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41 Beiträge. Aktuellster Beitrag ↓

Der Mönch

10.09.2010, 00:04 Uhr ~ #1

Leider erst zu später Stunde entdeckt! Klingt aber sehr spannend...nach der RatCon mehr!:)


Herr der Nacht

10.09.2010, 02:30 Uhr ~ #2

Eine sehr gute Idee, genau zu einem solchen Schritt wollte ich euch auch schon anregen.

Dennoch glaube ich dass nur ein sehr kleiner Kreis daran Interesse finden wird, die Thematik ist selbst für viele DSAler sehr komplex, was sich ja auch daran zeigt was alles unter dem/den Metaplot/s so verstanden wurde/wird.

Trotzdem kann man daraus vielleicht Ideen und Material schöpfen, vielleicht auf für Spielleiter die mutig und entschlossen genug sind, ihre eigenen Handlungsstränge daraus zu entwickeln und diese abzuschließen.

Das daraus generierte Material könnte zumindestens dem Kreis der Unzufriedenen dienen, denen die Geduld an jahrelangem Abwarten auf Botenartikel und Abenteuer ausgegangen ist und kein Problem darin sehen sich vom offiziellen Aventurien zu entfernen.

Den Konzeptvorschlag werde ich mir mal ausdrucken und durcharbeiten und anschließend noch mal hier kommentieren.

Der einleitende Beitrag hier zum Konzeptvorschlag wird sich natürlich erneut Vorwürfe gefallen lassen müssen die ihn als wertend und vielleicht auch einseitig/trotzig ansehen, aber ich denke das ist euch ja ohnehin bewusst ;)

Nächtliche Grüße


TD

10.09.2010, 03:02 Uhr ~ #3

Wow...

Danke für diese Einblicke.

Gruß,

Teich


Hesindian

10.09.2010, 03:14 Uhr ~ #4

Hesinde zum Gruße!

Ich finde eure Gedanken sehr interessant und aufschlussreich. Eure Definition finde ich jedoch eher misslungen. Wie die meisten ihrer Art hat sie die Krankheit allzu viele wohlklingende und fantastische Worte zu beherbergen welche auf einen besonders hohen Intellekt des Autors schließen lassen, letztendlich jedoch nicht mehr sind als leere Worthülsen. Deshalb hier meine Kritik:

Einen Metaplot zeichnen nach eurer Definition zwei wichtige Kriterien aus:

Zum einen einen „längerfristigen übergeordneten Erzählbogen“ zum anderen eine „schicksalhafte Verheißung“.

Hierbei ist festzustellen das „längerfristig“ und „übergeordnet“ Relationen darstellen, welche mit Einbeziehung des zweiten Satzes die 3 dort genannten Objekte „Einzelplots, Handlungsstränge und/oder Personenschicksale“ als entsprechenden Bezugspunkt offenbaren. Ein Metaplot kann demnach per definitionem nur in der Vielzahl dieser Objekte bestehen.

Fazit 1: Die Definition des Metaplots stellt demnach primär eine Abgrenzung zu der Einzahl dieser Objekte dar. Wesentliche Kriterien hierfür sind zunächst Langfristigkeit und Übergeordnetheit.

Weiterhin sei für einen Metaplot eine „schicksalhafte Verheißung“ mit ihr anhängender, narrativen Gesetzen folgender, Geschichte erforderlich. Eine solche formuliere „das erzählerische Ziel der Ereignisse, aus ihr erklärt sich die Rolle und Motivation der beteiligten Personen, sie stößt die ganze Geschichte an und treibt sie voran“. Hierzu muss ich jedoch feststellen das dies im Grunde nichts anderes darstellt als ein Konzept. Ein solches jedoch steht hinter den meisten fiktiven Geschichten. Die meisten literarischen Werke fußen hierauf. Erhebt man die Anforderung auf Konsistenz einer Geschichte ist ein solches meist unerlässlich. Ein Konzept ist ( oder sollte zumindest) auch Vorraussetzung jedes Einzelplots, Handlungsstranges und Personenschicksals.

Fazit 2: Eine „schicksalshafte Verheißung“ bietet demnach keine Abgrenzungsmöglichkeit zu den bewussten Objekten. Sie kann als selbstverständlich betrachtet werden, und demnach aus der Definition gestrichen werden. Auch ist hierbei festzustellen, dass sich die Geschichte natürlich zwingend an diese „Verheißung“ zu halten hat. Eine solche Feststellung, etwa in Form einer Inhärenzforderung innerhalb der Defintion, kann aufgrund von Evidenz unterbleiben.

Fazit 3: Einzige Abgrenzungskriterien des Metaplots sind also Langfristigkeit und Übergeordnetheit. Deshalb schlage ich folgende Definition vor.

Ein Metaplot ist ein längerfristig angelegtes und übergeordnetes Konzept, in dem einzelne Plots, Handlungsstränge und/oder Personenschicksale, innerhalb der fortlaufenden Historie Aventuriens verbunden sind.

Mit freundlichen Grüßen Hesindian


Rukus

10.09.2010, 05:59 Uhr ~ #5

Ahoi!

Interessanter Beitrag. Im Prinzip bin ich ja ein großer Freund von Ordnen und Strukturieren, aber ich habe das Gefühl, dass das Modell zu aufwändig ist. Zumindest so, wie ich es verstehe.

Was ich sinnvoll fände ist eine “Open Plot” Liste. Wie das technisch zu machen ist, lasse ich mal offen, es geht rein um das Prinzip. Die Liste, die ich im Sinn habe sollte alle offenen Plotstränge (ich vermeider bewusst Metaplot als Begriff) abbilden. Mit der Zusatzinformation des Initiierungszeitpunktes und der letzten Bearbeitung (inkl. der jeweiligen Autoren* als Referenz). Als weiterführende Informationen müssten z.B. über einen Datenbanklink die Zwischenschritte des Plotstranges nebst grober Darstellung enthalten sein.

Sobald diese “Open Plot Datenbank” existiert kann jeder Autor sich einen Plotstrang zur Bearbeitung herauspicken und fragt dann die (Kern)Redaktion, ob es denn genehm ist. Wird das bejaht, wird der Umfang der Bearbeitung abgestimmt. Wird der Plotstrang geschlossen, wird er gelöscht. Wird er nur ergänzt, wird das “letzte Änderung” Datum geändert.

Diese Bearbeitung der Datenbank kann von einer Person leicht gepflegt werden. Allein die Ersterstellung erfordert eine sehr ausführliche Recherche. Diese Arbeit kann praktisch von jedem übernommen werden.

Da einige Plots (u.a. vieles, was als Metaplot gilt) aus diversen offenen Strängen bestehen, ist natürlich eine Art Baumstruktur notwendig.

Klingt kompliziert, ist aber im Prinzip sehr einfach nachvollziehbar (wenn man so quer denkt, wie ich es gern tue *g*).

* Mensch verzeihe mir, dass ich nich alles “gendere”. Ich mag und respektiere auch Frauen. ;)


Elfenwolf

10.09.2010, 06:41 Uhr ~ #6

Moin moin! Sehr interessant, die Definition etc. pp ... ich glaube, dass der entscheidende Satz, Metaplötte hin oder her, dieser hier ist “da der Verlag kein Interesse an einer Instanz hat, die publikations- und projektübergreifend arbeitet.” Ich für meinen Teil mache ja um alles, was irgendwie nach DSA-Metaplot aussieht (in meiner Definition) einen großen Bogen. Zum einen, weil alle Abenteuer, die irgendwie damit verzahnt waren, egal ob 7G oder JdF, in meinen Spielrunden völlig gefloppt sind. Es gibt halt Spieler, die möchten sich nicht zuerst in AV. Boten, Spielhilfen oder Romanen informieren MÜSSEN, damit sie die Handlung des Abenteuers verstehen. Gilt übrigens auch für Spielleiter, wobei ich zB die Regionalbände als Option, aber nicht als Muss ansehe.

Publikationsübrgreifende Geschichten machen – wieder meiner Ansicht nach – nur für Hardcore Fans einen Sinn, der Gelegenheitsspieler wird mit “Märchen-Abenteuern” bedient. (Hey, nix dagegen, die waren lustig, aber nicht so ganz das DSA, was ich mir wünsche...). Vielleicht ging diese Planung an der von Ulisses angepeilten Zielgruppe vorbei?

DSA hatte von Anfang an ein Problem: alles Leuten Recht getan, ist eine Kunst, die keiner kann. Ob Schmidt, FanPro oder jetzt Ulisses – es gibt nicht DEN DSA-Spieler, der bedient werden will, sondern viele verschiedene: Simulationisten, Hack'n'Slayer, Mysthizisten, Briefspieler, Convent-Spieler, Gelegenheitsspieler, Neulinge etc etc ...

Jeder verfolgt einen anderen Ansatz. Jeder sollte aber bedient werden. Und das geht seit geraumer Zeit in die Hose. Diese Geschichte (Mark und die Lawine der Austretungen) ist nur eine Facette des Dilemmas.


Tyll

10.09.2010, 09:42 Uhr ~ #7

Moin zusammen!

@ Rukus: Genauso eine Liste haben wir ja bereits begonnen, aber halt eher mit dem Schwerpunkt “Was ist bislang passiert und wohin geht die Reise?”. Das halte ich auch für notwendig, um den Plot als solchen ernst zu nehmen — das kann (und will?) deine Open Plot Liste nicht leisten, vermute ich. Ich glaube, man kommt um eine Bewertung und Priorisierung der Plots nicht umhin, es sind sonst einfach unendlich viele. Von der Intention her stimmen wir aber offenbar überein.

@ Elfenwolf: Das Thema Metaplot überhaupt mal aufzudröseln und sich bewusst zu entscheiden, was man damit will, wäre schon ein großer Schritt in die Richtung, es gezielt Leuten recht zu machen. Das hat (noch) nichts mit der Frage “Metaplot ja oder nein?” zu tun — Metaplot gibt es momentan ständig und überall, das ist ja gerade ein Teil des Problems.

Zu anderen Anmerkungen später mehr.

Lieber Gruß, Tyll


Roach

10.09.2010, 11:14 Uhr ~ #8

Der Mittelreich-Metaplot behandelt den Niedergang und das Wiedererstarken eines Reiches, symbolisiert durch das Schicksal der Kaiserfamilie seit Kaiser Reto

Gibt es diesen Metaplot überhaupt? Bis jetzt sehe ich nur den Metaplot um den Niedergang eines Reiches. Von Wiedererstarken habe ich immer nur in Ankündigungen gelesen, aber nichts gesehen.


Demodar

10.09.2010, 12:00 Uhr ~ #9

Hey ihr,

als Erstes muss ich euch sagen, dass ich die Welt Aventurien durch diesen Text nun ein wenig anders wahrnehme. Das meine ich im positiven Sinne.

Es gibt quasi überall Plots und ich stimme da mit Rukus voll überein; eine solche Datenbank wäre vlt. genau das richtige mit Priorisierung bzw. Bewertug wie es Tyll meinte. Es wäre eine unglaubliche Arbeit, aber dann denke ich wäre alles sehr viel organsierter, was sich in letzter Konsequenz auf Spielhilfen, AB, Boten,...auswirken würde. Daraus kann man dann wieder das DSA machen, was es früher mal war bzw. wie es früher mal war. Ich denke DSA ist ein Spiel was es, wie Elfenwolf schon sagte, versucht jedem Spielertypen Recht zu machen und das mMn auch kann. Egal ob Simulationisten, Hack'n'Slayer, Mysthizisten, Neulinge, Regelfetischisten, Gelegenheitsspieler...

Noch zum Schluss:

Ich kann nicht beurteilen ob oder wie es in der Redax aussieht und ob da alles gut oder schlecht läuft. Ich weiß auch nicht warum und ob der Rauswurf / Austritt gerechtfertigt ist.

Ich bin aber der Meinung, dass eure Idee mit dem ganzen Meta- und Plotgedöns einfach spitze war und ihr damit verdammt gute Arbeit geleistet habt. Es ist sehr schade, dass DSA solche Leute in der Redax verloren hat, die sich einbringen und gute Ideen haben, wie die Spielerschafft zu erfreuen ist. MMN hätte diese Idee DSA weit vorangebracht.


Saimid

10.09.2010, 12:14 Uhr ~ #10

Man möchte jubeln und zugleich weinen. Genau sowas hatte ich mir erhofft. *Schnief*

Danke aber das ihr das Material zur Verfügung gestellt habt. Auch die Übersicht fand ich noch mal sehr aufschlussreich.


Krassling

10.09.2010, 13:02 Uhr ~ #11

Starke Sache das. Bislang war man ja immer gezwungen, sich Informationen über ältere Teile eines Metaplots mühsam zusammenzusuchen. Eine solche Übersicht mit Quellenhinweisen würde jenen, die überhaupt an langfristigen, offiziellen Plots interessiert sind sehr helfen.

Zitat von Hesindian

Ein Metaplot ist ein längerfristig angelegtes und übergeordnetes Konzept, in dem einzelne Plots, Handlungsstränge und/oder Personenschicksale, innerhalb der fortlaufenden Historie Aventuriens verbunden sind.

Ich finde die Definition noch unvollständig. Natürlich kann man Worte anders wählen und es weniger intellektuell ausdrücken. Vielleicht ist das sogar sinvoller. Dennoch fehlt deiner Definition eine Abgrenzung zu den “Alibi-Verheißungen” die eine Abgrenzung darstellen, was kein Metaplot ist. Das ist eine für die Verlagsplanung sehr wichtige Abgrenzung. Denn die Skrechu kann ohne Berücksichtigung auf vergangenen Elemente immer wieder als Bösewicht eingesetzt werden, da hier eben genau kein Metaplot existiert. Abenteuer, die beispielsweise die Pläne des Aikar Brazoragh betreffen sind jedoch in einen Metaplot einzubinden und sollten nicht “zufällig” entstehen.


Herr der Nacht

10.09.2010, 13:49 Uhr ~ #12

Kurze Zwischenfrage:

ist der Al Anfa-Plot nicht in der Liste weil er nicht als Plot angesehen wird, oder zählt er zu denen die entfernt wurden aus oben genannten Gründen?


Tyll

10.09.2010, 16:54 Uhr ~ #13

Zu Al'Anfa weiß ich persönlich wenig, mein Stand ist, dass das ein eher metaplotfreier Kampagnen-Plot ist, wie die Drachenchronik zum Beispiel ja auch. Generell ist die Liste ja wirklich auch nur eine Auswahl, um die ‘Denke’ zu illustrieren. Wir hatten gar nicht den Anspruch, da direkt vollständig zu sein.


Argo

10.09.2010, 19:11 Uhr ~ #14

Liebe Autoren,

zunächst ein Dankeschön für diese offene und wahrscheinlich nicht unproblematische Darlegung Eurer Arbeit – möglicherweise löst es Unmut in der Redaktion aus, wenn diese Präsentation als öffentlichkeitswirksames Druckmittel ausgelegt werden würde, um eben doch wieder ins Verlagsboot zurückkehren zu wollen. Das die seit Marks “Entlassung” hochschlagenden Wellen immer noch von einem starken Wind getrieben werden, spürt man hinter den Worten.

Ich kenne die DSA-Szene nicht, aber das Spiel – seit 14 Jahren, mit längerer Pause. In diesem Sommer habe ich wieder angefangen, mich für DSA zu interessieren und diesmal mit stärkerem Blick auf dem, was offiziell zur Verfügung steht. “Meta-Plot” und ähnliches kannte ich davor nicht, wohl aber die aventurische Geschichte.

Meinen Eindruck von “Meta-Ploting” und “Konzept-Arbeit”, der so über die letzten Wochen entstanden ist und über diesen hier puplizierten Beitrag, möchte ich Euch als etwas außenstehender Beobachter in möglichster Kürze mitgeben:

Ich stelle mir vor, dass es ohnehin für einen Autor nicht einfach ist, das kreative Feuer in einem Konzept-Korsett wachsen zu lassen; wahrscheinlich werden Autoren genau deswegen die Schnürung eher locken halten. Schwieriger wirds, wenn man DSA-Autor ist und ohnehin an die Querfäden der anderen Autoren und Redakteure mit seinen Kettverbindungen anschließen muß, um Konsistenz zu bewahren, Erwartungen der Fans nicht zu enttäuschen oder auch dem Verlagskonsens überhaupt zu entsprechen.

Wird dann ein weiterer Schritt nicht der eine Schritt zuviel? Droht nicht die Enge des Korsetts die Grazie zu zerquetschen? Zumal die intellektuelle Denke und Sprache (aus Anleihen bei Literaturwissenschaft, Poetik und Kreativwerkstatt) das Unbehagen der Muse verstärkt – vermutlich, wenn man Musen kennt.

Wäre nicht anstelle einer strukturierenden, analysierenden Meta-Plot-Instanz – die von einem leicht autoritären Ton gesungen wird (man beachte die vielen “muss” und “Definitionen”, “per definitionem”) – eine sorgfältige Lektoratsarbeit sinnvoller? Denn – wie Hesindians verschwurbelter Kommentar ausführlichst analysierte – Euer Konzept ist ja nichts anderes als das, nur das der Text bereits vor dem Schreibprozess “vor-lektoriert” wird. Jedoch wessen kreativer Moment grade nicht in die Abgrenzungen und Voraus-Planungen hineinpasst, was geschieht mit dem? Klar, gehören Strukturen, Konzepte und Poetiken zu jeder kreativen Arbeit mit Texten – aber so eng gezurrt, mit so einer Priorität gesteckt, erregt es einen kleinen Schrecken. Denn es droht dem mit Ordnungsschuld, der sich in die aventurischen Musen verliebt und erzählen will, so wie der ökonomische Schatten dem Verlag die Leistungsschuld abverlangt. Was dann entsteht ist die seltsame Chimäre des sorgfältig abgegrenzten Ordnungsmarkts.

Ich mag das Schwarze Auge und seine Geschichten, seine besondere Stellung im Rollenspielmarkt und seine Bezüge zur deutschen Romantik. Bitte zäunt keine “teutsche Poeterei” um diese Geschichten; sicherlich erfordern diese Geschichten kluge Anschlüsse und Verknüpfungen zu einem großen Ganzen – aber sollte das nicht eher in den geistreichen, fruchtbaren und inspirierten Gesprächen zwischen den kreativen Köpfen geschehen? Können diese Weichenstellungen und Ideenfindungen nicht auch etwas kopfloser und natürlicher aus sich selbst erwachsen, anstelle einer “aventurischen Rollenspielwissenschaft”?

Bitte nehmt mir die einzelnen Spitzen dieses Kommentars nicht übel, denn ich würde hier nicht schreiben, wenn ihr mir total unsympathisch wärt und die Aufmerksamkeit der Internet-DSA-Szene zu erregen, stelle ich mir nicht sonderlich aufregend vor.

So hoffe ich, Euch etwas Anregung gegeben zu haben, bedanke mich für Eure Arbeit, von der auch ich als DSA-Fan profitiere und verbleibe

mit wohlwollendem Gruß,

Argo


Mark

10.09.2010, 19:51 Uhr ~ #15

Hey Argo,

ein Problem, über das nicht nur ich in den letzten Jahren gestolpert bin, war natürlich, dass einige Redakteure (und nicht etwa Autoren) Angst äußerten, Vorausplanung würde vor allem einengen und gängeln.

Ich konnte das nie verstehen (nachvollziehen durchaus, denn es hat einfach viel damit zu tun, wieviel Vertrauen man jemandem entgegenbringt), denn diese Gängelung existierte nicht. Ein Beispiel: Durch meine (planerische) Vorarbeit im Metaplot “Mittelreich” wurde überhaupt erst wieder der Selindian-Plot (ein Sub-Handlungsstrang seit vielen Jahren) angestoßen. Ich hatte nichts weiter gemacht, als den bisherigen Planungsstand zusammenzufassen und damit andere anzuregen, daran Feuer zu fangen. Sehr schnell fanden sich mit Daniel Richter und Michael Masberg zwei Autoren, die die konkrete Ausführung und das Schreiben das Abenteuers “Der Mondenkaiser” übernahmen.

Natürlich gab es auch da noch gewisse Rahmenbedingungen (Abstimmung zu anderen Plotbereichen, gutes Abenteuerkonzept usw.), aber diese gibt es ja sowieso immer. Grundsätzlich hatten sie aber alle Freiheiten, was überhaupt in dem Abenteuer passiert, wie es aufgebaut sein soll usw.

Ebenso gehört zu einer Planung, festzulegen, wo vielleicht künftig keine Planung erfolgen soll. Vor allem aber beziehen wir uns mit den Metaplot-Planungen eben nur auf den Metaplot. Der macht aber nicht 100% von DSA aus. Ich habe dem Verlag immer deutlich gesagt, dass es mir nicht um die Masse geht und es mich auch nicht kümmert, wenn der Verlag nur noch 10% Metaplot überhaupt haben will. Uns ging es immer darum, den Bereich des lebendigen Aventuriens – wie groß oder klein er auch wäre -, zu verbessern. Und tatsächlich war es auch immer common sense, dass Ulisses vermehrt Nicht-Metaplot-Abenteuer wollte – für die vielleicht ganz andere Prämissen oder auch nicht gegolten hätten und mit denen ein Metaplot-Team nicht viel zu tun gehabt hätte.

Für den Anteil bei DSA, der den Metaplot ausmacht, war es aber dagegen immer das Ziel, die DSA-Autoren endlich wieder in die Lage zu versetzen, sich an die “großen Themen und Figuren” heranzuwagen – weil es überhaupt mal einen Ansatz von Transparenz zu redaktionellen Plänen, zuständigen Ansprechpartnern und kommenden Ereignissen gegeben hätte. Denn oft haben sich DSA-Autoren lieber in eigenen Nische geflüchtet, weil ihnen die redaktionellen Planungen zu verschlossen und entfernt schienen. Hat man als Redakteur mal angefragt, ob Lust auf eine große Kampagne oder Mitarbeit an einem Metaplot besteht, fingen sie meist sofort Feuer und zeigten Begeisterung, anstatt sie sich irgendwie “eingeschränkt” hätten.

Und noch viel mehr gilt das ja für die DSA-Spieler selbst: Auch sie sollten wieder mehr Zugang und Wissen an die Hand bekommen, um _mit_ dem Metaplot zu spielen (egal, ob direkt zum Nachspielen oder als Ideensteinbruch oder einfach, um sie in die Lage zu versetzen, _selbständig entscheiden zu können, ob sie in einer eigenen Runde einen NSC sich zu eigen machen oder ihn eher “offiziell” präsentieren). Ein Baustein dazu sollte der Meisterpersonenband “Von Rang und Namen” sein, aber es sollte auch noch weitere Schritte geben, um das zu ermöglich. Aber dieses Wissen kann man nur nach außen geben, wenn man es selbst intern erstmal hat.

viele Grüße, Mark


Schatzkanzler

11.09.2010, 00:08 Uhr ~ #16

Ich sehe ja, dass die Texte einen Stand von April 2004 haben, aber seit Juni gibt es die neue Spielhilfe zum Horasreich und spätestens seit diesem Zeitpunkt stimmt der Hinweis, es gäbe im Horasreich keine Metaplots, nicht mehr.

Im Gegenteil wurde sogar großen Wert darauf gelegt, kleine und große Metaplots zu erschaffen und sie teilweise den Spielern komplett zur Ausgestaltung zu überlassen.


Nandus

11.09.2010, 22:25 Uhr ~ #17

Hallo,

ich möchte mich hier als Gelegenheitsspieler einmal zu Wort melden. Einige der Inhalte meines Kommentars werden sicherlich am Inhalt der Vorherigen Beiträge vorbeigehen und ich möchte hier schon verdeutlichen, dass der Inhalt dieses Kommentars rein subjektiv und spontan ist, ohne Hintergrund einer vorherigen systematischen Analyse.

Ich bin selbst sehr interessiert an dem Konzept der Metaplots nach obiger Definition. Aventurien selbst erhält seinen Reiz durch seine Lebendigkeit, die sicherlich nicht zuletzt dem dichten Netz der Metaplots zugrunde liegt.

Dieses Netz besteht aber offensichtlich nicht nur aus Metaplots, sondern auch aus weiteren einzelnen Handlungen, die ihrerseits auch wieder miteinander und mit den einzelnen Metaplots verknüft sind. Dies führt zu einem Gewirr, das deutlich wird, sobald man einen Blick auf das aventurische Geschichtsbuch auf alveran.de wirft.

Unter Metaplots habe ich vor der Lektüre dieses Artikels die gesamte zugrundeliegende aventurische Geschichte verstanden, die sich aus den zahlreichen Publikationen der langjährigen irdisch-redaktionellen DSA-Geschichte ergeben hat. Daraus speist sich die Lebendigkeit der Spielwelt, aber auch die Inkonsistenz und das derzeitige Gewirr.

Mehrfach habe ich die Einbindung der Erlebnisse meiner Heldengruppe in die Wirren des Metaplots geplant. Entgehen kann man ihnen ja nicht, eine Einbindung ist allerdings leider auch kaum möglich. Selbst ein Bachelor of Aventuria würde sich anfühlen, als sei er der Bologna-Reform unterworfen.

Die oben angesprochene Systematisierung des Metaplots und eine stärkere Absprache und Koordinationen der einzelnen Publikationen untereinander wäre ein interessanter Schritt in die richtige Richtung zur Lösung des Problems.

Eine solche Systematisierung würde es ermöglichen, die einzelnen Plots und Metaplots, sowie die langfristige Geschichte voneinander abzugrenzen. Auch würde das dem Kunden die Möglichkeit geben, selektiv Plots und Metaplots zu benutzen, um sein persönliches Aventurien lebendiger zu gestalten oder zu vereinfachen, sodass die Konsistenz erhalten bleibt und Frust vermieden wird. Auch müssten die Informationen und Publikationen entsprechend aufbereitet sein.

Wenn sich das anhört, wie ein Baukasten-System, ist das denke ich nicht unbedingt falsch. Denn man sollte sich bewusst machen, was die Bausteine dieses Systems sind; es sind die einzelnen unkoordinierten Publikationen, deren selektive Aus- und Einblendung die Eingängigkeit und die Konsistenz mit den Ansprüche der Kunden deutlich erhöhen würde. Eine künstliche Abstufung ist nicht vorhanden, da der Hintergrund selbst in hohem Maße generisch ist.

Leider geht es derzeit offensichtlich in die entgegengesetzte Richtung. Ein koordinierendes und systematisierendes Team wird vermieden und ich persönlich finde es höchst brisant, dass die aktuellen Regionalbände den Metaplots des derzeitigen Standes zugrunde liegen. Das nimmt ihnen die Universalität und Flexibilität, die durch solche Bände eigentlich gegeben sein sollte.

Naja, vielleicht findet mit DSA 5 ja irgendwann ein systematischer Relaunch statt, der es ermöglicht die Komplexität des persönlichen Aventuriens selbst zu regulieren, der Platz für eigene Projekte lässt, und der es ermöglicht die heimische Spielrunde einen Teil der geordneten aventurischen Metaplot-Geschichte erleben zu lassen. Kurzum: Ein Relaunch, der ein durchschaubares und trotzdem lebendiges Aventurien präsentiert – womit sowohl Gelegenheitsspieler, wie Aventurien-Einheimische glücklich werden können.

Jetzt muss ich aber zurück an die Arbeit... Es warten noch 40 aventurische Boten und die Lektüre dreier Publikationen, um die Zeit post G7 in der Region des Mittelreiches konsistent und spielbar zu gestalten. Die Spieler sollen schließlich die Lebendigkeit Aventuriens spüren. Andernfalls kitzelt es sie doch nichtmals am großen Zeh, wenn Werheim unter den Mächten der dunklen Lande zerfällt und eine Schneise gesetzesloser Lande übrig bleibt.

zum Gruße

Nandus


Herr der Nacht

12.09.2010, 16:51 Uhr ~ #18

@ Nandus

ich kann deinem Beitrag aus vollstem Herzen zustimmen. Wäre es dir Recht wenn ich ihn auf meinem Blog veröffentliche, zum Thema: “Meinungen zum Metaplot”?

Grüße

HdN


Rukus

13.09.2010, 00:15 Uhr ~ #19

@ Tyll:

Dass man nicht ohne eine gewisse Übersicht arbeiten kann, ist klar. Ich persönlich bin halt kein Freund von “Überorganisation”. Damit meine ich, dass es Arbeit oft eher behindert, wenn man zuviele Instanzen oder Institutionen hat. Mein Motto ist da schlicht: “Keep it simple, keep it save.” Insbesondere bei einer kleinen Organisation verkomplizieren zu viele Instanzen die Abläufe meiner Erfahrung nach.

Ich bin gerade nicht sicher, wieso mein Vorschlag einer Liste sich auf eine Wichtung von Plotsträngen auswirken sollte. Vereinfacht dargestellt habe ich die offenen Plots A, B, B1, B2 und C. Dabei wäre A z.B. ein NSC im Bornland, der in Abenteuer X angerissen wurde (Vermerk: Wie es weiter geht, wird die Zeit zeigen.). B könnte dann für die politische Situation in Nostergast stehen, die aus den Herrscherhausplots in Nostria (B1) und Andergast (B2) besteht. Und natürlich C, welches ein Plot ist, der über eine Botengeschichte angeteast wird und eine größere Umwälzung in Aranien betrifft.

Nun meldet sich entweder ein Schreiberling von sich aus und sagt, ich würde gerne ein dickes Feature mit Aranien machen und stellt seinen Entwurf vor. Wird es abgenickt, kommt Plot C zu einem Ende oder wird nur bis zu einem gewissen Zwischenschritt C* und dann vielleicht zu C** etc. fortgeführt. Will die Redaktion nun gezielt eine Wichtung vornehmen, wird quasi zu einem Plot, beispielsweise B1 und B2 ein Schreibauftrag vergeben, an dessen Ende dann die Auflösung von Plot B (gesamt) oder ein Zwischenschritt (B1* + B2* oder auch B1 aufgelöst + B2*) steht.

Anhand einer ausführlichen Plotliste (ggf. halt in Baumstruktur), die leicht von einer Person verwaltet oder über ein CMS von allen Beteiligten editiert werden kann, behält man a) einen guten Überblick (was notwendig ist) und hat b) eine einfache Plattform über die man ohne großen Aufwand und notfalls spontan eine Priorisierung vornehmen kann.

Wie gesagt, ich bevorzuge unkomplizierte Strukturen. Ein netter Nebeneffekt einer einfachen Datenbank ist, dass man nicht unnötig Arbeitskraft bindet und auch deutlich weniger Zeit benötigt wird, um alles abzuwickeln. Ich sehe mein “Modell” nicht als Ablehnung eures Ansatzes, sondern verstehe es als eine (von meinem Verständnis für Arbeitsabläufe und in meinen Augen sinnvolle) pragmatische Optimierung. Wie gesagt: “Keep it simple, keep it save.”


Marsgesicht

13.09.2010, 01:58 Uhr ~ #20

Hi Katharina, hi Tyll,

nachdem heute auf dem RatCon das Gerücht die Runde machte,dass ihr euch zum DSA-Metaplot auf eurer Webseite geäußert habt, habe ich leider meinem voyeuristischem Interesse nachgegeben und eure Seite aufgesucht.Was ich gefunden habe, hat mich ehrlich gesagt schockiert. Musstet ihr unbedingt sooo viel Infos preisgegeben? Klar, selbst schuld, aber mir als Spieler und Meister habt ihr gerade gehörig die Laune verdorben. Denn ihr habt Geheimnisse hinausposaunt, die ich in dieser Klarheit echt nicht wissen wollte. Zumindest unsere Gruppe freut sich wahnsinnig auf neue Abenteuer – insbesondere, wenn da Dinge geschehen, mit denen man so auf Fanseite nicht gerechnet hat. Echt, hättet ihr nicht bestimmte Stellen in dem Papier schwärzen können, um unsereins nicht den Spaß zu nehmen?

Wenn ich das richtig mitbekommen habe, dann seid ihr sehr gut mit Mark Wachholz befreundet. Ich verstehe völlig, dass ihr euch an seine Seite stellt. Aber je länger ich über den Inhalt eures PDFs nachdenke, desto mehr keimt in mir der Verdacht, das das, was ihr hier online gestellt habt, nicht bloß zur Erklärung dient, was ein Metaplot ist, sondern, dass ihr das ganze online gestellt habt, um – berechtigt oder nicht – mit dem Verlag und/oder der Kernredaktion abzurechnen, die Mark Wachholz geschmissen hat. Wir Normalo-Spieler sind doch nicht bescheuert. Ich raffe auch so, was ein Metaplot ist. Der Detailgrad eures Downloads geht jetzt aber eindeutig auf Kosten von DSA-Spielern wie mir.

Echt, das NERVT!

Also bitte, könnt ihr das PDF nicht bitte dort abschneiden/schwärzen, wo ihr Geheimnisse hinausposaunt, die eigentlich eine Überraschung sein sollten? Kann doch nicht so schwer sein. Danke.

josh


Lydian

13.09.2010, 09:59 Uhr ~ #21

@josh

Du liest ein PDF das laut Titel und Beschreibung die wichtigsten Metaplötte und deren Möglichleiten auflistet und dann beschwerst du dich, dass du MI's erfährst? *Kopfschüttel*


Der Mönch

13.09.2010, 11:56 Uhr ~ #22

@Josh

Du hörst also ein Gerücht auf der RatCon, weisst, dass es um den Metaplot und die Diskussion darüber geht, siehst, dass der Artikel hier im Turmeingang

Zitat

09-09-10 — Metaplot(s) in DSA

Was genau ist eigentlich der Metaplot in DSA? Eine Problematisierung der Begrifflichkeit, die Vorstellung einer Definition und eine Übersicht über die wichtigsten aventurischen Metaplots. (Metaplot, Ulisses)

betitelt wird, schaust in eine Datei, die ebenso heisst und eingeleitet wird, und beschwerst dich hier?

Interessant.

Zum Thema als solchem:

zwei interessante Dateien, in denen man euren Stil wiedererkennt und die sehr vielversprechend sind. Eure Vorschläge erscheinen sinnvoll.

Es bleibt abzuwarten, wie sich das in den nächsten Monaten entwickeln wird.

Zuviel will ich hier erst einmal nicht mehr schreiben, es wurde schon soviel getan...ich freue mich jedenfalls, wenn es von euch demnächst einfach wieder schönes Material zu DSA gibt :)


Werner

13.09.2010, 14:26 Uhr ~ #23

Hallo zusammen!

Vielen Dank für eure Arbeit am Schwarzen Auge. Ich habe ihr – und der vieler anderer – ungezählte Stunden Spaß am Spieltisch zu verdanken.

Und auch vielen Dank für diese Arbeitspapiere, die einem als emanzipierten Spielleiter wirklich extrem viele Anregungen geben.

Viele Grüße,

Werner


Marsgesicht

14.09.2010, 04:06 Uhr ~ #24

@Mönch:

Ich rege mich über den Detailgrad auf. Oder willst du behaupten, dass bestimmte und bislang offenbar als geheim klassifizierte Infos in dem Paper tatsächlich notwendig waren, um uns zu verdeutlichen, was ein Metaplot ist? Also ich raffe das auch so.

Außerdem ist da noch etwas anderes. Dich, mich und die anderen User hier mag das ja vielleicht nur am Rande interessieren. Aber sollten Tyll, Katharina und Mark nicht (!) alleinige Schöpfer all der aufgelisteten Metaplots sein (und bei der Vielzahl der Plots kann ich mir das ehrlich gesagt nicht vorstellen), dann dürfte die Veröffentlichung des PDFs rechtlich durchaus problematisch sein. Ich stelle mir gerade vor, das einer der Autoren bei “Perry Rhodan” oder den “3 Fragezeichen” plötzlich Internas in diesem Detailgrad rausrückt. Ich schätze mal, die hätten ganz schnell ne Klage am Hals. Also Vorsicht!

Bei uns an der Uni sind mal zwei Kommilitonen wegen einer viel lächerlicheren Sache verklagt worden (Bilderrechte auf deren Webseite). Ich glaube, die stottern ihre Strafe von 10.000 Euro noch heute ab.

josh


Wassertropf

14.09.2010, 04:29 Uhr ~ #25

@Marsgesicht: Erzähl keine Schauergeschichten, das sind alles bekannte Infos, die man sich ggf. aufwändig zusammensuchen muss. Freu dich lieber, dass sich da Leute die Arbeit gemacht haben. Wenn da was neu ist, dann offenbar von den Plots die sie selbst betreut haben. Unerlaubt Bilder auf Webseiten benutzen ist dagegen echte Urheberverletzung. So, und nun lies dir nicht noch mehr durch, sonst regst du dich vermutlich noch mehr auf ...

@Tyll/Katharina/Mark: Danke! Tolle Gedanken und gute, planvolle Ansätze! Und bitter, dass Ulisses auf eure Mitarbeit lieber verzichtet hat, als sich das mal genauer anzuschauen und zu durchdenken. Ich kann euch nur als ganz normale Spielerin sagen, dass ich einem Metaplot-Team bei so einer Vorarbeit vertraut hätte, was Gutes für DSA zu bringen, auch wenn vielleicht nicht alles mein persönlicher Geschmack gewesen wäre.


Tyll

14.09.2010, 09:59 Uhr ~ #26

@ Marsgesicht:

Das Papier enthält keine geheimen Infos, wir haben alle Informationen, die man nicht selbst sammeln oder erschließen kann, gelöscht (das waren nicht sehr viele). Die von uns direkt betreuten oder für eine unbestimmte Zukunft angedachten Plots haben wir ‘öffentlicher’ behandelt, da wir nicht davon ausgehen, dass diese jetzt noch in dieser Form verwirklicht werden.

Nochmal: Es handelt sich nicht um ‘geleakte’ Geheimplanungen, sondern um eine Analyse bestehender Plots mit — sehr vage und bewusst knapp gehaltenen — Vermutungen, wie sich diese Plots weiter entwickeln könnten bzw. was eine plausible Entwicklung unter dramaturgischen Gesichtspunkten wäre.

Dass du das Gefühl hast, damit schon zuviele Informationen bekommen zu haben, tut mir leid.

@ Rukus:

Okay, ich verstehe jetzt besser, was du meinst. Ich halte diesen Ansatz aber nicht für ausreichend. Es ist ja nicht so, als hätten wir es darauf abgesehen, möglichst viele Instanzen einzubauen.

Der Verwaltungsaufwand ist einfach gigantisch, das muss sowieso ein dediziertes Team überhaupt erstmal aufbauen, sonst tut sich da gar nichts. Das schreibst du ja im Prinzip auch, aber du gehst dann einfach von einem fertigen CMS aus, da komme ich nicht mit. Es ist eine Arbeit für viele Monate, bevor man deine Liste fertig hätte, das Metaplot-Team müsste aber viel früher anfangen, an den wichtigen Plots zu arbeiten. Und dass das nicht irgendwie von irgendwem gemacht werden kann, haben wir ja versucht, darzustellen: Es wird nicht gemacht. Deswegen kann mMn nicht hinter eine Instanz zurück, die zu diesem Zweck eingesetzt wird.

Nur als Beispiel: Wir haben im Papier ja nur angerissen, dass man sich auch mal strukturiert um den Kalender des lebendigen Aventuriens kümmern muss — wusstest du z.B., dass bald der 99jährige Vertrag des Fürsten von Fasar mit den Rashduler Reitern ausläuft und sich damit das Machtgeflecht in der Stadt erheblich ändern könnte? Sowas muss man behandeln, wenn es Zeit dafür ist, nicht wann ein Autor vielleicht Lust dazu hat. Und es braucht eine Idee, was man denn für so ein Ereignis will. Von solchen Daten gibt es ohne Übertreibung Hunderte.

Ich will deine Idee nicht ablehnen oder angreifen, ich verstehe schon, dass das eine Ergänzung sein soll, kein Gegensatz. Aber ich bin so fest davon überzeugt, dass unser Ansatz nicht zu kompliziert, sondern der Sache notwendig angemessen ist, dass ich dir nicht einfach sagen kann “Och jo, stimmt, so kann man's ja auch machen, ist ja viel simpler.” ;)

@ Schatzkanzler:

Könntest du uns ein paar Beispiele für diese horasischen Metaplots geben? Das wäre super!

@ Hesindian:

Ich habe deinen Beitrag jetzt eine Woche auf mich wirken lassen. Deine Kritik unserer Defintion erscheint mir eher wie ein gedankensportliches Abarbeiten an Begrifflichkeiten als wie eine ernsthafte Suche nach einer besseren Definition. Weniger Worte für einen komplexen Sachverhalt tragen nicht zum besseren Verständnis bei, Redundanzen sind nützlich, weil sie Facetten einer Betrachtungsweise darstellen. Deswegen muss ich auch den Vorwurf der leeren Worthülsen und der bemühten Intellektualität nicht annehmen.

@ Roach:

Jain. Diesen Metaplot gibt es nicht in reflektierter und als Metaplot bearbeiteter Form. Es ist Teil unserer Analyse gewesen, die Ereignisse im Mittelreich der letzten 50 Jahre als echten, erzählerischen Metaplot zu formulieren und da kommt dann dieser Bogen bei heraus. Es gibt durchaus bereits offiziell publizierte Ereignisse, die das beginnende Widererstarken des Mittelreichs symbolisieren, z.B. (wie im Papier übrigens auch aufgeführt) die Rückeroberung Misamunds, die friedliche Rückführung Albernias ins Reich und die sich im Verlauf befindliche Befriedung der Wildermark.


Soweit erstmal. Lieber Gruß, Tyll


Jesabela Alara Tiamartin

14.09.2010, 11:17 Uhr ~ #27

Dankeschön euch drei für die Möglichkeit an euren Gedanken teilzuhaben.


Katharina

14.09.2010, 12:20 Uhr ~ #28

Noch eine Ergänzung @ Rukus:

Solch eine Liste zu erstellen, wäre durchaus eine Nebentätigkeit des Metaplotteams gewesen (auf welcher technischen Basis auch immer). Ich halte aber eine Gewichtung dieser Aufhänger, Versprechungen, Plots und Metaplots (präziser: das Anstoßen und Moderieren von Entscheidungsprozessen innerhalb der Redaktion dazu) nach wie vor für die wichtigere Aufgabe.

Nur weil man in einer Liste sehen kann, was es alles gibt, heißt das noch nicht, dass sich damit irgendwas an dem Planungschaos, den Inkonsistenzen, der mangelnden Abstimmung und der Willkür beim Aufgreifen von irgendwas ändern würde.

Denn der Knackpunkt ist hier die Frage, wie (also auf welcher Basis in welchem Verfahren von wem) denn entschieden wird, welche Plots, die sich irgendwer Interessiertes aus dieser langen, langen Liste rauspickt, nun umgesetzt werden. Solange bei diesem Wie keine systematische Berücksichtung des großen Ganzen stattfindet (wie es derzeit der Fall ist), gibt es schlicht keine sinnvolle Priorisierung und Gewichtung.

Der Knackpunkt ist dein “Will die Redaktion nun gezielt eine Wichtung vornehmen, ...”. Das sagt sich so leicht, ist in der Realität aber bereits der Schritt, an dem es scheitert, weil die dafür nötigen Diskussions- und Abstimmungsprozesse ja irgendwie erstmal zustande kommen müssen und es irgendeine Basis geben muss, auf der das dann entschieden wird. Und die gibt es nicht.

Es ist ja kein Zufall, dass diejenigen (Kern-)Redakteure und Autoren, die einfach ohne Abstimmung ihr Ding durchgezogen haben, sehr gut damit gefahren sind, während diejenigen, die sich um Abstimmung bemüht haben, dafür rausgeschmissen worden sind oder denen zumindest das Leben so schwer gemacht wurde, dass einige freiwillig den Hut genommen haben. Das zeigt doch schon, dass es eben bestimmte Strukturen geben muss, damit sinnvoll, konsistent und zielführend gearbeitet werden kann.


Der Mönch

14.09.2010, 14:20 Uhr ~ #29

@Josh

Jeder der genannten Erzählstränge war mir bekannt, einfach, weil ich mich mit dem Thema beschäftige und Spielhilfen lese? Nun ja ich will ja nicht redundant darauf herumhacken, Tyll hat es noch einmal klar gesagt.

@allgemeine Diskussion

Ich glaube im Alveran-Forum brachte jemand das schöne Beispiel der Perry-Rhodan-Romanserie. Die muss man nun nicht mögen, allerdings passiert dort etwas, was ihr euch wünscht. Es gibt ein Expose-Team, welches für mehrere Monate bzw. Jahre hinweg den Plot plant, bis hin zu einzelnen Nebensträngen der Geschichte. Es gibt einmal im Jahr eine Redaktionskonferenz mit allen, auch freien, Mitarbeitern, wo darüber debattiert und diskutiert wird, danach gehts weiter. Die Serie ist inzwischen 40 Jahre alt und hat eine immense Datenmenge angesammelt. Ähnliches sehe ich auch bei DSA. Es ist eine Heidenarbeit, da den Überblick zu behalten und es bedarf tatsächlich eines festen Teams dafür. Es lohnt sich aber. Zumindest bei Perry Rhodan.

Von daher leuchtet mir eure Argumentation und eure Idee sehr ein. Dennoch stehe ich etwas ratlos vor den Entwicklungen der letzten Wochen. Als jemad, der den Metaplot und die Tiefendimension von DSA sehr schätzt, frage ich mich schon, wie geht es wohl weiter? Hier wäre tatsächlich einmal eine Stellungnahme von Ulisses hilfreich. Nicht zur Personal-Sache mit Mark, sondern zur Frage der Metaplots als solchen. Das hätte dann nichts mit Schlammschlacht zu tun, sondern mit einer klaren Ansage, wie der Plan des Verlags für DSA ist. Es ist schade, dass wir bisher nur eure Stellungnahmen dazu haben. Versteht mich nicht falsch, ich halte euch für sehr vertrauenswürdig :)

Beim durchlesen meines Beitrags merke ich, gerade, dass er nichts weiter bringt und ein Symbol für die Diskussion um die Metaplots ist: momentan dreht sie sich im Kreis, weil Ulisses nichts dazu sagt.

Jedenfalls überkommt mich das dringende Bedürfnis, einfach mal wieder DSA zu spielen...oh ja, da war doch was, stimmt, es geht um ein Spiel! ;)

ratlose Grüße von einem mitteilungsbedürftigen Benjamin


Tyll

14.09.2010, 15:43 Uhr ~ #30

@ Benjamin:

Ja, ich glaube Perry Rhodan hat zum Teil Pate gestanden für Marks ursprüngliche Idee einer Exposé-Redaktion für DSA, und er hatte das von Ragnar erzählt bekommen.

Bei deiner Ratlosigkeit kann ich dir leider nicht helfen. Ulisses wird sicher nicht ausführlich Stellung zum Thema Metaplot nehmen, was sollen sie auch groß sagen außer “Wir kümmern und drum!” oder “Es wird alles gut, ihr werdet schon sehen!”? Wir haben nie in Anspruch genommen, die einzigen zu sein, denen an der Entschlackung von Metaplots und an besserer Planung aventurischer Entwicklungen gelegen war, natürlich wollen das auch viele Redakteure. Aber die Schweinearbeit müssen sie erstmal machen — und da der Verlag einerseits keinesfalls Entscheidungsbefungnisse aus dem Kernteam auslagern will, andererseits das Kernteam aber für Konzept- und Planungsarbeit keine Zeit hat, sehe ich das nicht so wirklich. Whatever, das ist nicht mehr meine Soße und ich möchte das Thema “Was könnte jetzt ...?” auch lieber hier rauslassen.

Spielen würde ich auch gern wieder, momentan ist bei uns Pause, weil der Spieler unserer Ersten Gezeichneten Nachwuchs bekommen hat. :)

Liebe Grüße, Tyll


Mathias

14.09.2010, 19:04 Uhr ~ #31

Ja, um's spielen soll's gehen.

Als jemand der selber gerade die Möglichkeit hat endlich mit einer ganz neuen Spielrunde nach langjähriger Pause wieder einmal Rollenspiel zu betreiben, habe ich gerade auch auf meine “Jugendliebe” DSA geschaut.

Leider musste ich feststellen, dass das Regelwerk mich so gar nicht mehr befriedigen würde (“weder Fisch noch Fleisch”, sozusagen) und nach dem Durchgehen einiger Produkte der letzten Jahre, musste ich auch feststellen, dass mir vieles was ich dachte, dass mir DSA an Service sonst bieten würde, auch nur sehr halbgar ist.


Ich habe viele schöne Erinnerungen, die ich mit dieser Welt verbinde, aber einfach nur irgendwelche Abenteuerplots, die keinen roten Faden der Welt selbst verfolgen, bedeuten für mich eigentlich nur unnötiger Aufwand sie an die Bedürfnisse meiner Gruppe anzupassen. Es sind dann nur sehr magere Inspirationsquellen.

Könnte ich dagegen erwarten, dass die Hintergrundwelt sich lebendig, erzählerisch interessant und vor allem absehbar weiter entwickelt, würde ich mich da sehr gerne “einkaufen”.

Im Moment, aber nicht erst mit den Austritten, sticht für mich ganz klar heraus, dass DSA mir das nicht liefert. Rückblickend war das auch fast schon immer so: z. B. wurden die Ereignisse um die Sieben Gezeichneten herum für mich auch erst richtig spielbar durch das Borbaradprojekt und der späteren überarbeiteten Ausgabe. Vor allem, weil das drum herum greifbar wurde und ordentlich als “back drop” für eigene Geschichte dienen konnte.

Und wenn ich mir jetzt die aktuelle Entwicklung ansehe, dann schürt das nicht mein Vertrauen, dass sich hier etwas grundlegend ändern wird. Was vor allem daran liegt, dass ich aus eigener Erfahrung gut genug weiß, wie wichtig eine klar geordnete Sicht über eine gesamte Erzählung ist, um dramaturgisch richtige Entscheidungen für sie zu treffen.


So finde ich es ein wenig traurig. Mal sehen ob meine Mitspielerinnen, die alle noch sehr offen dafür sind, wohin und womit die Reise gehen soll, Lust haben in die “alten” Geschichten in Aventurien einzutauchen oder wir uns was anderes suchen. Für Aventurien spricht einfach immer noch, dass es aus dem heimischen Kulturkreis stammt.


@Tyll: Wegen der Sache mit dem Regelwerk, bin ich sehr gespannt auf die angedeuteten Ausführungen zum Wilden Aventurien... falls es nämlich bei uns Aventurien wird, wird es wahrscheinlich Des Schickals Auge — äh, also FATE basierend, dessen theoretische Konvertierung zumindest nicht sehr schwer fiehl. Aber ich frage mich, wieviel aventurischer Flair eventuell so tief in den Regeln verankert ist, dass er einfach verloren geht.


Gruß,

Mathias


Katharina

14.09.2010, 19:56 Uhr ~ #32

Zitat von Hesindian

Weiterhin sei für einen Metaplot eine „schicksalhafte Verheißung“ mit ihr anhängender, narrativen Gesetzen folgender, Geschichte erforderlich. Eine solche formuliere „das erzählerische Ziel der Ereignisse, aus ihr erklärt sich die Rolle und Motivation der beteiligten Personen, sie stößt die ganze Geschichte an und treibt sie voran“. Hierzu muss ich jedoch feststellen das dies im Grunde nichts anderes darstellt als ein Konzept. Ein solches jedoch steht hinter den meisten fiktiven Geschichten.

Die Definition von “Konzept” ist: “Entwurf; erste Fassung; grober Plan” (Duden), “ein Plan, ein Programm für ein Vorhaben, ein erster Entwurf, eine Vorstufe einer Theorie, eine gedankliche Zusammenfassung (Vorstellung) von Gegenständen und Sachverhalten, die sich durch gemeinsame Merkmale auszeichnen” (Wikipedia); Synonyme sind: Entwurf, Exposé, Rohentwurf, Rohfassung, Rohschrift, Schema, Skizze, Kurs, Plan, Programm, Vorgehensweise (Duden).

Nichts davon hat von sich aus irgendetwas mit fiktiven Geschichten zu tun. Inwiefern der Begriff “Konzept” den der “schicksalhaften Verheißung” einschließt und damit obsolet macht, ist mir unverständlich.

Außerdem birgt der Begriff des “Konzepts” für die Metaplotthematik noch ein ganz anderes Problem: Er würde automatisch alles ausschließen, wofür es keine Konzepte gibt (egal ob nun schriftlich vorliegend oder nur gedanklich vorhanden): Und damit hätten wir in DSA so gut wie überhaupt keine Metaplots, da — das ist ja gerade eines der Probleme — Metaplots eben im Normalfall nicht konzeptioniert werden, sondern willkürlich vor sich hin wachsen (oder wuchern oder kümmern).

Etwas als “Konzept” zu bezeichnen macht eine Aussage lediglich über dessen Form. Wenn zu einem vermeintlichen Metaplot ein Konzept vorliegt oder einem vermeintlichen Metaplot ein Konzept zugrunde liegt, dann sagt das vielleicht etwas über dessen Planungsstand und Durchdachtheit aus, es liefert aber im Zweifelsfall überhaupt keinen Hinweis darauf, ob es sich dabei überhaupt um einen Metaplot handelt.

Bringt es also was, Metaplots danach zu definieren, ob ihnen ein Entwurf oder Plan zugrunde liegt? Bei DSA geht das schlicht an der Realität vorbei und würde zu einer Systematik führen, die nichts mit den Merkmalen von Metaplots zu tun hat, sondern nur darauf fußt, wo zufällig in die Zukunft gedacht wurde und wo nicht.

Gerade deshalb ist für uns der Begriff der “schicksalhafte Verheißung” so wichtig und so mächtig, weil er es erlaubt, Metaplots auch zu identifizieren, wenn diese nicht auf einem Konzept beruhen.

Das kommt der Realität näher; und ob es ein Konzept gibt oder nicht, ist auch der Spielerschaft nicht zugänglich, sehr wohl aber nehmen SpielerInnen Verheißungen wahr, knüpfen daran Erwartungen, schenken damit verbundenen Ereignissen und Publikationen Aufmerksamkeit. Um die aber systematisch bedienen zu können, braucht es auch einen systematischen Begriff davon.

Eine Verheißung ist eine Form von Versprechen, und damit macht jede Verheißung, die das offizielle DSA etabliert, immer auch ein Versprechen: nämlich dass das neu eingebrachte Element (Geheimnis, Konflikt, Prophezeiung etc.) wieder aufgegriffen wird, dass man sich bei seiner Etablierung etwas gedacht hat, dass es Bedeutung innerhalb der Welt hat — sprich: dass eine Geschichte dahintersteckt. (Diese Geschichte muss natürlich nicht sofort auch ein Metaplot sein, der definiert sich ja noch durch weitere Merkmale.)

Die Tatsache, dass es diese Versprechen gibt, ist unserer Wahrnehmung nach einer der Gründe (natürlich nicht der einzige Grund), warum SpielerInnen sich so stark mit DSA identifizieren, warum sie mit seiner Entwicklung mitfiebern und warum ihre Erwartungen sie dazu verleiten, Produkte auch dann zu kaufen, wenn sie sie gar nicht im Spiel direkt verwenden wollen.

(Ob das auch eine reine Abfolge von historischen Ereignissen leisten könnte (insgesamt gesehen, nicht bezogen auf die Vorlieben einzelner Leute)? Kann sein, ich glaube es aber nicht. Historische Ereignisse stehen (wenn überhaupt) immer nur in einem Kausalzusammenhang (in einer fiktiven Welt natürlich eine Sache für sich), während narrative Ereignisse in einem Sinnzusammenhang stehen. Das ist der Grund, warum wir so stark auf Geschichten reagieren: weil Plots Bedeutung generieren, indem ihre Struktur Dinge in einen Sinnzusammenhang stellt.)

Natürlich darf eine Rollenspielwelt nicht einfach voll von vorgefertigten Geschichten sein, denen man einfach nur zuguckt. Dass Metaplot und Ergebnisoffenheit im Spiel generell ein Dilemma sind, ist ja nichts Neues, aber gerade deshalb muss in einem System, das Metaplots hat und auch haben will — weil der Sinnzusammenhang, den diese Metaplots über die singulären Erlebnisse einzelner Gruppen hinaus schaffen, einen Wert für das System hat —, sorgfältig damit umgegangen werden. (Dass auch Spielercharaktere im Zentrum von Metaplots bzw. von bespielbaren Abschnitten von Metaplots stehen können, zeigt z.B. die Borbarad-Kampagne.) Das ist aber ggf. noch mal eine eigene Diskussion.


Rukus

16.09.2010, 02:57 Uhr ~ #33

Sodelle, nun hab ich auch mal wieder ein paar Minuten Zeit, nachdem ich zwei Kurztrips hinter mir habe.

@ Tyll:

Zunächst einmal bin ich froh, dass meine Erläuterung geholfen hat. Ich finde euren Grundgedanken ja im Prinzip nicht schlecht, aber auch das Rhodan-Beispiel hat mich noch nicht davon überzeugt, dass man eine weitere Instanz benötigt. Natürlich ist es im ersten Schritt ein ziemlich großer Aufwand, wenn man alle Plotstränge präsent halten will, aber ich denke, dass es nach dem Erstellen auch nicht mehr die große Arbeit ist. Wenn viele Hände an so einer Erstliste arbeiten (z.B. jeder für seine bevorzugten Regionen/Organisationen/Personen/...), halte ich das für nicht mehr soooo aufwändig. Klar mag das ein paar Monate dauern, aber dann ist es auch schon deutlich einfacher, da die Liste dann nur noch gepflegt werden muss.

Was den Kalender angeht, wirst du vielleicht wissen, dass ich vornehmlich mit Mark zusammen die Abenteuerzeitleiste erstellt habe. Die ist zwar seit einer gewissen Zeit nicht mehr aktualisiert worden, aber das Hauptproblem war ohnehin die vernünftige Einordnung der alten Abenteuer, bei denen die Angaben nicht übereinstimmten bzw. anderen Publikationen widersprachen. Die Chronologie ist für mich ein wichtiger Aspekt. Auch wenn ich von deinem konkreten Beispiel nichts weiß. Es ist halt nicht so ganz meine Ecke. Ich denke, so etwas wäre ein anderer Aspekt, der aber durchaus über eine ergänzene Datenbank zu regeln wäre. So wahnsinnig viele konkrete historische oder kosmologische Termine gibt es nun auch wieder nicht. Da bedarf es schlicht einer Person (oder Gemeinschaftsleistung), um etliche Publikationen zu beackern.

Und bevor es noch anderweitig aufkommt, gilt ähnliches natürlich auch für Personen. NSC X müsste in einer Datenbank suchbar und über einen Vermerk “ist gerade belegt” o.ä. als nicht nutzbar gekennzeichnet sein.

Diese Datenbanken, die ich immer noch für wesentlich praktikabler halte als eine wie auch immer geartete Instanz, würden der Redaktion mit Sicherheit Arbeit abnehmen und selbige erleichtern. Ich sage mal, dass wir bei der Wahl der Werkzeuge einer unterschiedlichen Tradition folgen.


Horathio von Bethana

17.09.2010, 08:48 Uhr ~ #34

@ Katharina

Vielen Dank für die Differenzierung zwischen Plott, Konzept und der Verheißung. Vor allem letztes Vokabel hat es meinem hesindianischen Verstand sehr angetan, da es endlich das in Begrifflichkeit gießt, was bisher namenlos war ;-)

Ich danke für eure Ideen zum Metaplott. Ich finde eure Definition sehr gut.

Schade ist, dass in eurem Konzept (noch) nicht die Rückschau auf bisherige Abenteuer vorgesehen war. Gerade Entwicklungen aus “Sumus Blut” oder der “Dunklen Halle”, nur um zwei zu nennen, sollten nicht im Sand verlaufen.

Die zwei Abenteuer waren in meiner Gruppe etwa Renner und es gab lange Gesichter, da momentan keine Fortsetzung des Plotts in Sicht ist.

Die Verheißung des Schicksals von Tronde in der “Dunklen Halle” etwa spitzte sich über acht Spielabende zu einem wirklich emotional aufgeladenen Finale zu. Selten meine Spieler um einen NSC so “trauern” sehen...

Ich schreibe noch gerne mehr über meinen Versuch aus 15 Abenteuer eine mehrere irdische wie derische Jahre überdauernde Kampagene zu entwickeln und was ich in punkto Plott so alles erlebt habe.

Die Zwölfe zum Gruße,

Horathio von Bethana


Mark

17.09.2010, 13:55 Uhr ~ #35

Hallo Horathio,

auch wenn das nicht so durchscheinen mag, haben wir viele der Plots überhaupt erst durch die Rückschau wieder angestoßen, also geguckt, wo sind große offene Plotfäden, die seit Jahren brachliegen. Haben wir Ideen, daraus was zu machen, oder sollten sie zumindest für die Spieler abgeschlossen werden?

Gerade die Ereignisse um die Zukunft der Thorwaler (u.a. auch “Dunkle Halle”) und den Kampf gegen Gloranien (offene Fäden aus “Sumus Blut”) haben wir seit drei Jahren konzeptuell und im Aventurischen Boten bereits betreut, um so langfristig auf neue Abenteuer und Kampagnen hinzuarbeiten (und auch im Meisterpersonenband waren aus beiden Regionen die wichtigsten NSCs ausführlich ausgearbeitet).

Diese Arbeit kann von Verlagsseite jetzt wohl als eingestellt betrachtet werden. Zu “Im Bann des Nordlichts” (Hoher-Norden-Spielhilfe) wurden wir gar nicht erst mehr eingeladen (man wird dort also irgendwas machen, was aber vermutlich nur noch wenig mit unseren weiterführenden Ideen zu tun hat), der Thorwal-Plot ist jetzt sogar gänzlich abgeblasen.

viele Grüße, Mark


Horathio von Bethana

30.09.2010, 10:17 Uhr ~ #36

Lieber Mark!

Besten Dank für die Info!

Schade drum, weil das gute Plots waren.

Hm, ist wohl viel liegen geblieben damals bei der Redax...

Alles Gute für das weitere Schaffen und hoffentlich ein vierter Band zur Galotta-Biographie!

Die 12e zum Gruße,

Horathio


FRAZ

03.11.2010, 16:19 Uhr ~ #37

In der Einleitung heißt es: Oft wird ‘Metaplot’ synonym für das ‘lebendige Aventurien’ gebraucht, also die fortlaufende Geschichte der Spielwelt im Allgemeinen: Metaplot ist all das, was Aventurien verändert oder bewegt.

Bevor ich mich hier in Wort-Definitionen verstricken lasse, möchte ich die Frage aufwerfen, wem das „lebendige Aventurien“ nutzt? Wozu braucht man etwas, „was Aventurien verändert oder bewegt“?

Man sollte nicht vergessen, dass Aventurien in erster Linie ein Spielbrett ist. Freunde treffen sich, lachen, quatschen, futtern zuviel Süßigkeiten und erfreuen sich an den fantastischen Geschichten in einer fiktiven Welt. DAS ist Aventurien.

Wenn man nun Veränderungen an einen Spielfeld vornimmt sollte man auch immer die Leute im Hinterkopf haben, die dieses Spielfeld später nutzen. Die Regionalspielhilfen definieren bestimmte Gegenden und Kulturen oder assoziieren sie mit einem bekannten Thema. Sie sollen in erster Linie den Spielleiter dabei unterstützen in ein Verlags-Abenteuer mehr atmosphärische Dichte zu bringen oder selbsterdachte Geschichten mit Hintergrund zu untermauern.

Regionalspielhilfen schaffen dabei eine gewisse Kontinuität für Spieler und Spielleiter innerhalb der sie ihre Abenteuer bestreiten können.

Das „lebende Aventurien“ verändert den Status Quo dieser Spielhilfen. Spielgruppen die aus zeitlichen oder strukturellen Gründen nicht die Möglichkeit haben mit dem Wandel der Zeit Schritt zu halten werden so vom „Leben in Aventurien“ ausgeschlossen.

Das bedeutet nicht, dass Metaplots per se schlecht sind. Im Gegenteil, sie geben dem interessierten Spieler die Möglichkeit Teil der Geschichte zu werden und sie gar mitzuschreiben. Aber ein Metaplot sollte nicht dem Selbstweck dienen, sondern immer darauf ausgerichtet sein einen Status Quo zu schaffen, der dann in einer neu aufgelegten Regionalspielhilfe verarbeitet wird.

Letztlich konnte ich in diesem Bereich in den letzten Jahren eine Methode im Chaos erahnen: Nach Borbarads Fall kamen „Borbarads Erben“, das Jahr des Feuers ging den Regionalspielhilfen „Schild und Herz des Reiches“ vorweg und die Königsmacher-Kampagne gipfelte im „Reich des Horas“.

Ich möchte noch einen weiteren Punkt ansprechen: das Leben ist nicht planbar! Das gilt für den kreativen Bereich „Aventurien“, wo Ideen Platz zur Entfaltung und zum Wachstum brauchen, wie auch für das echte Leben, wo sich Publikationen immer wieder verzögern werden, weil Druckereinen patzen, Autoren ausfallen oder die Redaktion Mist baut. Gerade die aufwendigen und liebevollen ALVERAN Neuigkeiten haben mir immer wieder den chaotischen Charme der ps

Für ein Autorenteam ist es sicherlich verheißungsvoll (um bei den Vokabeln zu bleiben ;)) eine Welt zu gestalten, aber...

für den Autor von z. B. ‚Sumus Blut’ wäre es hingegen wohl eher enttäuschend, wenn er seine Idee den höheren Konzept einer Region unterordnen muss.

für den Spielleiter der seine Geschichte selbst entwirft wäre es enttäuschen, wenn z. B. die Skrechu (als letzter „freier“ Heptarch) eine obskure Verheißung bekommt, um nicht als „immer wieder verwendbare Erzschurkin“ zu verkommen.

für den Verlag wäre es belastend die Planung seiner Publikationen neben Verkaufzahlen und anderen alltäglichen Problemen an die Metaplanung anpassen zu müssen.

für den Jungautoren wäre es enttäuschend, wenn für sein Abenteuer kein Platz mehr im Verlagskonzept ist, weil die Metaplanung ihre Raum fest etabliert wissen will.

Kurzum: Ich möchte Eure Mühe und Euer Engagement bestimmt nicht madig machen oder schmälern. Wie bereits geschrieben bin ich ein großer Fan von ALVERAN und mir ist natürlich klar, dass einige der zuletzt angesprochenen Probleme auch ohne Metaplot-Team vorhanden sind. Aber nach reiflicher Überlegung kann ich die Auffassung nicht teilen, dass ein Metaplot-Team einen echten Mehrwert für den Verlag darstellt.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.


Luciano

07.12.2010, 15:29 Uhr ~ #38

Hi Fraz,

ich versuche mal, hier eine subjektive Antwort auf Deinen Post zu geben, da ich mich zu der von Dir beschriebenen Gruppe von DSA-Spielern zähle, die nicht so viel Zeit zum Spielen, geschweige denn Lesen von Publikationen, haben und entsprechend des Öfteren in einer zum offiziellen Aventurien parallelen Welt spielen. Die größeren Ereignisse nehmen wir in unserer Gruppe aber durchaus wahr und sie finden demnach auch in “unserem” Aventurien statt (wir haben auch den Boten abonniert – nur wird der halt unregelmäßig und selektiv gelesen...).


Wem nutzt also ein “lebendiges Aventurien”?

Ich glaube, dass man diese Frage nur in manchen hinsichten sachlich diskutieren kann. Insofern es aber mehr um subjektive Ansichten wie bspw. den Spielstil der eigenen Gruppe geht, kann eine verallgemeinerbare Antwort auf diese Frage nicht gegeben werden.

Ich versuche jetzt mal, Deine Einwände zu widerlegen, bin mir aber gleichzeitig sicher, dass Dich davon – völlig nachvollziehbarerweise – nicht alles überzeugen kann, eben weil einiges davon auf ästhetischen Spielpräferenzen basiert, über die sich bekanntlich nicht streiten lässt...


Zitat von FRAZ

Für ein Autorenteam ist es sicherlich verheißungsvoll (um bei den Vokabeln zu bleiben ;)) eine Welt zu gestalten, aber...

für den Autor von z. B. ‚Sumus Blut’ wäre es hingegen wohl eher enttäuschend, wenn er seine Idee den höheren Konzept einer Region unterordnen muss.

Wenn ich die Ausführungen zu diesem Thema richtig verstanden habe, dann ist es der Fall, dass ein Metaplot-Team zwar die Aufgabe haben sollte, zu planen und zu konzipieren, aber nicht unbedingt, auch den Inhalt vorzugeben. Der Autor von “Sumus Blut” hätte demzufolge seine Idee in den Metaplot miteinbringen können: Er hätte sich an der Konzeption einer Region / eines Handlungsstrangs / von Meisterpersonen etc. beiteiligen können – und das eben ohne mit anderen Konzepten zu kollidieren, da es Sinn und Zweck des Metaplot-Teams wäre, ebensolche Kollisionen und Konflikte zu verhindern.


Zitat von FRAZ

für den Spielleiter der seine Geschichte selbst entwirft wäre es enttäuschen, wenn z. B. die Skrechu (als letzter „freier“ Heptarch) eine obskure Verheißung bekommt, um nicht als „immer wieder verwendbare Erzschurkin“ zu verkommen.

Zum einen waren ja nicht viele größere Handlungsstränge pro Zeiteinheit angedacht. Die Anzahl sollte gar gegenüber dem status quo reduziert werden! Insofern würden immer noch viele NSCs und Plotenden unbeackert bleiben. Vielmehr würde durch die übergreifende Planung endlich auch explizit und bekannt, welche Region / welcher Handlungsstrang / welche Meisterperson inwieweit dem Meister zur freien Verfügung stehen.


Zitat von FRAZ

für den Verlag wäre es belastend die Planung seiner Publikationen neben Verkaufzahlen und anderen alltäglichen Problemen an die Metaplanung anpassen zu müssen.

Ich bin weder Verlagsleiter noch Ökonom, aber der Ansicht, dass sich die ökonomische Verlagsplanung von Publikationen auf der einen Seite von der metaplotrelevanten Planung von Abenteuern und Spielhilfen auf der anderen Seite analytisch trennen lässt. In Ermangelung treffenderer Begriffe nenne ich mal erstere die formale Planung und letztere die inhaltliche Planung. Ich schätze – und da lasse ich mich auch gerne von Insidern korrigieren -, dass der Verlag ohne Ansehung der Inhalte vorgeben könnte, was in einer bestimmten Zeiteinheit publiziert werden sollte (etwa: für das erste Quartal 2011 sind drei Abenteuer und eine Spielhilfe geplant). Nach dieser Vorgabe ließe sich nun von redaktioneller Seite (inkl. Metaplot-Team) überlegen, wie diese Abenteuer und die Spielhilfe umzusetzen seien (welche Region / welcher Konflikt soll rein, wer schreibt was, Vorbereitung durch Botenartikel etc.).

Durch diese Trennung der Planung in eine formale und eine inhaltliche Komponente könnte der Verlag sogar entlastet werden.


Zitat von FRAZ

für den Jungautoren wäre es enttäuschend, wenn für sein Abenteuer kein Platz mehr im Verlagskonzept ist, weil die Metaplanung ihre Raum fest etabliert wissen will.

Mit Jungautor ist vermutlich ein Autor gemeint, der nicht der Redaktion oder ihrem weiteren Umfeld angehört, und entsprechend (noch) weniger Einblick in die allgemeinen Planungen hat. Ein solcher Autor würde davon profitieren, dass durch das Metaplot-Team klar ersichtlich würde, welche inhaltlichen Elemente (Regionen, Konflikte, NSCs etc.) bereits verplant (und wie diese verplant) sind und welche nicht. Insofern würden sich derartige Enttäuschungen im Vorhinein mit Metaplot-Team eher vermeiden lassen als ohne.

Wenn aber ein solcher Jungautor ein Abenteuer zu Haffax schreiben möchte und Haffax bereits verplant ist, dann schränkt dies natürlich den Spielraum ein. Je nach dem, was dem Jungautor vorschwebt, könnten seine Ideen aber wiederum Eingang in die Metaplot-Planung finden. Ist aber Haffax verplant (und ein anderer Autor schreibt bereits an diesem offiziellen Haffax-Abenteuer), dann wäre es in meinen Augen auch unsinnig, den Jungautoren trotzdem dazu etwas schreiben zu lassen, was dann letztendlich höchstwahrscheinlich nicht veröffentlicht wird und eben enttäuschend wirkt.


Abschließend noch kurz zur wenigen Zeit, die meine Mitspieler und ich mittlerweile für DSA haben, und dem “lebendigen Aventurien”, das einem bisweilen davonzugaloppieren scheint: In meiner Gruppe sind wir ein paar alte DSA-Hasen und ein paar totale DSA- und teilweise sogar Rollenspiel-Neulinge. Meine Erfahrung der letzten Einführungsrunden mit DSA-Neulingen war, dass das Spiel unheimlich dynamisch und atmosphärisch dicht wirkt, wenn die Spieler eben nicht über ein umfassendes DSA-Hintergrundwissen verfügen und auf allerlei Ereignisse und Veränderungen völlig unvoreingenommen und unvorbereitet reagieren müssen. Sie sind “wirklich” einfache Bewohner Andergasts, die keine Ahnung haben, wo Al'Anfa liegt oder was es bedeutet, dass Kaiserin Rohaja das Horasreich besucht.

Natürlich sollten die Spieler schon Wissen, wer die zwölf Götter sind – derartiges Wissen ist natürlich hilfreich. Aber ich finde es immer wieder spannend zu sehen, wie nicht nur den Neulingen, sondern auch den alten DSA-Hasen die Kinnlade runterklappt, wenn eine wichtige Meisterperson plötzlich stirbt – eine Meisterperson, die offiziell bekannt war und von der jeder annahm, sie sei “too big to fail”...


Vielleicht konnte ich hierdurch einige Bedenken von Deiner Seite oder auch vonseiten anderer Leser gegenüber einer Metaplot-Planung entkräften. Ich sehe darin jedenfalls ein großes Potential und würde mir wünschen, dass Ulisses nicht pampig auf die ganze Geschichte mit Marks Rauswurf, den Austritten und den Nachbeben reagiert und sich unvoreingenommen die ganze Metaplot-Planungsidee noch einmal gut überlegt...


Preiset die vorweihnachtliche Schönheit, Bruderschwestern!

Ciao

Nicolas


Luciano

07.12.2010, 15:36 Uhr ~ #39

Nachtrag: Einen Punkt habe ich noch vergessen, der aber an anderer Stelle ausführlicher behandelt wird und auch relativ offensichtlich ist. Für den Verlag ist ein Metaplot auch natürlich deshalb interessant, weil sich mit der durch die ständigen Veränderungen ermöglichten Aktualität Produkte verkaufen lassen: Abenteuer, die große Ereignisse thematisieren, die gerade im Gange sind; Spielhilfen von den Heptarchien nach dem Jahr des Feuers etc.


FRAZ

27.12.2010, 13:59 Uhr ~ #40

Hallo Luciano.

Du hast mit allen deinen Ausführungen recht. Metaplots sind zweifellos ein Bereicherung für Aventurien.

Das Ziel dieser Disskusion ist aber nicht die Entscheidung, ob es künftig Metaplots geben wird oder nicht. Die Autoren plädieren für die Einrichtung eines Metaplot-Teams. Aus dem an den Verlag adressierten Konzeptvorschlag geht die Frage hervor, ob “maximal 5 Mitglieder” eines Metaplot-Teams “eine Form von (ideeller oder materieller) Entlohnung durch den Verlag*” erhalten, um das lebendige Aventurien zu entwickeln.

Obwohl ich das Projekt als Spielleiter sehr interessant finde, sehe ich keine positive Kosten-Nutzen Bilanz in der vorgeschlagenen Systematisierung von Metaplots. Zum einem weil ich persönlich in offenen Handlungssträngen eine Chance sehe und kein Problem. Zum anderen weil das hier vorgeschlagene Konzept nicht die Erfindung des Rades ist, sonders es „nur“ runder machen will. Das ist löblich und hoch engagiert, bietet aber keine neuen Vorzüge, die den Aufwand rechtfertigen.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!


Lucioano

29.12.2010, 09:56 Uhr ~ #41

Hi Fraz,

so weit ich die Debatte im Netz verfolgt habe, scheint mir der von Dir angesprochene Punkt der zentrale Zankapfel zu sein: die Frage nach der Wirtschaftlichkeit eines Metaplot-Teams.

Ich nehme an, Du meinst mit “keine positive Kosten-Nutzen-Bilanz in der vorgeschlagenen Systematisierung”, dass ein Metaplot-Team keinen wirtschaftlichen Mehrwert für den Verlag bedeuten würde, stattdessen aber mehr Ausgaben (Stichwort: ideelle oder materielle Entlohnung).

Unterm Strich stimme ich Dir zu bin ich auch davon überzeugt, dass ein Metaplot-Team zumindest kurz- und mittelfristig Mehrkosten bedeuten würde. Dennoch sehe ich die sowohl inhaltlichen (für mich als Spieler und Spielleiter) als auch ökonomischen (für den Verlag, die Redaktion und die Autoren) Vorteile, die ein solches Team bewirken könnte, indem es die Planung von Publikationen optimiert, also beschleunigt (strukturiertere Planung), die Fehlerquote senkt (vor allem inhaltlich! Siehe bspw. unterschiedliche Beschreibungen derselben NSCs in verschiedenen Veröffentlichungen), die Qualität verbessert (keine Hau-Ruck-Umwälzungen mehr bzw. zumindest weniger davon).

Die Hoffnung wäre halt, dass sich ein derartig optimiertes Produkt auch besser verkauft und eher neue Kunden gewinnen kann (auch Einsteigerabenteuer könnten in den Metaplot involviert sein und so DSA-Neulinge an das “lebendige Aventurien” heranführen), so dass sich ein Metaplot-Team langfristig und letztendlich doch bezahlt macht.

Aber das wäre meines Erachtens schließlich eine empirische Frage, da ich stark bezweifle, dass ökonomische Theorien und Konstrukte (und zumindest in diesem Bereich kenne ich mich ein wenig aus) ein solch komplexes Produkt wie DSA adäquat abbilden können. Ich habe auch lediglich die Hoffnung, dass das langfristig funktionieren würde. Vielleicht ist dem aber auch nicht so, weil die undifferenzierten Alleskäufer hinreichend ins Gewicht fallen, so dass sich ein Metaplot-Team wirklich nicht rechnen würde...

In jedem Fall scheint der Verlag der Ansicht zu sein, dass sich ein solches Team nicht rechnet. Ob er die von uns hier angesprochenen Gedankengänge nachvollzogen hat, halte ich jedoch für unwahrscheinlich, da das Konzeptpapier ja anscheinend nicht wirklich rezipiert wurde und die Autoren nicht die Chance hatten, ihre Idee ausführlich zu präsentieren, wenn ich das den Stellungnahmen im Netz richtig entnommen habe.

Aber eins muss man dem Verlag lassen: Mir hat neulich eine DSA-Freundin erzählt (und ich habe das leider nicht im Netz finden können, insofern setze ich hiermit nur ein Gerücht in die Welt), dass Ulisses der einzige Rollenspielverlag gewesen sei, der im letzten Jahr schwarze Zahlen geschrieben hat. Die Strategie scheint aufzugehen. Die Frage stellt sich mir nur, wie lange das gut geht und ob nicht irgendwann die Qualität unter dem Kostendruck massiv zu leiden hat. Aber hey, wenn die Kunden- und Verkaufszahlen irgendwann fies rückläufig sein sollten, kann Ulisses die Lizenz ja auch einfach nicht mehr einkaufen...


Einen guten Rutsch an alle!

Ciao, Alveran.org!

Nicolas


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