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Thema: Neue Rollenspieler — aber wie?

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Druckansicht | Archiv: Teestübchen

Dom

03.11.2006, 10:33 Uhr ~ #61

Hey Namensvetter, so ganz unrecht hast du vermutlich nicht. Ein paar Kommentare:

1. Vereinfachte Regeln halte ich auch für sehr wichtig. Wir haben gerade in unserer Rollenspiel-Testrunde seit zwei Wochen eine neue Spielerin, die zuvor noch nie was mit Rollenspielen zu tun hatte. Just vorgestern haben wir “Berserker” ausprobiert, welches mit nicht wirklich einfachen Kampfregeln daherkommt (es sind 8 Schritte für einen Angriff nötig). Da war sie, obwohl wir alle das Spiel nicht kannten, schnell abgehängt und gelangweilt. Aber da es sich ja um eine Testrunde handelt und der erste Spielabend sehr erfolgreich verlaufen ist, ist das nicht ganz so schlimm.

2. Besonders für Anfänger geeignet halte ich im übrigen die Regeln von The Pool. Wirklich sehr einfach und trotzdem sehr cool. Leider auch sehr weit von DSA weg.

Bei DSA4 ist die Schwierigkeit, dass man ohne Talente auch nicht wirklich Kampfwerte hat — oder man vereinfacht alles nochmals und vergibt pauschale AT/PA-Werte. Ansonsten würde ich von einem Anfängerprodukt erwarten, dass dort die für das Abenteuer nötigen Regeln alle dort (in vereinfachter Form) aufgeführt sind, wo sie benötigt werden.

3. Vom Zuschauen lassen halte ich nicht viel. Das langweilt doch den Zuschauenden eher. Da halte ich ein Mitspiel-Zwang für sinnvoller, denn ohne das Immersions-Gefühl ist klassisches Rollenspiel nur die Hälfte wert. Zuschauen halte ich persönlich für langweilig. Hast du denn in diese Richtung positive Erfahrungen (also ein Spieler, der zunächst zugeschaut hat und dadurch zum Rollenspiel gekommen ist)?

Stattdessen haben wir unserer neuen Spielerin unsere bisherigen Spielberichte zu lesen gegeben, so dass sie sich vorstellen konnte, was wir so tun.

4. Ja, “alte Hasen” können manchmal ein Problem sein, wenn sie sich nicht zurückhalten. In meinem direkten Umkreis habe ich keinen Spieler, der da zu sehr drin ist und das ständig raushängen lässt, aber ich kenne solche Leute. Ich fühle mich auch manchmal überfordert, wenn DSA-Gurus so daherreden. ;-)

Dom


Tsanian Fuchsfell

04.11.2006, 15:42 Uhr ~ #62

Um mal einen “Rekrutierer” zu Wort kommen zu lassen.

Ich “spiele” seit März DSA (was heißt, dass ich seit März DSA Material besitze). Hatte eine zeitlang mit 3 anderen eine 2 wöchentliche Runde. 1 1/2 Stunden, nach der Schule. Hat mich als SL aber nicht zufriedengestellt. Will nun seit Monaten wenigstens 1mal länger spielen. Mit 2 neuen Spielern zusätzlich.

Aber meint ihr es findet sich EIN Freitag wo mal alle Zeit haben? Ich mein 16 bis 22 Uhr wird doch wohl mal möglich sein oder? Und es ist eben schwer sie wirklich dazuzukriegen weil manchen auch die rechte Lust fehlt. Wenn ich mein AB mal spielen könnte, bin ich sicher, dass ich sie begeistern kann. Aber ohne Spielen keine Begeisterung.

Das ist echt deprimierend. Bin so langsam dabei das ständige Fragen zu lassen und das ganze zu meinem 17ten mache. Dann hätte ich gleich Jubiläum DSA. Da müßen sie ja wohl...

Wünscht mir Glück.

Wenns klappt, sind es zumindest 4 Leute mehr die mal Rollenspiel gemacht haben und sich vlt auch wirklich reinhängen. Ich mein sie müßen sich ja keine Boxen etc kaufen. Aber mal ein “Wann leitest du mal wieder?” oder “können wir nicht mal wieder spielen?” wäre schön.


zy-nist

06.11.2006, 11:03 Uhr ~ #63

Zitat von dominic

Ich finde, Rollenspieler haben einfach eine Szene kreiert, in der sie sich wohlfühlen, die auf Außenstehende aber oft ziemlich befremdlich wirkt. Prozentual sind mMn recht viele Rollenspieler auch nicht besonders gut darin, sich in einen Außenstehenden mal hineinzudenken und ihm ihr Hobby mal vernünftig zu erklären, sondern sehen ihn eher als störenden Fremdkörper und sind in vielen Fällen “sozial unkompatibel”. Viele Spieler akzeptieren es auch einfach nicht, dass jemand einfach mal nur zuschaut, sondern verlangen, dass er mitspielen soll und werfen ihn einfach ins kalte Wasser. Es wird selten darauf eingegangen, dass “der Neue” evtl. gar nicht weiß, was man von ihm erwartet und was er tun soll.

Protest

jede Gruppe von Personen mit einem gemeinsamen Hobby erzeugt eine mehr oder weniger in sich geschlossene Szene. Seien es nun Rollenspieler oder Modellbauer.

Kommentar

Ein Zitat wird korrekt so ausgezeichnet: $ $ Autorenname $ $ Zitat-Text $ $ — nur ohne die Leerzeichen. Ich habs korrigiert. —Tyll


Dom

06.11.2006, 12:25 Uhr ~ #64

@zy-nist: Also gibtst du dominic Recht, wenn du sagst, dass auch Modellbauer geschlossene Szenen kreieren?

Dom


Zy-nist

07.11.2006, 08:26 Uhr ~ #65

@Dom

Ja. Jetzt ist nur die Frage an welche Gruppe man leichter anschluss findet, Rollenspieler oder Modellbauer.

Rollenspieler sind nach meiner Erfahrung ziemliche Individualisten und viele haben einen klassischen NERD Hintergrund.


Firunja Phileasdottir

07.11.2006, 08:46 Uhr ~ #66

Man sollte nicht in die alten Klischees verfallen, wäre schade um das Thema. Natürlich gibt es Nerds unter den Rollenspielern, aber genauso gibt es in dieser Gruppe auch viele Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz, die offen sind und gerne auf neue Leute zugehen.

Das mit dem “Nicht-Zugucken-Lassen” ist meist wohl einfach dem Umstand geschuldet, dass man sich selbst nicht gern dabei zusehen lässt, was man da am Tisch so von sich gibt, weil – so meine These – jedem Rollenspieler bewusst ist, dass es auf Außenstehende etwas verrückt und befremdlich wirkt.

Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass es durchaus Gruppen gibt, die Zuschauer “erlauben”, sowohl im P&P, als auch im Live.

Übrigens hat Efrin uns einen Neuzugang mitgebracht, mit dem wir heute das erste mal spielen wollen. Er hat noch gar keine Erfahrung mit RPG. Wie genau er “angefixt” wurde, weiß ich nicht. Aber immerhin hatten die beiden zuletzt Theaterproben zusammen und auf der Dernierenfeier haben wir uns dann kennengelernt.


Efrin Rohan

08.11.2006, 16:09 Uhr ~ #67

Das hat sich eigentlich ganz einfach ergeben.

Wir spielen ja gemeinsam in einem Film mit und da sind wir in einer der vielen Drehpausen halt auch auf DSA zu sprechen gekommen. Er fand das interessant und meinte, er würde das gerne mal ausprobieren. Und so kam dann eins zum anderen.

Ich finde übrigens, für sein erstes Mal Rollenspiel überhaupt hat er das echt richtig gut gemacht.

LG

Christian


Safira aus???

08.11.2006, 20:03 Uhr ~ #68

Manchmal läuft es auch nach dem Motto: “Steter Tropfen höhlt den Stein”

Habe einer Freundin aus der Uni immer nach einem DSA-We begeistert berichtet & nach Ende unserer Unizeit hat sie dann auch irgendwann einmal neugierig angefangen mitzuspielen. Sie ist begeistert fest dabei seit etwas über einem Jahr & hat neulich ihr Meisterdebüt gegeben;)


Dom

23.11.2006, 19:44 Uhr ~ #69

Ich habe hier einen interessanten Blog-Eintrag gefunden, der am Rande dieses Thema streift. Die beiden wichtigsten Aussagen stehen ganz am Anfang:

Zitat von Frank Tarcikowski

- Die Rollenspielumsätze gehen seit Jahren den Bach runter.

- Die einzige Reihe, die noch schwarze Zahlen schreibt, ist DSA.

Vielleicht ist das Problem ja nur im Real-Welt-Laden vorhanden... aber irgendwie ist es schon schade. Vor allem werden Rollenspiele unter diesen Umständen wohl kaum im Supermarkt landen...

Dom


Oswin

27.11.2006, 21:10 Uhr ~ #70

Ich habe die vorherigen Posts nur überflogen, kann also sein, dass ich hier Sachen ein zweites Mal schreibe, aber ich finde einen Punkt neben Regel-Overkill und “Rollenspieler-Parallelgesellschaft” noch ziemlich wichtig:

Die Welt Aventurien ist von der Redaktion ja schon sehr detailreich ausgearbeitet worden – für erfahrene Rollenspieler ist das auf jeden Fall eine Bereicherung, aber jemanden, der gerade anfängt, Rollenspiele zu spielen, schreckt das glaube ich eher ab.

Wenn ich zurückdenke, wo ich und meine Gruppe vor 4 Jahren (wir waren damals 12-14) begonnen haben, dann kommt mir als einziger Ort eigentlich Honingen in den Sinn – und wenn man darüber nachdenkt, hat diese Stadt schon einige Vorzüge für Rollenspieleinsteiger:

1. Honingen ist eine recht große Stadt (für aventurische Verhältnisse) mit – wenn ich mich recht erinnere – ungefähr 2000 Einwohnern. Das ist eine Größe, die sich mit heutigen Dörfern recht gut vergleichen lässt, man muss also nur mehr eine Stadtmauer drumrum ziehen.

2. Die Epoche, in die Honingen irdisch einzuordnen wäre, wäre am ehesten das Spätmittelalter, wovon man auch eine einigermaßen gute Vorstellung “mitbringt”.

3. Die Kultur in honingen entspricht in etwa unserem (dem europäischen) Gebiet – damit also für die Meisten auch gut einzuordnen.

Ich würde also sagen, dass für den Anfang nicht nur abgespeckte Regeln, sondern auch eine abgespeckte Welt gut wären – es gibt ja schon genug erfahrene Spieler, die sich bei den ganzen Regiaonalerweiterungen nicht mehr auskennen. :)

Schöne Grüße,

Oswin


Marion

27.11.2006, 21:53 Uhr ~ #71

Hallo Liebe Spieler

Nun ich glaube das das Problem im allgemeinen mehr daran liegt das diese Gruppen eher alleine bleiben... Ich habe lange “ gekultet ” nun spiele ich “Magus” aber eine Gruppe zu finden war nicht leicht und ich würde gerne wieder Kulten ... nun es müste viel mehr Werbung ( Zeitungen, Schwarzes Brett...) gemacht werden ... ich kenn viele die Spielen aber keine Gruppe finden.....

Liebe Grüße

Marion


Firunja Phileasdottir

28.11.2006, 00:22 Uhr ~ #72

Ich habe gegenteilige Erfahrungen gemacht.

Aus Interesse, auch mal andere RPG-Systeme auszuprobieren, habe ich mich in die Spielerzentrale eingetragen und zudem über das StudiVZ ein wenig geschaut (Online-Community für Studis).

Ich habe gerad erst wieder ein sehr nettes Angebot für eine Anfänger-Werewolf-Runde abgelehnt, da ich sonst echt zu viel Zeit damit verbringen würde. Die Leute haben sogar nix dagegen, wenn man einfach mal auf nen One-Shot vorbeischauen möchte – letzten Samstag war es Cthullu in Wuppertal.

Generell hab ich keinerlei ablehnende Reaktionen bekommen...


Pagol Ghune

08.12.2006, 16:01 Uhr ~ #73

Nun, ich bin 13 und spiele erst seit 2 Jahren Dsa sehr gerne.. Mittlerweile spielen wir teilweise auch mit den Expertenregeln und haben alle boxen ( aßer den Länderboxen)


Dom

08.12.2006, 21:43 Uhr ~ #74

@Pagol: Wie bist du zum Spielen gekommen? Hat dir jemand DSA gezeigt oder bist du in einen Laden gegangen, hast den Kasten gesehen und dann zugeschlagen?

Dom


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