische Koscher Verhaltensweisen, Tänze etc. in die ich auch die Helden einbinden könnte?

  • Habt Ihr vielleicht ein paar gute Musikvorschläge für die Szene?

Danke schon mal im Voraus,

Carascan

#2. Albufsonfs (22-11-05, 19:55)

Seid gegrüßt Carascan

In der Regionalhilfe zu Weiden ist, glaube ich ein Traviabund beschrieben, wenn das erlaubt ist, kann ich dir den Text hier schicken. Ich weiß aber nicht inwieweit die Rituale denen in Kosch entsprechen.

Travia zum Gruße

Albusfons

#3. Dreibuchstaben (23-11-05, 08:44)

Puha – seid mal ein bißchen vorsichtig mit den Titeln: Ich hab gerade gelesen “Schließung des Teestübchens”. Dachte schon, der olle Windfeder hat den kalten Norden dicke, seinen Wolkenturm an irgendeinen dubiosen Nekromanten (wer sonst heißt schon Carascan?) verkauft und sich in den wärmeren Süden abgesetzt. Nur, daß es bei uns noch kälter ist. *seufz*

Als Musikempfehlung fällt mir spontan Corvus Corax ein. Und dabei gerade die alten Sachen, die heute kaum jemand kennt, also nicht so das Mainstream-Mittelalter-Geklopfe.

Genau deswegen höre ich gerade: Ante casu peccati

#4. Dreibuchstaben (23-11-05, 09:37)

zu den Ritualen – wenn es ein Traviabund (nennt man das auch so, wenn man Rondra als Gottheit bevorzugt?) ist, dann sollte diesbezüglich auch was dazu in den Regionalspielhilfen und in den Götterboxen (DSA3 / 4) stehen.

Ansonsten kann man sich was ähnliches vorstellen wie in Robin Hood – König der Diebe mit Kevin Kostnix: Irgendwas draussen, roh gezimmerte Bänke, Blumenschmuck im Haar, Festmahl (dem Reichtum angemessen evtl. nur eine Sau, Obst, frisches Brot), Musik, Spaß, Trunkenheit, ...

#5. Der Mönch (23-11-05, 11:37)

Von mir gibts nur ein paar Links, die dir eventuell weiterhelfen könnten!:-)

Fragen zum Traviabund

Kleidung beim Traviabund?

Benjamin, mit seinen zwei Kreuzern

#6. Carascan (23-11-05, 14:37)

Ich danke Euch! Insbesondere die beiden Links auf die im Forum diskutierten Aspekte werden mir sicherlich sehr weiterhelfen.

@Dreibuchstaben: Ich bin natürlich kein Bösewicht- kaum heisst man mal nicht Alrik oder Brin wird man sogleich in die schwarmagische Ecke gestellt.

Ja, ja – was der Koscher nicht kennt...

Ein entrüsteter Carascan ;-)

#7. Ludo...vigo (24-11-05, 10:15)

@Carascan:

gibt es im Abenteuer “Über den Greifenpass” nicht eine Hochzeit von Koschern zu feiern? Dabei geht es um irgendeinen “Blumenkranz” auf dem Haupte der Braut?

Vielleicht findest du dort ja auch noch Anregungen.

Ludo...vigo

#8. rillenmanni (24-11-05, 11:33)

Huhu Ludo,

hihi, just dieses Abenteuer ist der Anlaß zu seiner Frage gewesen...

#9. Albusfons (25-11-05, 13:55)

Ludo..vigo hat Recht, es gibt glaube ich einige DSA-Publikationen in denen der Travia-Bund geschlossen wird. Mit viele jetzt Spontan “Das Wirtshaus zum lachenden Henker” ein.

Zu Dreibuchstaben: es gibt zwei Formen der Eheschließung soweit ich weiß, Den Traviabund und den Rondra-Bund. Da keiner sagteich darf den Text hier nicht hereinstellen hier der Text zum Traviabund in Weiden

Zitat

„Ist's der überaus gefällige Entschluss der Brautleute, sich in einem Travia-Haus zu vermählen, dann mögen sie sich wohl in einem tiefen Grün gewandten, und, sofern die Sippe dafür aufkommen kann, werden sie ihre schönsten Kleidern mit goldenen oder silbernen Klöppeleien noch lieblich schmücken. Vor der gütigen Göttin tauscht das junge Paar dann seit alters her Travia gefällige Gegenstände aus, deren heiliger Sinn aber gleichwohl ungebrochen ist: die Braut erhält das kleine Bildnis einer wilden Gans, dass Zeichen der innigen und herzlichen Liebe, den Weiden braucht auch fürderhin kräftige Freie, die fähig und willens sind, seine Grenzen zu verteidigen. Dem Mann hingegen wird ein kleiner Schild überreicht, der einen festen Turm zeigt. Es möge ihn daran erinnern, gemeinsam mit der Gemahlin den Namenlosen und den Hexenweibern zu trotzen und die Kinderchen gegen allerlei Unbill zu schützen. Anschließend folgen die erhobensten Handlungen der Vermählung, deren Verlauf schon in einer Schrift aus den Praiosläufen des der Herzogenbruders Var-Bhandala genauestens festgeschrieben wird. Die Mütter der Brautleute greifen zu einem reich geschnitzten Weidenstocke und schlagen den guten Kindern leicht über den Rücken: “Sehet, geliebte Kinder”, sagen sie, “der letzte Schlag gemahne euch an unsere Obhut, unter deren Schutz und Ordnung ihr gelebet, doch bedenket, dass ihr unserer nicht entflohen, als nur mehr in eure eigene gegangen seid.” Dann übergibt der Vater der Braut den schönen Stock den Brautleuten, die alldieweil äußern, das sie den Stock fürder nicht für nötig erachteten, ihnen aber gleichwohl annehmen, um ihn im heiligen Traviafeuer zu verbrennen und um den Segen der Göttin zu flehen. Endlich führt der Vater des Gemahls einen Hirschfänger gegen das Herz der beiden Brautleute und gemahnt sie, einander aufrichtig und Travia gefällig zu lieben und allen Feinden eine tapfere Lehre zu erteilen. Die Eheleute stechen sich darauf hin über dem heiligen Feuer in den vierten den Traviafinger, rufen die Göttin an und verkünden, dass sie hoffen allzeit in Friedfertigkeit und Glück zu leben, dass sie den Dolch aber gleichwohl unter dem Bett aufbewahren werden, um ihn stets griffbereit zu haben. Gegen Ende der Feier bedeckt der Bräutigam dann das Antlitz seiner künftigen Gemahlin mit seinem Umfange, und beide legen allein von der gütigen Göttin das Heilige Gelöbnis ab, einander nach Mutter Travia Gesetzen zu achten und zu lieben."

#10. Carascan (28-11-05, 13:08)

Hi zusammen,

ich habe mich gestern hingesetzt und die Szene schon mal meinen Gegebenheiten angepasst, da wir morgen spielen werden. Mit dem was Ihr mir alle hier geliefert habt – habe ich weit mehr zusammenbekommen, als ich erwarten konnte.

Vielen Dank,

Carascan

#11. Salamander (26-12-05, 10:20)

Zitat

es gibt zwei Formen der Eheschließung soweit ich weiß, Den Traviabund und den Rondra-Bund.

Was würde man genau unter dem Rondrabund verstehen und wer schließt ihn? Nur Rittersleut und Kämpfer?

Danke im voraus,

Sal

#12. Tsanian Fuchsfell (27-12-05, 22:27)

Hesinde zum Gruße

Ich bin dabei meine Wengenholmer Dorftruppe (Perainenovizin,Schmied,Kundschafterin) auf den Zwölfergang zu schicken und hatte überlegt auf der Traviastation eine Eheschließung stattfinden zu lassen. Jetzt das Problem. Ich bräuchte ein Problem, dass die Helden dort lösen müßen.

Hab nicht so richtig eine Ahnung. Brauch ja irgendwas was auch ein wenig “Spannung bietet, da meine Spieler Anfänger sind (ich als Meister auch,mehr oder weniger) und ”Gutes Rollenspiel(TM)" nicht wirklich kennen.

Ideen?

#13. Chadim (28-12-05, 13:59)

Die Braut wird nach einem alten Brauch am Vorabend der Hochzeit von den Freunden des Bräutigams entführt, damit der Bräutigam sie befreien kann und quasi der Held der Braut ist. Nun ist das ganze aber eine Zwangshochzeit und der Bräutigam will sie gar nicht retten, sondern viel eher seinem rahjagefälligen Junggesellenleben frönen. Gleichzeitig sind die Entführer dann doch nicht die Freunde des Bräutigams, sondern ein paar blutrünstige Paktierer oder Namenlosenanhänger, die das arme Mädchen opfern wollen.

#14. Kronosjian (30-12-05, 09:59)

@Salamander:

Es gibt weit mehr als nur zwei Formen des Traviabundes. Praktisch jede 12er-Kirche hat eine Form des Traviabund, dessen Rituale und Eidsprüche voneinander abweichen. Der Rondrabund ist im engeren Sinne kein Traviabund, sondern eher so etwas wie die Blutsbrüderschaft bei Karl May :-)

Der Traviabund der Rondrakirche wird von den Paaren vollzogen die der Rondra nahestehen, also vor allem Rittersleut und Krieger, aber auch im traditionsbewussten Adel (z.B. in Weiden) angewandt.

Wie die Rondra-Zeremonie aussieht kannst Du in der SH “Herzogtum Weiden” S. 28f nachlesen oder in diversen anderen Quellen (AB “Sumus Blut”

Av. Bote 109).

@Tsanian:

Für Dein Problem passend wäre vielleicht eine Szene (wie sie auch ähnlich im Abenteuer “Über den Greifenpass” vorkommt): Bei einem Hochzeitsbrauch wird der Braut ein Blumenkranz von ihrem Bräutigam aufgesetzt, der die Fruchtbarkeit Peraines, die Schönheit Rahjas und die bunte Vielfalt Tsas für die Ehe beschwören soll. Allerdings wird ein solcher Hochzeitskranz auch gerade deswegen gerne als Bestandteil eines alchimistischen Tranks verwendet (Lebenselixier, Verjüngungstrank etc.) und deswegen von einem Schurken (Druiden, Magier, Hexe ...) während oder direkt vor der Zeremonie gestohlen. Um kein schlechtes Karma auf die künftige Ehe zu beschwören muss der Kranz wiederbeschafft werden...

Gruß

Kronosjian

#15. Faizal (30-12-05, 14:15)

Um das Thema hier weiter zu vertiefen: Könnte man nicht beispielhaft noch ein paar andere Versionen anderer Zwölfgötterkulte darstellen?

Insbesondere der in tulamidischen Regionen weit verbreitete Rahjabund anstelle des (recht unbekannten und aufgrund der Mehrfacheheschließungen unsinnigen Traviabundes) bzw. der Perainebund könnten auch als Spielehilfen interessant sein.

Ich stelle mir insbesondes beim Rahjabund eine mischung arabischer und indischer Rituale vor.

Über novadische Hochzeiten gibt es ja bereits in Raschtuls Atem einige Hilfestellungen (Hochzeitsband etc.), ansonsten wäre vielleicht ein Bund unter den Augen von Sumu oder Satuaria interessant.