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Thema: [SidW IV] Das Finale – Galottas Ende

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rillenmanni

20.05.2005, 10:33 Uhr ~ #121

Ja, da kenne ich meine Spieler auch: wenn die meinen, ihre Charaktere begäben sich auf ein todsicheres Alveranskommando (diese Dopplung ist beabsichtigt), dann begeben sich ihre Charaktere da nicht hin – oder gehen wieder. Das Gefühl, doch eh keinen Stich gegen Löttchen machen zu können, soll nicht aufkommen, statt dessen soll die vage Hoffnung existieren, vielleicht einen Stich machen zu können.

Hier von Leonardo den Hinweis und damit die Möglichkeit zu erhalten, die Heshtotim selbsttätig zu überwinden, werde ich auf jeden Fall übernehmen. Ich werde dies aber auch paaren mit der Gegenwart Seranias, die die Charaktere zu weiteren Leistungen befähigen wird.


Shahanja

20.05.2005, 10:33 Uhr ~ #122

Das klingt nach einer guten Änderung, die ich sicherlich übernehmen werde. Das wird den Helden/Spielern sicher mehr Spaß machen als gegängelt zu werden.

mfg

Shahanja


Iliya Kordan

20.05.2005, 10:34 Uhr ~ #123

Keideran:

Der Tipp ist Gold wert! Die Helden wussten von den Heshtotim und sahen eh keine Chance gegen sie. Leonardo haben sie im “Maschinenherz” getroffen. Der hat ihnen verklickert, dass Galotta eine Sicherung gegen die Dämonen hat. Und nur Galotta könne sie magisch auslösen. Stimmt auch, so Leonardo, aber er selber hat dem ganzen eine mechanische Auslösekomponente beigefügt. Auf halber Strecke stand im Raum der Rache eine Überlebensgroße Blakharaz-Skulptur, dargestellt mit Stab d. 1000 Augen und blutiger Sense. Der Auslösemechanismus war, mit gewissen Kraftaufwand (es darf ja nicht zufällig passieren) die Sense nach unten zu ziehen. Die Helden hatten einen Heiden-Spaß, Galotta seiner Leibgarde zu berauben. Axxeleratus auf einen Helden, dazu Sprungstiefel (aus Stadt d. 1000 Augen). Tyros Prahes Bannstaub wurde im Sprung über die Heshtotim vor die Statue geworfen, um “Platz zu schaffen”. Dann an der Sense gezogen und schwups....

Natürlich war Gaius ganz und gar unbeeindruckt (das Gas reichte nicht bis zu ihm), glaubte er doch, die Helden auch so schnell im Sack zu haben. Der Magier meiner Gruppe konnte sich ebenfalls gerade eben aus der Reichweite des Gases bringen. Bis auf seinen Stab, der vollständig eingeklumpt wurde.

Aber die Helden waren schon mal selbst verantwortlich für den ersten Teil des Sieges. Ich gebe dir recht, dass sie das unendlich viel lieber machen, als sich alles zuschustern zu lassen. Die Artefakte reichen da schon.

Danke für den Tipp!


Octravian

20.05.2005, 10:34 Uhr ~ #124

Potzblitz,

Und wenn alles nix hilft, kommen die Perldrachenreitenden Amazonen mit Apep und Gefolge plus VIEL MEHR Sonnenlegionären auf Greifen,mit so rieseigen, geweihten, dämonentötenden Lanzen. So ein Trupp rachsüchtiger Rondrastreiterinnen kann auch inmitten einer Heshthot-Rotte für rapide Abnahme der Mitgliederzahl sorgen,ebenso wie ein blutüberströmter Haufen von goldgerüsteten Praioten,die der Verzweiflung nahe,jedoch innbrünstig aus heiseren kehlen die Gurvanischen Choräle anstimmen – allerdings gefällt mir das mit der Falle auch sehr gut, bleibt mehr Spielraum für die Helden.

Hesinde gedankt!


Shahanja

20.05.2005, 10:35 Uhr ~ #125

@Octravian: Die Falle ist wie im Original, kommt so im Abenteuer vor, es geht nur darum, dass sie von den Helden ausgelöst wird. Falls dein Text so sarkastisch gemeint war, wie er sich liest.

mfg

Shahanja


Saimid ibn Omar

20.05.2005, 10:35 Uhr ~ #126

Tulamidische Grüße geehrte Teetrinker,

da ja immer noch nach einer Idee gesucht wird, wie man den Abgang unseres geschätzten Galottas in angemessener Form inszenieren könnte, hier dazu einmal eine, wenn auch nur sehr unausgegorener, Gedanke von mir dazu:

Wie wäre es wenn Galotta durch den Einsatz eines Protectionis oder eines entsprechend belegten Artefakts das Zeitliche segnen würde.

Wenn ihn am Ende sozusagen seine eigene Erfindung erledigen würde, das Gesicht in seinem letzten Moment von der Erkenntnis gezeichnet..... wo er sich doch noch einen Moment vorher noch soooo sicher hinter seiner magischen Verteidigung fühlte.....

Naja wie gesagt ist nur ein kleiner Ansatz den man wohl noch deutlich vertiefen müsste, z.B. was ist das für ein Artefakt genau, wie und wann wurde es geschaffen, wie schafft man es den Einsatz dennoch zur Herausforderung für die Helden zu machen usw.

Würde mich trotzdem freuen wenn noch jemand weitere Ideen, Anregungen oder Kritik an der Idee hätte.

Ansonsten wünsche ich noch einen angenehmen Abend

Saimid ibn Omar


Iliya Kordan

20.05.2005, 10:36 Uhr ~ #127

Hallo Saimid,

nach dem ich Keiderans Idee beherzte, kann ich nur bestätigen, dass das beste Vorgehen ist, wenn die Helden den Tod des Meistermagus selbst beeinflussen. Generell gilt das ja für die meisten “End”gegner.

Artefakte können da schnell den Eindruck erwecken, dass den Helden die entscheidende Handlung abgenommen wird. Und SidW ist ja schon geradezu überladen mit Artefakten. Dennoch haben die Artefatke auch eine positive Wirkung, darauf gehe ich später ein.

Ich denke, es ist sehr wichtig, sich der Fähigkeiten der Helden UND Spieler bewusst zu werden. Das ist etwas, was ich immer mal wieder unterschätze.

In meiner Gruppe haben die Spieler das Gift z.B. nicht benutzt, obwohl sie es dabei hatten. Sie hatten zwar kurzfristig die Idee, Galotta an seiner eigenen Überheblichkeit zu packen und ihm den Trank “irgendwie unterzujubeln” aber diese Idee reifte nicht. Ich wollte ihnen die Handlung nicht abnehmen, indem Galotta den Trank fordert.

Andererseits hatte ich den Helden Araschar gelassen, da mir schon klar war, dass ein normaler Kampf gegen G.C.E. Galotta nicht zu überleben wäre. Ich weiß nicht, ob es hilft, aber ich schildere mal kurz unser Ende:

Die Helden schalteten mittels des von Leonardo beschriebenen Mechanismus die Heshtotim aus. Borbarads Hauch hat einen gewissen Radius im Raum der Rache, sodass Galotta, der den Schutz vor den Dämonen von Borbarad abgeguckt hat, (natürlich) nicht davon betroffen ist (Man muss dazu sagen, dass es bei uns verboten ist, derlei Wirkungen dann schnell während des Spiels im Regelwerk nachzuschlagen. Es gibt bei uns keine Regelverdreher; kleine Abweichungen vom Regelgerüst fördern den Spielfluss). Das ganze machten sie recht innovativ und durch massive Eigenschaftszauberei unterstützt. Galotta zeigte sich nicht beeindruckt, doch als die Helden auf ihn losstürmen wollten, beherschte er sie. Die Helden verstellten sich und Galotta erzählte ein bisschen von seinen Plänen. Er holte sich den Zauberstab des Magiers (der als Kampfzauberer keine Chance gegen Galotta hat) und zerstörte ihn. Das brachte den Magier aus der Fassung, der Galotta mittels Ignifaxius angriff. Wie dumm, aber durchaus passend zum Jähzorn. Glücklicherweise griff zunächst der Gardianum, nicht der Invercano, sodass der Spielermagier verschont blieb. Die anderen schafften es, nicht zu reagieren und blickten teilnahmslos auf das Geschehen. Nun vermuteten meine Spieler schon, dass die Krone (bzw. der Splitter) wie schon bei Rhazzazor die Kette irgendwie den Schutz verstärkt. Warum auch nicht? Armatrutz macht RS 10, Krone macht nochmal 10 = RS 20. Klingt plump? Vielleicht, fordert aber meine Helden, wieder abseits des gewöhnlichen Haudrauf-Gehabes einige Ideen an den Tag zu legen (Krone weg, Einsatz von Antimagie, usw.).

Ich verwendete die Idee von Katharina aus einem anderen Thread, den Magier, der unglaublicherweise Galottas Beherrschung widerstehen konnte, vor die Wahl zu stellen, was als nächstes vernichtet werden sollte: Seine Heimatakademie Schwert und Stab (dann solle er einen Schritt nach vorne machen...), der Travia-Tempel (Schritt zurück), der Praios-Tempel in Alt-Gareth (nach rechts) oder er selbst und dann möge er die Hand heben. Ohne zu zögern hob der Held die Hand. Galotta kündigte an, ihn mittels Ignifaxius (Meisterfehler, damit die anderen Helden handeln: 10W) zu verbrennen. Er beginnt den Zauber (verkürzt) und die anderen schlagen mit Araschar, Finsterfang und Bogen los. Galotta ist kurz verdutzt (weil kein Schaden entsteht), bricht dann aber ab und zaubert ein (stark verkürztes) agrimothsches Pandemonium zwischen sich und die Helden. Die Helden merken natürlich, dass sie kaum Schaden erzeugen. Mit der Krone helfe ich ihnen; das erledigt Dexter Nemrod und dann wird es einfacher bis Galotta schließlich bezwungen wird. Nachdem die Verteidigung erst mal überwunden ist, geht es natürlich schnell, auch wenn Galotta noch ein zwei Überraschungen hat. Mit zwei schweren Waffen ist jeder realistischerweise schnell niedergerungen, auch der Bote der Lohe. Dexter wird mittels Herzschlag Ruhe mit in den Tod gerissen.

Galotta ist ja keineswegs dumm, wenn er nicht an Artefakte wie Araschar oder den Ring der Flammen denkt. Die Erzdämonen unterstützen ihn. Die Götter die Helden. Meine Spieler waren eher enttäuscht, dass man dem Dämonenbrimbamborium seitens der Götter nicht mehr entgegenwarf.

So freuten sich meine Spieler darüber, dass Galotta´s Pandämonium ihnen ja kaum etwas anhaben kann (der Ring der Flammen). Er muss ja glauben, dass das ein vorzügliches Hindernis ist und Zeit für seinen nächsten Zauber lässt.

Generell empfanden es aber alle als Schade, dass Galotta den Tod gefunden hat. Wer weiß. Vielleicht beschwört ihn ja einst einer seiner Untergebenen in irgendeinem Weidener Weiler wieder...

Fazit: Das wichtigste ist, die Spieler die Ideen haben zu lassen. Dann sind sie auch nicht enttäuscht, den Bösewicht schlechthin “nur” im Kampf gestürzt zu haben. Sie wissen, dass die Götter sie mit Artefakten unterstützt haben und sie es nur deshalb auch geschafft haben. Auch das ist keineswegs schlecht, da das wiederum Galottas Fähigkeiten aufwertet.

Meine Meinung ist, dass jede Situation, die den Helden, die eh schon stark von den Göttern unterstützt werden, die Handlung aus den Händen nimmt, schlecht für den Ausgang ist. Daher wird man sich vermutlich mit den Stärken und Schwächen der Spieler abhelfen müssen und ihren Ideen und die kann man ja auch nur bedingt lenken.

Kommentar

Thread verschoben – Katharina


Galgenkind

22.05.2005, 01:54 Uhr ~ #128

Meldung zu später Stunde...

Mittlerweile bereiten meine Helden Gareth auf die Schlacht in den Wolken vor und bemühen sich, nach bestem Wissen und Gewissen einen Schlachtplan gegen Galotta auszuhecken.

Sie haben das Gift und den Willenstrunk (dessen unaussprechlichen Namen ich schlicht zu einem “speziellen Willenstrunk, der...” transmutiert habe), also wie vom Abenteuer vorgesehen.

Dexter wartet auf seinen Einsatz.

Leonardo wird den Chars von Borbarads Hauch berichten.

Zumindest ein Held wird wahrscheinlich sein Leben für die Sache opfern.

Ferner habe ich in weiser Voraussicht folgendes vorbereitend platziert und mir damit alle meisterlichen Optionen offen gehalten:

1. Unser Magier hatte eine Unterredung mit Pôlberra und wurde so ein wenig über die Schwächen Galottas aufgeklärt.

2. Theraj- Araz (hoffe, es ist richtig geschrieben) steht bereit an des Dämonenkaisers Seite.

3. Die traurige Geschichte der vier auelfischen Sklavinnen befand sich in den Galotta Akten, aufbereitet als Augenzeugenbericht der Gräfin Naheniel Quellentanz.

4. Sie ahnen, welche Bedeutung Nahema für den Dämonenkaiser hat.

5. Serania weilt in Alveran und wartet darauf, als Greif(in) oder Stimme aus dem Off zuzuschlagen.

6. Für den Fall, dass alle Stricke reißen, behalte ich mir vor, die Holzhammer-Gegenpakt-Methode anzuwenden. Auch dazu sind die Grundsteine gelegt.

Alles ist bereitet für das große Buffet.

Meine Frage nun: Ich las vor Monaten von einer Show-Downversion aus der Ideenschmiede Katharinas und Kathrins.

Nun, bis heute stehen die Erläuterungen dazu aus, und darum frage ich, wie ihr euch das Ende, insbesondere bezogen auf Pôlberras Rolle, vorstellt.

Vor allem für Hinweise, die Pôlberra geben könnte, habe ich zwei offene Ohren. Bislang hat er mit unserem Gruppenmagier über Galottas Pakt, die Magierphilosophie im Allgemeinen und Galottas diesbezügliche Inkonsequenz im Speziellen sowie die Reizbarkeit des Dämonenkaisers gesprochen.

Er hat Galotta im Verlaufe des Gespräches als Versager und Idioten bezeichnet, weil er “ohne jede Weitsicht seine Seele an Tyakraman verschachert hat. Doch was sind die paar Jahre der Macht und Rache, verglichen mit äonenlanger Seelenpein? Galotta denkt wohl, er könne ewig leben, doch glaubt mit, jeder stirbt eines Tages... ausnahmslos jeder.”

Unser Magier ahnt nun, dass er versuchen kann, Galotta aus der Fassung zu bringen, indem er gewisse Themen aufwirft...

Ich hoffe, ein paar Anregungen von euch zu erhalten.

Späte Grüße,

Nicole


Coppi

22.05.2005, 11:06 Uhr ~ #129

Mist, ich würde gerne helfen, aber ich fürchte, ich bin gerade nicht mehr in die komplexe Thematik eingearbeitet. Ich mache gerade andere komplexe Dinge aus Galottas Leben ...

Meine Aufzeichnungen zu dem Thema hab ich auch leider nicht an diesem Computer.

Also, was Pôlberra betrifft: Ich kann mir nicht vorstellen, dass er die Helden begleitet, denn dazu ist ihm Galotta nicht wichtig genug. Er hat nur Verachtung für ihn übrig. Ich denke, er würde seine Aufgabe eher darin sehen, nach der Verwüstung in Gareth Boron ein paar Leben zu entreißen. Schließlich ist er ja einer der besten Heilkundigen der Welt ...

Er vertritt, würde ich sagen, eine andere Auffassung der Magierphilosophie als Galotta:

  • unbedingtes und ausschließliches (!) Vertrauen in die eigene Person und in den eigenen Verstand

  • unbedingte Selbstachtung trotz allem, was geschieht

  • Ziel der Magierphilosophie ist es nicht, den Göttern gleich zu werden, denn von den Göttern gilt es sich zu befreien

  • keine Anerkennung irgendwelchen übergeordneten Mächten gegenüber, erst recht keine Verehrung

  • andere Menschen sollen zur selben Denkweise veranlasst werden

Mit etwas Nachdenken kommt man darauf, dass Galotta gegen all diese “Grundregeln” verstoßen hat (wobei Pôlberras Magierphilosophie nicht klassisch ist, nach meinem persönlichen Verständnis aber auf Galottas Schriften aufbaut). Somit ist Galotta nicht nur ein schlechter Philosoph, sondern geradezu ein destruktiver Anti-Philosoph (oder so ähnlich). Aber wie gesagt, ich war schon mehr in diese Thematik eingearbeitet. Aber wahrscheinlich hast du das hier sowieso schon integriert.

Mit welcher psychologischen Methode Galotta auch immer aus dem Konzept gebracht werden soll (und da gibt es mehrere Ansätze, mit Geschick kann man vielleicht auch alle verbinden), Pôlberra ist der richtige Mann, um den entscheidenden Tipp zu geben.

Aber was mich interessieren würde: Wie hast du deine Gruppe dazu gebracht, ihn anzuhören? :) Und am Ende sogar zu respektieren?

LG

Kathrin


Galgenkind

22.05.2005, 13:06 Uhr ~ #130

Löle,


Die meisten der von dir genannten Aspekte habe ich tatsächlich eingebaut, doch bin ich wohl in eine etwas andere Richtung gegangen, was Pôlberras eigene Weltsicht anbelangt. Ich habe ihn ja sagen lassen, dass Galotta sich durch seinen Pakt der Verdammnis anvertraut habe. Ergo ist mein P. kein Magierphilosoph (und ehrlich gesagt habe ich nicht die Mühe aufgewendet, genauer über seinen Glauben zu recherchieren...), oder er hat mit seiner Aussage einen Standpunkt vertreten, der als logische Konsequenz der galottesken Inkonsequenz betrachtet werden darf:

Galotta als “Magierphilosoph” hat sich einem Erzdämonen verschrieben, obwohl seine Philosophie es verbietet. Er kann zwar die Seelenmühle weiterhin leugnen, doch indem er sich Tyakraman anvertraut hat, akzeptierte er automatisch dessen Spielregeln, die im Grunde auch die Spielregeln der Götter sind, und nichts mehr mit Magierphilosophie gemein haben: Ich verspreche dir meine Seele (dies mehrt die Macht des Dämons/ Gottes), und du gibst mir ungeahnte Fähigkeiten.

Meisterinformationen zu Borbarads Philosophie (anzeigen)

Jetzt komme ich aber auf die Idee, dass Borbarad eine der Magierphilosophie ähnliche Theorie vertrat, nach der der Mensch sich von jeder adels- und v.a. gottgegebenen Beschränkung lossagen sollte, um sich zu erheben und selber gottähnlich zu werden (das berühmte Bild von dem fliegenden Insekt auf der Melone: die Ameise (=Mensch) lässt sich Flügel wachsen, flattert nach oben und erkennt, dass die flache Weltscheibe in Wahrheit rund ist- nachzulesen beim Borbarad-Projekt).

Borbarads reine Philosophie untersagt jede Paktiererei, und der Mensch muss es aus eigenem Antrieb schaffen, sich zu erheben (was wohl nur einem Menschenschlag nach Nietzsches Gusto vergönnt sein dürfte, doch ich denke, so hat es auch Borbele gedacht- nicht alle sind dazu fähig).

Die verwaschene Philosophie aber, auch Borbaradianismus genannt, erlaubt, nein fördert sogar den Paktschluss, namentlich mit Amazeroth zum Erwerb zauberischer Fähigkeiten, wohl auch auf Borbarads “Anregung” hin. Damit wäre selbst der halbgöttliche Dämonenmeister inkonsequent, mehrte er doch wissentlich über seine Anhängerschaft die Macht eines Erzdämonen. Oder bin ich jetzt total durcheinander?

Borbarad paktierte mit gleich 7 Erzdämonen, wobei es doch eher ein (zumindest nach seiner Ansicht) Beherrschen dieser Wesenheiten genannt werden muss. Galotta kann also einen verwaschenen Ansatz aus Borbaradianismus und Magierphilosophie vertreten, sich dabei als “einzig wahrer Erbe des Dämonenmeisters” im Recht wissen- und fatal irren. Er hat den Pakt nicht unter Kontrolle, und noch weniger Tyakraman. Konsequenz ist die Seelenmühle, Mehrung der Erzdämonischen Macht und damit Bruch mit der Magierphilosophie. Ihn als Spielermagier davon zu überzeugen dürfte aber schwer fallen...


Der Kontakt zum Nekromanten ergab sich aus einer Randnotiz Dexters in den Galotta-Akten, in der Pôlberras Name erwähnt wurde.

Unser Gruppenmagier (S&S zu Gareth/ Beilunk, also ein Weißer) hat sich auf dem Konvent dazu durchgerungen, den unheimlichen Magier anzusprechen, er wollte also mit ihm reden! Als Pôlberra dann loslegte hat er jedes Wort praktisch aufgesaugt!

Die übrigen Helden waren weniger in denkerische, als mehr praxisorientierte Fragestellungen in Gareth verwickelt, ergo nicht anwesend :)

Ich hatte eigentlich vor, den Spielermagier ordentlich zusammenzustauchen, bevor Pôlberra etwas seines Wissens und seiner Philosophie preisgibt. Dem Nekromanten gefiel aber, dass der Held so direkt und unverblümt auf das Wesentliche zu sprechen kam, und darum nutzte P. die Gelegenheit allzugern, nach einer halben Ewigkeit des Schweigens wieder über seinen Feind G. lästern zu können. Manche Spitze gegen den Weißen konnte er sich aber nicht verkneifen.

Ich muss hier allerdings noch anmerken, dass mein Magierspieler wenig aventurische Erfahrung mitbringt, und der Begriff Magierphilosophie fast neu für ihn war. Es wäre meines Erachtens nach an dem Spieler gewesen, Vorbehalte gegen den Schwarzen deutlicher herauszukehren. Pôlberra indes war das vollkommen Schnuppe- er befand sich ganz in seinem Element. Das rührt vielleicht auch daher, dass mein persönlicher Standpunkt aus P. sprach: Ich bin keine Freundin der Paktiererei und denke, jeder sollte das Beste aus den ihm gegebenen Fähigkeiten machen.

Insgesamt hatte ich geplant, Pôlberra kauziger und unzugänglicher darzustellen, als er letztendlich rüberkam.

Eigenartig- ich vermutete Reibung, doch es war kaum etwas davon zu spüren...

Kommt vielleicht noch in einem weiteren Disput. Mit zur Festung fliegt er jedenfalls nicht, soviel steht fest! ;)

Soweit, so gut.

Gruß

Nicole

PS Ich hoffe ja, dass ich die philosophischen Gedankengänge nachvollziehbar und faktisch richtig dargestellt habe... Mir jedenfalls erscheint die Logik eines Borbel oder Galotta furchtbar undurchdacht und voller Fußangeln.


Galgenkind

22.05.2005, 13:36 Uhr ~ #131

Nachtrag:

Ich habe gerade mein Versäumnis nachgeholt und in “Rohals Versprechen” den Eintrag zu Pôlberra gelesen. Fazit: Wieder eine Magierbeschreibung in diesem Abenteuer, mit der ich absolut nicht konform gehe; ich habe also nichts verpasst...


Katharina

22.05.2005, 13:42 Uhr ~ #132

Hallo Nicole,

mit Kathrins Erlaubnis stelle ich hier schonmal den ersten Teil der Final-Konzeption zur Verfügung. Was noch fehlt, ist der Ablauf des Finales selber, wann ich den fertig kriege, weiß ich noch nicht.

Hier ist der Download: link .


Coppi

22.05.2005, 13:55 Uhr ~ #133

@ Galgenkind

Pôlberra ist eben ursprünglich nicht als Helferfigur geplant. :) So viel Selbstüberwindung, sich von ihm helfen zu lassen, ist vielleicht auch schon recht viel verlangt von den Helden – sich auf ihn einzulassen, ist heroischer, als Galotta zu töten. ;)


Galgenkind

22.05.2005, 14:46 Uhr ~ #134

Danke, das ist mehr als ich erwartet hatte!

Nun, die Kenntnis eurer Beschreibung von Pôlberra wäre vor dem gestrigen Spielabend sehr hilfreich gewesen. Jetzt ist mir auch klar, was die Helden so viel Überwindung gekostet hätte.

Verschenkt, verschenkt, ach ich Unwissende... vielleicht beim nächsten mal...

Die eingehende Sichtung und Kommentierung eurer Ausarbeitung behalte ich mir für später vor. Ich vernachlässige sonst meine Unipflichten.

Gruß

Nicole


Ludovigo

22.05.2005, 14:51 Uhr ~ #135

Gestern Nacht ist es passiert!

Gaius Cordovan Eslam Galotta kam in meiner Spielrunde zu Tode, seine Seele schmort in den Niederhöllen!

(Nochmals Herzliches Beileid Coppelia)!

Und um mich vorerst mal kurz zu fassen:

Die Finalkonfrontation war zum Teil psychologisch geführt (Gespräch/Dialog mit einem Kaiser) zum anderen geballte Action (Zauber Galottas-der im Abenteuer nicht verwendete Einsatz des Agrimothsplitters!).

Beidess zusammen ergab eine Mischung die meiner Spielrunde (ich und mein Bruder spielen seit 19 Jahren, die beiden anderen seit 14 Jahren DSA)

sehr, sehr gefallen hat.

Den letztgültigen Todesstoss erhielt der tödlich getroffene Galotta mit der Klinge Araschar die sich ihm von Rittershand geführt ins Herz bohrte!

Übrigens kein Einsatz des Zwei-Komponenten-Giftes!

Und ja:

Natürlich war es eine High-Fantasy Konfrontation mit allem was dazugehört!

Aber eben auch ein Moment von rollenspielerischer Art, an den meine Runde sich erinnern wird!

15 Spielabende haben wir an SidW gespielt und alle haben wir es ganz herrvorragend gefunden.

Wede mich nun daran machen den Spielbericht zu verfassen!

Mit stolzem Gruss:

Ludovigo


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