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Thema: Zwergische Zeitrechnung

Druckansicht | Archiv: Teestübchen

Rashidanya

01.12.2006, 17:43 Uhr ~ #1

Bei den Vorbereitungsarbeiten zu “Die letzte Wacht” bin ich auf folgende Frage gekommen

Welche Zeiteinheiten verwenden Zwerge eigentlich? oder eher: Spricht etwas dagegen, Zwergen eine andere Zeitrechnung (also nicht die herkömmliche Einteilung des Tages in 24 Stunden) zu verpassen?

Es ist mir durchaus bewusst, dass eine solche “verschobene” Zeitrechnung in den meisten Fällen einfach nur kompliziert wäre, aber gerade in DlW fand ich es ganz stimmungsvoll, sollen die Helden doch richtig mit der fremden Kultur der Zwerge in Berührung kommen.

In uralten Zeiten, als die Zwerge v.a. bzw. fast ausschließlich unterirdisch gelebt haben, ist eine Ausrichtung des Lebens nach der Sonne eher unwahrscheinlich. Und gerade im traditionellen Xorlosch könnte sich die alte Tradition der “3 Schichten” (a 7 menschliche Stunden) gehalten haben, dachte ich...

Hat sich da schon einmal jemand Gedanken gemacht?

( U.U. sind ohnehin die Zwerge die Urherber einer strikten “Tageseinteilung”, wer ist denn sonst in der Lage, halbwegs genaue Zeitmesser herzustellen.)


Katharina

01.12.2006, 19:00 Uhr ~ #2

Steht dazu nicht evtl. sogar was in Angroschs Kinder? Wir haben damals auf jeden Fall darüber diskutiert, sowas einzuführen, ob es schließlich aufgenommen oder wegen zu viel Detailgrad und zu großer Abstimmungskompliziertheit wieder verworfen wurde, weiß ich grade nicht mehr.

Ich glaube, eine Idee war der 3 mal 9 Stunden-Tag mit 27 Stunden und drei Schichten. Auf jeden Fall waren wir uns damals einig, dass es sowohl recht plausibel und vor allem auch sehr stimmig ist, wenn die Zwerge einen Tag nicht nach dem Sonnenstand bestimmen und bei ihnen dann der Tag auch keine 24 Stunden hat. Außerdem ist es bei den langlebigen und ausdauernden Zwergen sehr gut vorstellbar, dass sie mit einem um 3 Stunden längeren Tag problemlos zurechtkommen.

Außerdem wäre es dann auch naheliegend, dass die zwergische Stunde nicht der entsprechenden Zeiteinheit der Praios-Kirche entspricht. So wären also z.B. die zahlenmystisch sehr passenden 3 mal 8 “Stunden” denkbar, der zwergische Tag aber trotzdem länger als der menschliche.

Soweit erstmal – vielleicht suche ich bei Gelegenheit nochmal die Mails aus der Liste raus und gucke mal, was es da noch an Ideen gab.

Lieber Gruß, Katharina


Krassling

01.12.2006, 22:49 Uhr ~ #3

Die Abkehr von einem Tag-Nachtrythmus ist bei den Zwergen durchaus plausibel und würde sich sicher ganz gut machen, auch wenn es die Sache natürlich deutlich verkompliziert.

Menschen die ohne äußere Vorgaben, wie einen Tag-Nachtrythmus, leben entwickeln einen 25-Stunden Rythmus, von daher wären bei den Zwergen durchaus längere Phasen von 3X9 angebracht. Problematisch wird das ganze dann aber mit der Abgleichung der Mondphasen, die den Zwergen ja durchaus bekannt sind, und als Monate eigene Namen haben. Auch das Jahr ist den Zwergen ja bekannt. Hier könnte man wieder zwei Alternativen wählen, entweder die Zwerge müssen das (oberirdische) Jahr mit ihrer eigenen Zeitrechnung abgleichen, oder sie verwenden einen reinen Mondkalender ähnlich wie die Orks. Es wird dann aber sehr schnell unübersichtlich und man stößt ständig auf Probleme.

Am einfachsten ist vielleicht eine Entkoppelung der Alltagszeit und der Historischen Zeit. Für historische Zeitrechnungen werden die Jahre der Oberwelt samt ihren Monden (Monaten) kopiert. Datierungen finden dann in der gewohnten Form “Es wahr drei Jahre nachdem die schöne Thorescha vermählt worden war...” statt.

Die Alltagstzeitrechnung findet in Schichten statt, zum Beispiel drei Schichten. Zur Unterteilung verwenden die Zwerge dann ein Binäres System, also bevorzugt Potenzen von 2 (vgl. zwergische Mehrlingsgeburten). Dann könnte eine Schicht in Acht Wasseruhren unterteilt. Die Acht könnte natürlich auch auf die Acht Urväter der Zwerge zurückzuführen sein. Da die Schicht aber dem Zwergischen Biorythmus von mehr als 25 Stunden angepasst ist, sind diese Acht Einheiten länger als acht menschliche Stunden.

Eine Zeitangabe erfolgt dann nach der Nummer der Schicht und eventuell der “Stunde” innehalb der Schicht.

Auf diese Weise wird ein besonderes Flair generiert, ohne die Kompatibilität zu andere Zeitrechungen vollständig zu verlieren. Ein Abgleich zwischen der Schichtrechung und den Monaten kann eventuell dadurch stattfinden, dass die Angroschim mit dem Beginn eines Monats die Schichtzählung neu beginnen, also die in der 3. Stunde der 17. Schicht des Regenmondes des Dritten Jahres nachdem Thoreascha vermählt wurde. Im Alltag einfach nur in der 3. Stunde der 17. Schicht.

Grundsätzlich muss man eine solche Einteilung aber kritisch beäugen, denn ich als Zwerg würde natürlich gerne einen Mechanismus haben, der problemlose Umrechungen erlaubt, also ein Jahr entspricht soundsoviel Schichten a soundsoviel Studen. Eine schöne Lösung sehe ich da aber nicht.


Rashidanya

04.12.2006, 13:23 Uhr ~ #4

Angroschs Kinder habe ich durchgesehen und wenn ich nichts übersehen habe, dann gibt es über Zeitrechnung eigentlich nichts da drinnen.

Dass die “zwergische Stunde” länger ist als die “menschliche Stunde” gefällt mir gut. Eine zwergische “Schicht” sollte natürlich irgendwie mit der Zahl 8 in Verbindung stehen, am Besten 8 Untereinheiten haben – was außer die Arbeit ist die dem Angrosch wohlgefälligste Tätigkeit!

Zur Benützbarkeit:

So schlimm finde ich den 27 Stunden Tag nicht – immerhin kommt man mit 9- Stunden-Schichten auf eine Periode von 72 Stunden, d.h. alle 3 Menschentage beginnen die zwergischen Schichten zur selben Menschenuhrzeit.

Der 9-Stunden-Rythmus hat noch den Vorteil, dass man eine runde Zahl an Schichten pro (menschlichem) Monat bekommt, d.h. die Monatsrechnung kann kompatibel gestaltet werden. (Damit würde sich auch der Neubeginn der Schichtzählung am Monatsersten ganz “natürlich” ergeben)

Als Spielerzwerg wird man sich ohnehin meistens den Mehrheitsgegebenheiten anpassen und mehr oder weniger nach menschlichem Tagesablauf leben – man ist dann ja auch oberirdisch unterwegs...

Ich glaube, ich habe jetzt eine ganz gute Vorstellung und einen guten Ideenschatz – vielen Dank!


Magister Kharmal

04.12.2006, 17:00 Uhr ~ #5

Wenn man mal davon ausgeht, dass die Zwerge nicht immer nur arbeiten, sondern zwischendurch auch einmal feiern und Bier trinken wollen, kann man das Problem ganz einfach dadurch lösen, dass man zwischen die Schichten einfach noch einmal ein paar “Sonntage” einschiebt. Also vielleicht 14. Arbeitsschichten und drei “Freischichten”, die (sozusagen als “Schaltstunden”) jeweils um eine Stunde länger sind als die Arbeitsschichten. Keine Ahnung ob so ein zwergischer Biorhythmus damit klar kommt – aber es wäre zumindest eine rechnerische Lösung.


Magister Kharmal

04.12.2006, 17:06 Uhr ~ #6

... die Idee kommt mir gerade noch: Dafür könnte man (je nach Zwergenvolk) auch höchst unterschiedliche mythologische Erklärungen geben. Für die Erzzwerge ist es die Stunde, bevor man wieder in den Stollen geht – und dem Gott opfert und lobpreist für den Schutz und den guten Fund ... bei den Brilliantzwergen ist es die Stunde, die einst vom legendären König (wie hieß er noch gleich, der Pyrdacors Hort beraubte ...) der Zeit gestohlen wurde, die Hügelzwerge ist es einfach die “große Feststunde”, bei der der Clan sich zu einem rituellen Umtrunk trifft etc.pp.


Krassling

07.12.2006, 17:10 Uhr ~ #7

Da hat Rashidanya doch eine sehr schöne Lösung gefunden. Wenn man die Schicht als Kerneinheit nimmt, dann fügt sich das ganze ja sehr schön. Das hat dann sogar den Vorteil, dass bestimmte Dinge, die zu Monatsanfang stattfinden, nicht immer von den gleichen Leuten gemacht werden, sondern man sich abwechselt, weil die Schichten durchrollen. Wer hätte das gedacht. War ja gar nicht so kompliziert, wie ich befürchtet hatte :)


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